Archiv für Juli 2010

Windindustrie erreicht Exportquote von 75 Prozent

Donnerstag, 29. Juli 2010

Die deutsche Windindustrie nimmt beim weltweiten Ausbau der Windenergie eine Spitzenstellung ein. Während der deutsche Markt 2009 lediglich sechs Prozent des Weltmarktes ausmachte, betrug der Umsatz der Windenergieanlagenhersteller in Deutschland 17,5 Prozent des weltweiten Umsatzes. Die deutschen Produzenten kamen auf eine Exportquote von 75 Prozent. „Das unterstreicht deutlich, dass die deutsche Windindustrie ihre führende Stellung im Weltmarkt im letzten Jahr behauptet hat. Windenergie „Made in Germany” ist weltweit gefragt, gerade auch auf den Schlüsselmärkten in Europa, Nordamerika und Asien”, so Thorsten Herdan, Geschäftsführer VDMA Power Systems. Weltweit wurden im Jahr 2009 Windräder mit einer Gesamtleistung von 38.343 Megawatt neu angeschlossen. Damit wuchs die gesamte installierte Leistung auf 196.300 Megawatt. In diesem Jahr wird der Markt Herdan zufolge leicht rückläufig sein, im Wesentlichen aufgrund eines Einbruchs des US-amerikanischen Markts. Dort macht der extrem niedrige Gaspreis der Windenergie zu schaffen. „Wir gehen in 2010 von einem Weltmarktvolumen von 38.000 Megawatt aus, das allerdings 2011 wieder deutlich wachsen wird.”

Landesplanung pro Wind könnte Zubau verstärken

Donnerstag, 29. Juli 2010

In Deutschland gingen im ersten Halbjahr 2010 322 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 660 Megawatt ans Netz. Per Ende Juni 2010 standen 21.315 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 26.387 Megawatt zur Stromerzeugung bereit. Diese Zahlen nannte Bernd Neddermann, Leiter Forschung & Studien des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI), in Berlin. „Der nationale Zubau ist im ersten Halbjahr hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Ein sehr langer und ungewöhnlich strenger Winter hat zahlreiche Aufstellungen von Windrädern später ins Jahr verschoben”, so Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes WindEnergie. „Wir gehen davon aus, die Marke des Vorjahres nicht ganz erreichen zu können.” Er rechnet mit 1.900 Megawatt neu installierter Windkraftleistung in diesem Jahr, notwendig seien jedoch jährlich 3.500 Megawatt. Für einen erfolgreichen Ausbau der Windenergie vor Ort sei neben einem verlässlichen EEG auch eine Landesplanung pro Wind in den Bundesländern entscheidend. „Wenn die Bundesländer bei der Raumordnung auf der Bremse stehen, wird Deutschland seine Klimaschutzziele verfehlen. Höhenbegrenzungen vor Ort in den Ländern verhindern, dass durch die Halbierung der Anlagenzahl die Leistung verdoppelt und der Stromertrag verdreifacht wird. Dadurch verschenken wir die mögliche Produktion CO2-freien Stroms.” Albers sieht auch Hoffnungsschimmer: „Geplante neue Flächenausweisungen in Schleswig-Holstein, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern und eine Landesregierung pro Wind in Nordrhein-Westfalen werden neuen Schwung für die Windenergie an Land bringen.”

BDI und IG BCE sehen in Energiesteuerplänen Anschlag auf Wettbewerbsfähigkeit

Mittwoch, 28. Juli 2010

„Entsetzt und fassungslos” ist der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) angesichts der Energiesteuerpläne der Bundesregierung. „Es widerspricht jeglicher ökonomischer Vernunft, diejenigen, die in den nächsten Jahren den Wachstumskarren ziehen sollen, mit dem Drei- bis Neunfachen an Strom- und Energiesteuern zu belasten”, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf. Der BDI sei hochgradig irritiert darüber, dass die Bundesregierung die Einsicht ihrer Vorgängerregierungen über Bord werfe. „Unsere Unternehmen stehen im weltweiten Wettbewerb. Einseitige nationale Belastungen schwächen die Wettbewerbsfähigkeit und gefährden die Existenz unserer Unternehmen am Standort Deutschland. Diese Einsicht in die globalen Zusammenhänge erwarten wir gerade auch von der jetzigen Bundesregierung.” Im Übrigen gebe es dazu eine Vereinbarung von Wirtschaft und Bundesregierung, die Klimaschutzvereinbarung, die nun gebrochen werde. „Wir fragen uns ernsthaft, in wieweit man sich auf solche Vereinbarungen noch verlassen kann. Das sind schlechte Voraussetzungen für Investitionen am Standort Deutschland. Es ist das glatte Gegenteil von vernünftigen Rahmenbedingungen, auf die wir angewiesen sind für Wachstum und Arbeitsplätze in Deutschland”, betonte Schnappauf. „Die Steuererhöhung entzieht der Wirtschaft auf einen Schlag eine Milliarde Euro in einem Jahr.”

