EnergieSzene



News und Trends aus der Energiewirtschaft  Januar 2012




IEU News

Energiesparen kann so einfach sein ...

Wer unabhängig von Witterungseinflüssen Energie sparen will, kann als Besitzer eines älteren Hauses oder einer älteren Wohnung mit vergleichsweise geringem Einsatz große Wirkung erzielen.

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ASUE News

Weltmeisterliche Stromerzeugung

Hoher Wirkungsgrad und Erdgas als Brennstoff sind Garanten für niedrige Kohlendioxid-Emissionen. Das Kraftwerk Irsching 4 an der Donau ist aktuell der umweltfreundlichste mit konventionellem Brennstoff befeuerte Stromerzeuger der Welt. 

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EnergieSzene Blog

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Aus dem Inhalt
Topthema
Wege zur Dekarbonisierung der Energieversorgung
Biogas
"Endlich einheizen"
IEU News
Energiesparen kann so einfach sein ...
ASUE News
Weltmeisterliche Stromerzeugung
Stromversorgung
Bedeutung und Verantwortung der Erneuerbaren wachsen
EnergieSzene Berlin
"Politik muss sich zum Wettbewerb bekennen"


Vorwort

Liebe Leser,
 
im Vorwort zu dieser ersten Ausgabe des neuen Jahres, für das Ihnen die Redaktion der EnergieSzene alles erdenklich Gute wünscht, sind einige Sätze in eigener Sache unvermeidbar. In den Monaten Januar und Februar erscheint die EnergieSzene mit vermindertem Umfang. Wie fast immer in vergleichbaren Fällen stecken auch hinter dieser Entscheidung finanzielle Erwägungen. Wir werden Sie über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halten.

Hinsichtlich der thematischen Schwerpunkte der EnergieSzene hat sich hingegen nichts geändert. Nach wie vor stehen Themen aus den Bereichen Energieffizienz, Klimaschutz, Energiesparen und Versorgungsicherheit im Vordergrund unserer Berichterstattung. Das fängt an mit unserem Topthema auf der Titelseite und setzt sich in den IEU News mit dem Schwerpunkt Energiesparen/energetische Sanierung und in den ASUE News mit einem Bericht über den Effizienzweltmeister unter den fossil befeuerten Kraftwerken nahtlos fort.

Eine interessante Lektüre wünscht
Rolf Sweekhorst

 
 

Topthema

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Wege zur Dekarbonisierung der Energieversorgung

Deutschland steht mit der eingeleiteten Energiewende nicht allein. Die EU-Kommission verfolgt das Ziel, bis zum Jahr 2050 eine Minderung der Treibhausgasemissionen um mehr als 80 Prozent zu erreichen. Für die Energieversorgung Europas bedeutet das, dass sie bis dahin nahezu CO2-frei sein muss.

In ihrem "Energiefahrplan 2050" legt die EU-Kommission dar, wie dies ohne eine Beeinträchtigung der Energieversorgung und der Wettbewerbsfähigkeit möglich ist. Energiekommissar Günther Oettinger: "Nur ein neues Energiemodell wird langfristig dafür sorgen, dass unser System sicher, wettbewerbsfähig und nachhaltig ist. Wir verfügen jetzt über einen europäischen Rahmen dafür, dass die politischen Maßnahmen zur Sicherung der notwendigen Investitionen getroffen werden."

Die Analyse beruht auf Beispielszenarien, die durch die unterschiedliche Kombination der hauptsächlichen Dekarbonisierungswege - Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Kernenergie und Carbon Capture and Storage (CCS) - erarbeitet wurden. Keines der Szenarien darf nach Meinung der Kommission vollständig eintreten, aus allen Szenarien ergeben sich jedoch deutlich eine Reihe von "No-regrets"-Optionen für die nächsten Jahre. "Die Dekarbonisierung des Energiesystems ist technisch und wirtschaftlich machbar", stellt die Kommission fest. "Mit allen Dekarbonisierungsszenarien kann das Emissionssenkungsziel erreicht werden, wobei die Szenarien langfristig kostengünstiger als die aktuellen Politikmaßnahmen sein können."

