Archiv für Juni 2010
Dienstag, 29. Juni 2010
Solarthermischer Strom (Solar Thermal Electricity, kurz STE) kann innerhalb der nächsten zehn Jahre wirtschaftlich und subventionsfrei erzeugt werden. Damit tritt er in Konkurrenz zu fossilen Energiequellen. Darüber hinaus stellt STE-Strom eine immer attraktivere Ergänzung des Erneuerbare-Energien-Portfolios dar, an dem er einen relevanten Anteil haben wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Beratungsunternehmen A.T. Kearney und des europäischen Fachverbands für Solarthermie ESTELA (European Solar Thermal Electricity Association). Danach erreicht die weltweit installierte thermische Solarleistung bis zum Jahr 2025 im optimalen Fall 100 Gigawatt. Damit einhergehend könnten bis zu 130.000 Arbeitsplätze entstehen. 45.000 davon würden in den Bereichen Betrieb und Instandhaltung langfristig bestehen bleiben. Die Studie zeigt außerdem, dass die Erzeugungskosten für STE-Strom bis 2015 um bis zu 30 Prozent und bis 2025 sogar um mehr als 50 Prozent gesenkt werden könnten. „Die Anstrengungen, die die STE-Industrie in den letzten Jahrzehnten unternommen hat, tragen langsam Früchte. Was wir heute sehen, ist eine immer attraktivere Industrie, die bestens aufgestellt ist, um schon sehr bald fossilen und erneuerbaren Energiequellen ernsthaft Konkurrenz zu machen”, so ESTELA-Präsident Jose Nebrera.
Schlagworte:Solarthermische Kraftwerke
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Dienstag, 29. Juni 2010
Die deutsche Energiewirtschaft hat an die Bundesregierung appelliert, das energiepolitische Gesamtkonzept mit allen betroffenen Interessengruppen vorzubereiten. Dies sei insbesondere deshalb notwendig, um ein möglichst breites, gesellschaftliches Verständnis für den notwendigen Umbau der Energieinfrastruktur in Richtung erneuerbare Energien zu schaffen, so der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) im Vorfeld des BDEW-Kongresses 2010 in Berlin. Die Maßnahmen für eine in Zukunft möglichst CO2-neutrale, weiterhin zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung würden Geld kosten. Oft fehle aber zusätzlich die gesellschaftliche Akzeptanz. Dies wiederum behindere Bauvorhaben jeglicher Art, die zur Umstellung des Energiesystems erforderlich seien. „Akzeptanz kann nur dann geschaffen werden, wenn auch alle Interessengruppen an dem Prozess zur Erarbeitung des Energiekonzepts beteiligt und angehört werden. Der BDEW bietet dabei seine Unterstützung an”, sagte die Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung Hildegard Müller. „Die gesamte Energiewirtschaft bekennt sich zum konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien. Dieser wird unabhängig von der politischen Entscheidung über eine Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke vorangetrieben”, versicherte Müller. Der optimale Ausbau der Erneuerbaren sei aber nur möglich, wenn man die Branche auch investieren lässt. Das Gesamtkonzept müsse deshalb schnell Klarheit schaffen, denn der Umbau des Energieversorgungssystems stoße bereits jetzt sichtbar an Grenzen. Am deutlichsten werde dies beim Netzausbau. Ziel müsse sein, dass sich mit dem Gesamtkonzept der Bau von Leitungsnetzen wieder lohne. BDEW-Präsident Rolf Martin Schmitz erläuterte, dass die viel diskutierte Laufzeitverlängerung nur eines von vielen Themen sei, die ganz oben auf der Agenda stünden. „Es kann beim energiepolitischen Gesamtkonzept der Bundesregierung ja nicht einfach nur um einen Teil des Erzeugungsmixes gehen. Sondern es muss insbesondere darum gehen, wie das Zusammenspiel aller Erzeugungsarten mit den Netzen und den Speichern aussehen soll. Es geht um Fragen der Energieverteilung, Energiespeicherung, der Marktfähigkeit und der Kosten. Im Übrigen sollten wir auch auf die Bereiche Wärme, Effizienz und Mobilität schauen.”