Kritik an dem Referentenentwurf aus dem Bundesfinanzministerium kommt auch von Seiten der Gewerkschaft. Der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis warnt davor, durch eine Erhöhung der Ökosteuer die energieintensiven Industrien in Deutschland weiter zu schwächen. „Was da im Bundesfinanzministerium geplant wird, ist ein Anschlag auf Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze dieser Branchen, darunter die Chemische Industrie, die Papierproduktion, die Glasherstellung und die Aluminiumerzeugung. Wir arbeiten ständig daran, Energie sparsam einzusetzen und drängen auf Ressourceneffizienz. Doch bei den in Berlin geplanten drastischen Erhöhungen geht es nicht um Umweltschutz, sondern hier sollen planlos Finanzlöcher gestopft werden. Da wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Strom und Energie, die nicht eingespart werden können, müssen bezahlbar bleiben. Sonst wandern energieintensive Betrieben mit ihren Arbeitsplätzen ins Ausland ab.”

Biogasrat wehrt sich gegen Vorwürfe der Kartoffelindustrie

Mittwoch, 28. Juli 2010

Die Biogasbranche wehrt sich gegen Vorwürfe, Biogasanlagen seien schuld an höheren Kartoffelpreisen. Das hatte der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) behauptet. „Der Vorwurf ist unhaltbar und gefährdet Arbeitsplätze in einer Branche, die entscheidend zur klimafreundlichen und nachhaltigen Energieversorgung sowie zur Wertschöpfung im ländlichen Raum beiträgt”, so Reinhard Schultz, Geschäftsführer des Biogasrates. „Wir fordern die Kartoffelindustrie zum konstruktiven Dialog auf. Eine Verunglimpfung der Biogasbranche und eine Verunsicherung der Verbraucher wegen eines Preisanstiegs von einem Cent pro Kilogramm Kartoffeln ist nicht förderlich.” Bislang gebe es keinen nachgewiesenen Zusammenhang zwischen der Errichtung von Biogasanlagen und dem Anstieg des Pachtpreisniveaus. Allgemein erscheine der wirtschaftliche Vorteil von Biogasanlagen durch die momentan schwachen Agrarpreise derzeit hoch. „Doch auch die Betreiber von Biogasanlagen können bei Substratpreiserhöhungen und Pachtpreissteigerungen nur begrenzt mithalten.” Eine Beibehaltung der im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verankerten Förderung für nachwachsende Rohstoffe (NawaRo-Bonus) zur umweltfreundlichen Energieproduktion in Biogasanlagen sei daher dringend notwendig, betonte Schultz. „Es darf nicht vergessen werden, welchen erheblichen Anteil zum Klimaschutz nachhaltige Energie aus Biogas leistet. Im vergangenen Jahr konnten wir in Deutschland durch Biogasanlagen rund 3,5 Millionen Haushalte versorgen und 13,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen vermeiden.”

Veraltete Heizungspumpen sind Stromfresser

Dienstag, 27. Juli 2010

560 Millionen Euro zahlen deutsche Mieter jährlich an ihre Vermieter für den Betriebsstrom der Heizanlage. Das sind etwa 32 Euro pro Haushalt. „100 Millionen davon könnten leicht eingespart werden, wenn alle Gebäude auf dem aktuellen Stand der Technik wären”, so Johannes D. Hengstenberg, Geschäftsführer der gemeinnützigen co2online GmbH. „Vermieter und Hausverwaltungen sind kaum motiviert, die Kosten für den Betriebsstrom zu senken, weil sie die Ausgaben ohnehin mit der Heizkostenabrechnung an die Mieter weiterreichen.” Unrealistische Schätzungen der Betriebsstromkosten und veraltete, zu große oder falsch eingestellte Heizungspumpen seien schuld an den unnötigen Kosten. Jedes Jahr würden so 450 Millionen Kilowattstunden Strom unnütz verbraucht. Mit einem Heizgutachten, das auf www.heizspiegel.de kostenlos bestellt werden kann, können Mieter ihre Heizkostenabrechnung und die darin enthaltenen Heiznebenkosten analysieren lassen. Das kostenlose Heizgutachten und der Betriebsstromspiegel sind ein Service der Heizspiegelkampagne, die vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Klimaschutzinitiative gefördert wird.