"Um seine Klimaziele zu erreichen, muss Europa stärker als bisher auf erneuerbare Energien und Energieeffizienz setzen. Das ist für mich die zentrale Botschaft des EU-Energiefahrplans 2050", sagte Bundesumweltminister Norbert Röttgen. "Die vorgelegten Energieszenarien zeigen außerdem, dass der Umstieg auch unter ökonomischen Gesichtspunkten sinnvoll ist. Der stärkere Einstieg in die erneuerbare Energieversorgung ist keineswegs teurer als eine Energiestrategie, die auf höhere Anteile der konventionellen Energien baut." Innerhalb der EU-Szenarien seien die vorgesehenen Preisannahmen teilweise nicht nachvollziehbar, kitisierte Röttgen. Beispielsweise würden für Kernenergie und die CCS-Technologie eher zu niedrige Kosten angenommen, dagegen für die Erneuerbaren zu hohe Technologiekosten angesetzt. Diese lägen real bereits deutlich unter den Annahmen der Kommission.

Auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler begrüßte die Energie-Roadmap 2050. Damit bewege sich die Kommission in eine ähnliche Richtung wie Deutschland mit seinem Energiekonzept. "Aus deutscher Sicht kann der nachhaltige Umbau der Energieversorgung nur gelingen, wenn er auf solider ökonomischer Grundlage steht und sichergestellt ist, dass unsere Industriestandorte wettbewerbsfähig bleiben." Zudem müssten die Fördersysteme für erneuerbare Energien effizienter ausgestaltet werden. "Deshalb müssen wir uns jetzt der Aufgabe stellen, sie stärker an den Markt heranzuführen. Erneuerbare Energien müssen zunehmend an kostengünstigen Standorten konzentriert werden. Wir müssen einen stärker europäischen Ansatz verfolgen."

Die EU-Kommission gebe zum ersten Mal auf europäischer Ebene Hinweise darauf, wie bis zum Jahr 2050 eine CO2-neutrale Energieversorgung in Europa erreicht werden könne, so Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Es sei erfreulich, dass die EU-Kommission das Potenzial für Strom erkenne. Allerdings sollten auch die Anwendungsmöglichkeiten von Gas stärker berücksichtigt werden. Der effiziente Einsatz von Strom und Gas könne einen entscheidenden Beitrag leisten, um die Klimaschutzziele zu erreichen. "Die Kommission geht in realistischer Weise davon aus, dass die größten Effizienzpotenziale und die daraus resultierenden Energieeinsparungen durchaus einen erhöhten Stromverbrauch mit sich bringen, z. B. im Verkehrssektor." Allen Szenarien der Energy Roadmap 2050 lägen daher Verbrauchsanstiege von 36 bis 39 Prozent bis zum Jahr 2050 zugrunde.

Die deutsche Energiewirtschaft fühlt sich Müller zufolge von der EU-Kommission zudem in ihrer Meinung bestätigt, dass Erdgas und Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) für die Energieversorgung der Zukunft weiter wichtige Pfeiler sein werden. "In Ergänzung der zunehmenden Menge an fluktuierendem Strom aus erneuerbaren Energien werden wir noch für lange Zeit auf konventionelle Energieerzeugung angewiesen sein." Der BDEW teile die Einschätzung der EU-Kommission, dass Häufigkeit und Umfang der künftigen Gasnutzung wesentlich von der Frage abhänge, ob und zu welchen Kosten eine Dekarbonisierung gelinge. "Die Methanisierung von überschüssigem Strom zum Beispiel aus der fluktuierenden Einspeisung aus Windenergie- oder Photovoltaikanlagen kann langfristig ein vielversprechendes Konzept sein. Auch stromgeführte KWK kann in Verbindung mit Wärmespeichern zur Integration der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Zeiten hoher Einspeisung dienen."

Die "Energy Roadmap 2050" findet sich im Internet unter der Adresse
http://ec.europa.eu/energy/energy2020/roadmap/index_en.htm.