Schlagworte:Energiekonzept, energiepolitisches Gesamtkonzept
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Dienstag, 29. Juni 2010
Das Bundesumweltministerium (BMU) und die KfW Entwicklungsbank haben den Startschuss zum Aufbau eines Globalen Klimaschutzfonds gegeben. Der Fonds fördert kleine und mittlere Unternehmen sowie private Haushalte in Entwicklungs- und Schwellenländern, die in Energieeffizienz und erneuerbare Energien investieren. BMU und KfW sagten Mittel von insgesamt über 100 Millionen US-Dollar zu. Weitere Gelder sollen von internationalen öffentlichen und privaten Investoren eingeworben werden. Insbesondere durch die Beteiligung des Privatsektors soll das Fondsvolumen in den kommenden fünf Jahren auf über 500 Millionen US-Dollar anwachsen. Bundesumweltminister Röttgen: „Indem das BMU Eigenkapital bereitstellt und einen Teil der wirtschaftlichen Risiken übernimmt, schaffen wir die für private Investoren notwendigen Anreize, sich in Form von Fremdkapital zu beteiligen. Damit gelingt es, durch den intelligenten Einsatz vergleichsweise geringer Haushaltsmittel insgesamt erhebliches Kapitel für den internationalen Klimaschutz zu mobilisieren. Bei diesem für den internationalen Klimaschutz neuen Finanzierungsinstrument werden - im Gegensatz zu anderen Programmen - die öffentlichen Mittel durch den Fonds nicht aufgezehrt, sondern revolvierend eingesetzt, das heißt, Rückzahlungen kommen dem Fondsvermögen zugute.”
Schlagworte:Klimaschutzfonds
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Donnerstag, 24. Juni 2010
Die ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch will auch im Jahr 2010 wesentliche Impulse für eine nachhaltige und zukunftsgerechte Energienutzung setzen. Gemeinsam mit dem ADAC, dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) lobt die ASUE den renommierten “Preis der deutschen Gaswirtschaft für Innovation und Klimaschutz 2010″ aus, um die Entwicklung richtungsweisender Projekte und beispielhafter Konzepte auf diesem Gebiet wirksam zu unterstützen. Der Preis wird in den Kategorien “Innovationspreis für Planung, Forschung und Entwicklung” sowie “Innovationspreis für umweltschonende Mobilität: Erdgas im Verkehr” vergeben. Weitere Informationen unter www.asue.de/innovationspreis-2010/.
Schlagworte:Erdgastechnologien
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Donnerstag, 24. Juni 2010
Die Klimaschutz- und Beratungskampagne der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und des deutschen Handwerks „Haus sanieren - profitieren” konnte den 10.000sten geschulten Handwerker begrüßen. Kernstück der Kampagne ist der kostenlose Energie-Check, der Besitzern von unsanierten Ein- und Zweifamilienhäusern den energetischen Ist-Zustand ihrer Immobilie aufzeigt. „Jeder Kampagnen-Handwerker setzt neue Impulse für die Bauwirtschaft und das Klima”, so Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des deutschen Handwerks (ZDH). „Zwar kann der Energie-Check nicht eine ausführliche Energieberatung ersetzen, für die unsere geprüften Gebäudeenergieberater zur Verfügung stehen. Allerdings leistet der unverbindliche Service von geschulten Betrieben Überzeugungsarbeit, von der nicht nur das Klima durch weniger Energieverbrauch profitiert, sondern auch die Eigentümer über sinkende Energiekosten und das Handwerk mit Aufträgen und Beschäftigung.” Die DBU fördert die Kampagne mit fünf Millionen Euro und will bis 2011 mit der bundesweiten Initiative 50.000 zusätzliche Sanierungsmaßnahmen anstoßen. Das würde zusätzliche Investitionen von einer Milliarde Euro für das Handwerk bedeuten. Dadurch sollen jährlich rund 135.000 Tonnen CO2 eingespart werden. DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde: „Wir freuen uns, dass der Klimaschutz in den eigenen vier Wänden an Bedeutung gewinnt. Unser Klimaschutzprogramm für unsanierte Ein- und Zweifamilienhäuser unterstützt die Klimaschutzziele der Bundesregierung, die eine Treibhausgasverringerung von 40 Prozent bis 2020 vorsieht.”