Offshore-Windenergie als Chance für Küstenregionen

Dienstag, 27. Juli 2010

Die Windenergienutzung auf dem Meer ist Motor für die regionale wirtschaftliche Entwicklung an den deutschen Küsten. „Obwohl die Nutzung der Offshore-Windenergie in Deutschland erst am Anfang steht, zeigt sich bereits jetzt das große wirtschaftliche Potenzial, das in dieser Technik steckt. Wenn wir jetzt die richtigen Weichen stellen, wird die Windenergie auf hoher See unsere Ausbauziele im Bereich der Erneuerbaren Energien in großen Schritten voranbringen”, sagte Bundesumweltminister Norbert Röttgen bei einem Besuch in Bremerhaven und Cuxhaven, wo sich in den vergangenen Jahren viele Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe sowie aus dem Transport- und Logistikbereich angesiedelt und Arbeitsplätze in der Region geschaffen haben. Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister sagte: „Der Ausbau der Offshore-Windenergie bietet große Chancen für die Küstenregion. Viele qualifizierte Arbeitsplätze werden geschaffen. Allein die schon genehmigten 17 Offshore-Windparks, deren Strom in Niedersachsen eingespeist werden soll, bedeuten Investitionen von etwa 15 Milliarden Euro. Davon werden Niedersachsen und Bremen mit ihren Hafen- und Produktionsstrukturen besonders profitieren.” Mit Alpha Ventus und Bard Offshore I sei der Anfang gemacht. „Damit eine nachhaltige Wirtschaftsdynamik entsteht, brauchen wir eine konzertierte Aktion von Bund, Küstenländern und Kommunen. Da geht es nicht nur um neuartige technische Herausforderungen wie die Gründungsstrukturen, sondern ebenso um wichtige Randbedingungen wie die Finanzierung, die Hafeninfrastruktur und den erforderlichen Netzausbau.”

Erstes Halbjahr brachte Boom bei Solarstromanlagen

Dienstag, 27. Juli 2010

Die Bundesnetzagentur erwartet für das erste Halbjahr 2010 einen Zubau an Photovoltaik-Anlagen von über drei Gigawatt an installierter Gesamtleistung. In diesem Zeitraum seien rund 135.000 Datenmeldungen eingegangen, davon allein weit über 50.000 im Monat Juni. „Wir verzeichnen in den letzten Wochen eine Flut an Datenmeldungen. Viele Anlagenbetreiber wollten sich noch die höheren Vergütungssätze sichern”, so Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur. Ende 2009 lag die installierte Leistung von Photovoltaik-Anlagen in Deutschland bei insgesamt 9,8 Gigawatt. Der Zuwachs an installierter Leistung betrug im Jahr 2009 rund 3,8 Gigawatt. Insgesamt gingen bei der Bundesnetzagentur im vergangenen Jahr annähernd 160.000 Datenmeldungen ein.

Biogas ersetzt fossiles Gas

Freitag, 23. Juli 2010

Die Schmack Biogas GmbH baut im fränkischen Gollhofen eine 6,7 Megawatt-Biogasanlage. Nach Fertigstellung sollen jährlich rund fünf Millionen Kubikmeter Biomethan produziert und in das Erdgasnetz des Nürnberger Energieversorgers N-ERGIE eingespeist werden. Damit kann der Jahresbedarf von circa 3.100 Haushalten gedeckt werden. Insgesamt wird die Biogasanlage rund 50.000 Tonnen nachwachsender Rohstoffe pro Jahr verwerten. Den Rohstoffmix aus Mais-, Ganzpflanzen-, Grassilage und Zwischenfrüchten liefern die Landwirte aus der Region. Ulrich Schmack, Geschäftsführer des seit Januar zur Viessmann-Gruppe gehörenden Unternehmens: „Wir haben bereits im letzten Jahr dieses Projekt gemeinsam mit N-ERGIE entwickelt und einiges an Vorarbeit geleistet. Wir freuen uns, dass nun durch den Einstieg von E.ON Bayern Wärme als weiterer Investor das Projekt realisiert werden kann und wir den Auftrag zum Bau erhalten haben. Diese Vereinbarung zeugt von großem Vertrauen in unser Unternehmen und unsere Kompetenz.”