 
Biogas

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"Endlich einheizen"

Der Biogasrat hat sich für dieses Jahr viel vorgenommen. Neben der Öffnung des Wärmemarktes für Biogas/Biomethan stehen vor allem die Europäisierung des Biogasregisters, der Ausbau der Vernetzung in Richtung Osten sowie der Mobilitätssektor auf dem Programm. "Endlich einheizen lautet das Motto im Wärmemarkt", so Geschäftsführer Reinhard Schultz. "Zuerst politisch und dann in den Häusern." Im Wärmemarkt hinke die Politik seit langem ihren eigenen Zielen hinterher. Bis 2020 sollten sechs Prozent und bis 2030 zehn Prozent des Erdgasverbrauchs durch Biogas ersetzt werden. Zu erreichen sei das nur durch eine Öffnung des Gebäudebestandes für das Erneuerbare-Wärme-Gesetz und die ausdrückliche Verankerung der Zulässigkeit von Biogas in modernen Heizungsanlagen.

Als weiteres Großprojekt nennt Schultz die Arbeit an einer europäischen Registerplattform. Es gehe darum, die nationalen Zertifizierungssysteme für Biogas kompatibel zu machen und so die Grundlage für die wechselseitige Anerkennung von Biomethanzertifikaten und Herkunftsnachweisen zu schaffen. "Das ist unverzichtbare Grundlage eines europäischen Biomethanmarktes." Nur so könnten Über- und Unterangebote bedarfsgerecht und wirtschaftlich ausgeglichen werden. Auch die Erschließung neuer Märkte steht beim Biogasrat auf dem Programm. Die osteuropäischen Nachbarländer, unter ihnen vor allem Polen, ließen durch enorme Potenziale und erste politische Fördermaßnahmen aufhorchen und seien für die weiteren Entwicklungen zunehmend auf deutsches Know-how angewiesen. In Russland werde an Konzepten der Gülleverwertung zur Entlastung der Böden gearbeitet - mit Biogas als angenehmem Nebeneffekt. Der vierte Schwerpunkt des Jahres liege im Bereich der Mobilität mit Bioerdgas. In engem Kontakt mit der erdgas mobil GmbH solle 2012 der Startschuss für die konsequente Umsetzung der Quotenziele für Erneuerbare Energien im Kraftstoffbereich (20 Prozent bis 2020) fallen. Schultz: "Dafür ist Bioerdgas der richtige Weg." Die CNG-Topmodelle der Automobilbranche seien mit einer Reichweite von bis zu 530 Kilometern und Kostenersparnissen ab 10.000 Kilometer jährlicher Laufleistung längst eine echte Alternative zu Benzin, Diesel und Elektrizität. Biogas lasse sich zudem problemlos für die Verwendung im Erdgasnetz und damit auch für die Betankung von Fahrzeugen aufbereiten. "Die Technologie ist konkurrenzfähig, die Treibhausgas-Einsparungspotenziale hoch und der Betrieb wirtschaftlich rentabel - das ist Fakt - jetzt gilt es, dafür das nötige Bewusstsein zu schaffen und Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mit ins Boot zu holen."
 

 
IEU News

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Energiesparen kann so einfach sein ...

Steuervorteile für energetische Sanierung müssen kommen

Ein Jahreswechsel ist nicht selten ein willkommener Anlass, Bilanz zu ziehen und einen Ausblick auf die anstehenden zwölf Monate zu wagen. Das Jahr 2011 war für die Energiewirtschaft ein ganz besonderes. Die Reaktorkatastrophe in Fukushima und deren Folgen haben hierzulande nicht nur zum Einstieg in den Wiederausstieg aus der Kernenergie geführt. In der damit zusammenhängenden Debatte um die Zukunft der deutschen Energieversorgung rückten auch wichtige Begriffe wie Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit, Umweltfreundlichkeit, Klimaschutz, Energieeffizienz oder Energiesparen wieder mehr in den Vordergrund. Das Energiesparen hat in 2011 schon mal funktioniert. Denn nach vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) lag der Energieverbrauch in Deutschland 2011 um knapp fünf Prozent niedriger als im Jahr zuvor. Mit Einsicht in die Notwendigkeit zum sparsamen Umgang mit Energie hat diese Entwicklung allerdings eher wenig zu tun. Denn als Gründe für den Rückgang nennt die AG Energiebilanzen vor allem die milde Witterung und den daraus resultierenden geringeren Wärmeenergiebedarf sowie gestiegene Energiepreise. Deutlich wird an dieser Erklärung, welch hohe Bedeutung die Raumheizung für die Entwicklung des Gesamtverbrauchs hat. Um den Faktor der Temperatureffekte bereinigt, wäre der Energieverbrauch 2011 lediglich um ein Prozent gesunken. Durch den rückläufigen Verbrauch reduzieren sich die energiebedingten CO2-Emissionen um über drei Prozent, unter Berücksichtigung des Temperatureffekts wären sie sogar um ein Prozent gestiegen.

Hohes Sparpotenzial im Heizungskeller

Wer unabhängig von Witterungseinflüssen Energie - und damit auch Kosten und CO2-Emissionen in erheblichem Umfang - sparen will, findet als Besitzer eines älteren Hauses oder einer älteren Wohnung dazu gute Möglichkeiten. Hier lässt sich mit vergleichsweise geringem Einsatz große Wirkung erzielen. So finanziert sich der Ersatz des betagten Heizungskessels durch eine moderne Erdgas-Brennwertheizung schon innerhalb weniger Jahre durch den drastisch sinkenden Energieverbrauch. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt jedoch, dass die Modernisierungsrate mit etwa einem Prozent jährlich noch immer viel zu niedrig ist. Die Bundesregierung hat das erkannt und im vergangenen Jahr ein Programm zur energetischen Sanierung im Gebäudebestand auf den Weg gebracht, das außerordentlich große Wirkung haben könnte - wenn sich nicht einige Bundesländer querstellten, weil sie Steuerausfälle befürchten. Dabei zeigen Untersuchungen, so dena-Chef Stephan Kohler, dass von einer steuerlichen Sanierungsförderung neben den Bürgern und der Wirtschaft auch der Staat in Form von Mehrwert-, Lohn-, Einkommens-, Gewerbe- und Körperschaftssteuer profitiert. Immerhin löse jeder Euro, den die öffentliche Hand für die Förderung energetischer Sanierungen aufwende, etwa das Sechsfache an Investitionen aus, die überwiegend in regionale Ingenieurs- und Handwerksleistungen sowie in Qualitätsprodukte deutscher Firmen flössen. Zudem würden Arbeitsplätze geschaffen und gesichert, was wiederum Sozialbeiträge generiere und Ausgabepositionen zum Beispiel im Bereich des Arbeitslosengeldes senke.

Der Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V. (BDH) wird ebenfalls nicht müde, bessere steuerliche Anreize für Effizienzinvestitionen im Gebäudebestand einzufordern. Der Verband rechnet vor, dass in Deutschland alleine durch eine 30-prozentige Einsparung des Endenergieverbrauchs im Gebäudebestand jährlich rund 184 Terawattstunden an Energie eingespart werden könnten. Dies entspräche der Erzeugung von 80 Prozent der deutschen Atomkraftwerke. "Wer die Energiewende wirklich will, muss diese enormen Einsparpotenziale im Gebäudebestand jetzt und beschleunigt heben", so der BDH-Präsident Klaus Jesse. Der BDH fordert zudem die Einbeziehung von energetischen Teilsanierungen in die steuerliche Förderung. Bereits mit einem Investitionsvolumen von 10.000 bis 25.000 Euro könne man Energieeinsparungen im Gebäude von 30 Prozent und mehr erreichen. 