Klimaschutzpotenziale in Kommunen heben

Donnerstag, 22. Juli 2010

„Zur Stärkung der Rolle der Kommunen in Sachen Klimaschutz gibt es keine Alternative. Bereits heute wird schon viel in den Kommunen als bürgernächste Ebene mit Vorbildfunktion im Bereich Klimaschutz getan, zum Beispiel die energetische Sanierung eigener Gebäude oder die Nutzung erneuerbarer Energien in Kommunen. Eine Fortführung derartiger Klimaschutzaktivitäten setzt weiterhin eine finanzielle Förderung des Bundes und der Länder auf einem hohen Niveau voraus”, sagte Bernd Düsterdiek, Referatsleiter des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, auf einer Konferenz in Frankfurt. Düsterdiek stellte dort gemeinsam mit Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, den Bericht eines 39-köpfigen Expertenkreises vor (www.kfw.de). Zu den zentralen Vorschlägen gehört die Einrichtung eines bundesweit tätigen Kompetenzzentrums „Energie und Klimaschutz für Kommunen”, die Erstellung eigener Energie- und Klimaschutzkonzepte in jeder Kommune oder in Kooperation mit anderen sowie eine Vereinfachung der Fördermittelbeschaffung. Irsch: „Wir benötigen eine Förderstrategie, die die aktuell schwierige Finanzsituation im Blick hat, aber gleichzeitig den großen Herausforderungen im Klimaschutz und in der Energiepolitik gerecht wird. Sie muss auf mehrere Jahre ausgelegt sein, denn das, was in den Kommunen getan werden muss, wird aufgrund des großen Investitions- und Handlungsbedarfs und der angespannten Haushaltslage nur längerfristig zu bewältigen sein.”

Mikroalgen filtern CO2 aus Rauchgas

Donnerstag, 22. Juli 2010

Mikroalgen filtern aus dem Rauchgas des Heizkraftwerks Senftenberg klimaschädliches Kohlendioxid. Mit dem Forschungsprojekt „green MiSSiON” will Vattenfall ermitteln, welche Algenarten sich für die Zucht mit CO2 aus der Verbrennung von Braunkohlestaub am besten eignen und wie sich Energieverbrauch und Klimanutzen darstellen. Das Projekt im Süden Brandenburgs hat ein Volumen von zwei Millionen Euro, wovon eine Million durch das Land Brandenburg und die Europäische Union gedeckt werden. „Mit der Unterstützung des Projekts fördert die Landesregierung Brandenburg die Entwicklung neuer Technologien zur Minderung der CO2-Emissionen. Entsprechend den Zielstellungen aus der Energiestrategie 2020 des Landes Brandenburg kann das Verfahren im Mix mit anderen Maßnahmen zu mehr Klimaschutz beitragen”, so Henning Heidemanns, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Hartmuth Zeiß, Vorstandsvorsitzender von Vattenfall Europe Mining & Generation: „Die Mikroalgen nutzen das klimaschädliche CO2, um daraus wertvolle, vielfältig einsetzbare Biomasse aufzubauen. Damit ist die neue Anlage ein wichtiger Baustein für die Entwicklung neuer Perspektiven zur Nutzung von CO2. Darüber hinaus bringt die neue Technik wertvolles Know-how in die Lausitz und stärkt den Standort als wichtige deutsche Energieregion.” Im ersten Projektabschnitt kommen so genannte Flachplatten-Airlift-Reaktoren der Subitec GmbH, einer Ausgründung des Stuttgarter Fraunhofer Instituts, zum Einsatz. Hierbei vermehren sich die Algen in insgesamt zwölf mit Nährlösung gefüllten flachen Tanks aus lichtdurchlässigem Kunststoff. Im zweiten Schritt ist die Installation von „hanging gardens” der österreichischen ecoduna OG geplant. Diese „Hängenden Gärten” lassen sich mit der Sonne drehen und erlauben eine kontinuierliche Ernte der Biomasse.