Starkes Team für eine sichere Wärmeversorgung: Eine Erdgas-Brennwertheizung im Zusammenspiel mit Solarthermie spart ganzjährig Heizkosten und schont das Klima. Im Sommer hat die Sonne in Deutschland ausreichend Kraft, um den Energiebedarf für die Heizung und die Warmwasserbereitung eines 4-Personen-Haushalts komplett zu decken. In kälteren Zeiten mit weniger Sonnenschein springt die effiziente Erdgas-Brennwertheizung als zusätzliche Wärmequelle ein.


Der Blick nach vorn ist selbstverständlich mit der Hoffnung verbunden, dass sich Bund und Länder möglichst schnell auf eine steuerliche Förderung der energetischen Sanierung einigen. Unabhängig davon dürfen sich sanierungswillige Haus- und Wohnungsbesitzer schon jetzt über mehr Unterstützung freuen. Die KfW Bankengruppe hat die Förderung für die Sanierung von Wohngebäuden zum 1. Januar 2012 ausgeweitet. So erhalten private Bauherren im Programm "Energieeffizient Sanieren" neben einem zinsverbilligten Kredit auch Investitionszuschüsse. Deren Höhe steigt 2012 auf bis zu 20 Prozent des Investitionsvolumens.

 

 

 

 
ASUE News

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Weltmeisterliche Stromerzeugung

Gas- und Dampfturbinentechnik auf allerhöchstem Niveau

Hoher Wirkungsgrad und Erdgas als Brennstoff sind Garanten für niedrige Kohlendioxid-Emissionen. Da aus den gleichen Gründen auch die Abgabe von Stickoxid in sehr engen Grenzen gehalten wird, ist das Kraftwerk Irsching 4 an der Donau aktuell der umweltfreundlichste mit konventionellem Brennstoff befeuerte Stromerzeuger der Welt. Von "konventioneller" Stromerzeugung kann man hier eigentlich nicht sprechen, auch wenn das für solche Kraftwerke üblich ist. Denn Irsching 4 arbeitet alles andere als konventionell. Das Gas- und Dampfturbinen-(GuD)-Kraftwerk an der bayerischen Donau ist mit einem Wirkungsgrad von 60,75 Prozent der neue Effizienzweltmeister in seiner Klasse und hat im Oktober 2011 offiziell seinen Betrieb aufgenommen. "Mit diesem Kraftwerk haben wir Technik-Geschichte geschrieben. Es gibt derzeit weltweit kein in Betrieb befindliches Kraftwerk, das so effizient arbeitet", sagte Michael Süß, CEO von Siemens Energy, anlässlich der Inbetriebnahme. "Mehr noch, im Mai dieses Jahres haben wir während des Testbetriebs einen Weltrekord in Sachen Effizienz erreicht, der eindrucksvoll gezeigt hat, welches Potenzial in dieser Technik steckt, und das Ende der Entwicklung ist noch lange nicht erreicht."

Idealer Partner für Erneuerbare

Im Vergleich zum Durchschnitt der derzeit weltweit installierten GuD-Anlagen (die sämtlich mit deutlich besseren Wirkungsgraden arbeiten als "normale" Wärmekraftwerke) verbraucht das neue Kraftwerk in Irsching rund ein Drittel weniger Erdgas pro erzeugter Kilowattstunde und emittiert etwa ein Drittel weniger Kohlendioxid. Darüber hinaus zeichnet es sich durch hohe Betriebsflexibilität, kurze Anfahrzeiten und die Möglichkeit zu schnellen Lastwechseln aus. Solche Eigenschaften werden vor dem Hintergrund der schon jetzt sprunghaft zunehmenden Einspeisung fluktuierenden Wind- und Sonnenstroms immer wichtiger. Schließlich gilt es, in windschwachen und sonnenarmen Zeiten alternative Kapazitäten zur Stromerzeugung zu nutzen, die flexibel sind und die Umwelt und speziell das Klima so wenig wie möglich belasten.

Im Mai 2011 hat das E.ON-Kraftwerk Irsching 4 mit einer neuen Gasturbine einen Weltrekord in Sachen Wirkungsgrad erzielt: Bei einer Leistung von 578 Megawatt wurde im Testlauf mit einem Wirkungsgrad von 60,75 Prozent die angepeilte Effizienzbestmarke "oberhalb von 60 Prozent" problemlos erreicht.





Berliner Hightech-Entwicklung für sauberen Strom aus Bayern

Für das E.ON-Kraftwerk Irsching 4 errichtete Siemens in einem ersten Schritt die mit einer Leistung von 340 Megawatt weltweit größte und leistungsstärkste Gasturbine der Welt. Die Anlage wurde zwischen 2006 und 2008 von Siemens Energy als Prototyp eines Gasturbinenkraftwerks der neuesten Generation erbaut. Insgesamt haben 250 Ingenieure die Turbine entwickelt und 500 Mitarbeiter sie im Berliner Werk gefertigt. Fast ein Jahr lang wurde die Turbine im Verlauf von rund 1500 Betriebsstunden auf Herz und Nieren getestet. Die Ergebnisse bestätigten die hohen Erwartungen in vollem Umfang. Ab September 2009 wurde die Gasturbinenanlage zum Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk Irsching 4 mit einer Bruttoleistung von 555 Megawatt ausgebaut. Dazu wurde die bestehende Gasturbine um einen Abhitzekessel und eine Dampfturbine erweitert. Im Oktober 2011 übernahm der Betreiber E.ON die Anlage von Siemens, um den kommerziellen Betrieb aufzunehmen.


Erfahrungen austauschen und weitergeben

Im Expertenkreis Gasturbinentechnik treffen sich regelmäßig Fachleute aus unterschiedlichsten Bereichen zum Erfahrungsaustausch. Zudem erstellt das Gremium Broschüren und führt Fachveranstaltungen durch. Vertreten sind in dieser Expertenrunde unter anderem:
- Betreiber von Gasturbinen-Anlagen aus Kraftwirtschaft und Industrie
- Wissenschaft
- Forschung und Entwicklung
- Hersteller von Gasturbinen
- Unternehmen der Energiewirtschaft
- Öffentliche Hand

Im Vordergrund dieser Treffen steht der regelmäßige Gedanken- und Erfahrungsaustausch zum Einsatz von Gasturbinen in der Praxis. Interessenten, die von diesen Erfahrungen profitieren möchten, finden über die Mailadresse info@asue.de die passenden Ansprechpartner.

 

 

 
Stromversorgung

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Bedeutung und Verantwortung der Erneuerbaren wachsen

Die erneuerbaren Energien sind im Jahr 2011 im Erzeugungsmix erstmals an Kernenergie und Steinkohle vorbeigezogen und zum zweitwichtigsten Energieträger bei der Deckung des Strombedarfs aufgestiegen. Ihr Anteil stieg von 16,4 Prozent in 2010 auf nun 19,9 Prozent. Nur Braunkohle lieferte mit 24,6 (2010: 23,2) Prozent einen größeren Anteil, berichtet der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) auf Basis erster Schätzungen. Der Erzeugungsanteil der Steinkohle erreichte 18,7 (18,6) Prozent. Kernenergie lieferte infolge der Abschaltung von acht Kernkraftwerken in Deutschland nur noch 17,7 (22,4) Prozent des Stroms. Die Erzeugung aus Gaskraftwerken lag bei 13,6 (13,8) Prozent. Die sonstigen Energieträger wie Pumpspeicher, Hausmüll und andere kamen auf einen Anteil von 4,2 (4,3) Prozent.

Erfolgreichste erneuerbare Energiequelle im Strommix war erneut der Wind: Nach einem schwachen Windjahr 2010 stieg der Anteil im vergangenen Jahr auf 7,6 (6,0) Prozent. Es folgten Biomasse mit 5,2 (4,4) Prozent, Photovoltaik mit 3,2 (1,9) und Wasserkraft mit 3,1 (3,3) Prozent. Der Anteil regenerativen Stroms aus Müllkraftwerken betrug wieder 0,8 Prozent.

"Mit diesem erfreulichen Zuwachs der erneuerbaren Energien wächst auch ihre Verantwortung für das Funktionieren des Gesamtsystems", so Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. "Der Handlungsdruck für eine Markt- und Systemintegration der Erneuerbaren steigt. Auch die stark fluktuierenden Energieträger müssen zur Systemsicherheit beitragen." Hinzu kämen die Herausforderungen beim Ausbau der Stromnetze, der mit der Dynamik der Erneuerbaren nicht einmal annähernd Schritt halte. Außerdem bleibe der Bedarf an konventionellen Reservekapazitäten für Zeiten bestehen, in denen die Erneuerbaren witterungsbedingt keinen Strom lieferten. "Denn trotz der erfreulichen Dynamik bei der Erzeugung insgesamt sind die Erneuerbaren noch weit davon entfernt, ausreichend Grundlaststrom bereitzustellen." Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien habe auch 2011 im Monatsdurchschnitt um bis zu drei Milliarden Kilowattstunden geschwankt. Dies entspreche einem Viertel der gesamten erneuerbaren Stromerzeugung.

 
EnergieSzene Berlin

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"Politik muss sich zum Wettbewerb bekennen"

Die deutsche Energiewirtschaft appelliert an die Politik, sich im Jahr 2012 neu zum Wettbewerb auf dem Energiemarkt zu bekennen und dessen vollständige Umsetzung in allen EU-Staaten voranzutreiben. "Deutschland hat eine Vielfalt auf dem Energiemarkt vorzuweisen, die europaweit ihresgleichen sucht. Die EU-Kommission misst dem deutschen Energiemarkt inzwischen eine Vorbildfunktion bei. Leider werden die Strom- und Gaspreise in vielen EU-Mitgliedsländern noch immer durch staatlich verordnete Deckel reglementiert und so dem Markt entzogen. Außerdem ist es für deutsche Energieversorger schwer, Zugang zu den Märkten zu bekommen. [?] Deshalb ist es an der Zeit, dass die Liberalisierung in allen europäischen Ländern ankommt und ein freier Energiemarkt vollständig umgesetzt wird", sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des BDEW, "5.000 Tage" nach der Liberalisierung des deutschen Energiemarktes am 29. April 1998. Heute sei der Wettbewerb auf dem deutschen Energiemarkt eine Selbstverständlichkeit. Die Haushaltskunden könnten unter durchschnittlich 102 Stromanbietern auswählen, bei Gas seien es 37 Unternehmen. "Auch ein Blick auf den deutschen Stromerzeugungsmarkt mit rund 450 Unternehmen zeigt, dass selbst die vielfach diskutierte Konzentration im europäischen Vergleich gering und überdies weiter rückläufig ist. Das bescheinigen regelmäßig europäische und deutsche Kartellwächter", so Müller.

Jedoch droht der erfolgreichen Etablierung des Wettbewerbs im Energiemarkt nach Ansicht des BDEW zunehmend Gefahr. "Die Eingriffe des Staates in Erzeugungsstruktur, Netzbetrieb und Preiszusammensetzung häufen sich. Der Wettbewerb rückt in den Hintergrund. Die Handlungsspielräume und wettbewerblichen Möglichkeiten der Unternehmen werden geringer. Die Unternehmen fragen sich, ob Politik und Gesellschaft noch hinter den vor 5.000 Tagen auf den Weg gebrachten Veränderungen stehen", so Müller. Die Politik sollte sich 2012 besinnen, eine ehrliche Debatte führen und dabei neu entscheiden. "Soll die Grundlage der Energiewende das Vertrauen in die unternehmerische Gestaltungsfähigkeit im Wettbewerb um die besten Lösungen sein?" Oder solle der Prozess von der Angst geleitet sein, die klimapolitischen Ziele seien nur noch durch Regulierung von oben nach unten möglich? Für die Energiewirtschaft sei die Antwort klar. Nur der Markt als Kern eines wettbewerblichen Rahmens könne Ineffizienzen beseitigen und damit für die Verbraucher optimale Lösungen bieten.

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