Schlagworte:Energie-Check, Energieberater, Raumwärme
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Donnerstag, 24. Juni 2010
Die Schwellenländer spielen eine entscheidende Rolle, um die globalen Herausforderungen wie Klimawandel und Verknappung von Rohstoffen, Wasser und Land zu bewältigen. Das Bundesforschungsministerium startet daher die neue Forschungsinitiative „CLIENT - Internationale Partnerschaften für nachhaltige Klimaschutz- und Umwelttechnologien und -dienstleistungen”. „Als ein führendes Exportland von Umwelt- und Klimaschutztechnologien nimmt Deutschland seine Verantwortung für die UN-Millenniumsziele zur Entwicklung wahr. Mit der Förderung modellhafter Forschungsprojekte tragen wir dazu bei, eine weltweite Partnerschaft für Entwicklung aufzubauen”, so Bundesforschungsministerin Annette Schavan. „Nur so können wir einerseits Wohlstand sichern und eine lebenswerte Zukunft für alle Menschen ermöglichen und gleichzeitig den Verbrauch natürlicher Ressourcen beschränken sowie Klima und Umwelt schützen.” In einer ersten Runde können sich deutsche Hochschulen, Forschungsinstitutionen und Unternehmen bis zum 31. August 2010 mit Projektanträgen bewerben. Sie sollten insbesondere auf die Zusammenarbeit mit Brasilien, Russland, China, Indien, Südafrika und Vietnam ausgerichtet sein. In drei Förderrunden stellt das BMBF insgesamt bis zu 60 Millionen Euro bereit. Weitere Informationen unter www.fona.de/client.
Schlagworte:Klimaschutztechnologien, Klimawandel
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Donnerstag, 24. Juni 2010
„In dem von der Bundesregierung für den Herbst angekündigten Energiekonzept droht ein entscheidender Faktor völlig vernachlässigt zu werden - die Steigerung der Energieeffizienz”, so Hubert Weiger, Vorsitzender des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Der Atomausstieg kann schneller als gedacht vollzogen werden, wenn das riesige Sparpotenzial effizienter Technologien mobilisiert wird. Bestandteil eines nationalen Energiekonzepts muss ein gesetzliches Einsparziel beim Primärenergieverbrauch von mindestens zwei Prozent pro Jahr sein.” Weiger forderte Bundesumweltminister Röttgen auf, ein Energiekonzept ohne jede Laufzeitverlängerung und mit ambitionierten Energieeinsparzielen durchrechnen zu lassen. Gemeinsam mit dem Heidelberger ifeu-Institut für Energie- und Umweltforschung legte der BUND ein Maßnahmenpaket für mehr Stromeffizienz vor. Die mit Effizienzmaßnahmen bis 2020 erreichbare Reduzierung des Stromverbrauchs in Deutschland entspreche der Jahresproduktion von mindestens sechs Atomkraftwerken, rechnete Martin Pehnt vom ifeu-Institut vor. Kern des Energiekonzepts der Bundesregierung müsse deshalb die Einrichtung eines Stromsparfonds mit einem jährlichen Volumen von mindestens 300 Millionen Euro sein. Speisen lasse sich der Fonds mit den Einnahmen aus dem CO2-Zertifikate-Handel und mit der Erhebung eines „Effizienz-Zehntel-Cents” auf jede Kilowattstunde Strom. Unter http://bit.ly/bxj1xq steht das BUND-Hintergrundpapier “Kein Energiekonzept ohne Energieeffizienz” zum Abruf bereit.
Schlagworte:Energieeffizienz, Energiekonzept, Stromsparfonds
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Donnerstag, 24. Juni 2010
Das für den Herbst angekündigte Energiekonzept muss nach Meinung des BDI eine wettbewerbsfähige Energieversorgung sowie Planungs- und Investitionssicherheit garantieren. „Das Energie- und Klimakonzept muss die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie stärken, einen technologieoffenen Energiemix zum Ziel haben und die Planungs- und Investitionssicherheit für die Unternehmen verbessern”, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf in Berlin. „Für eine verlässliche, bezahlbare und klimagerechte Energieversorgung ist nur ein breiter, technologieoffener Energiemix zukunftskompatibel. Mittelfristig gehört dazu auch die Nutzung der Kernenergie als Brückentechnologie.” Mit den geplanten Änderungen der Ökosteuer und der neuen Brennelementesteuer gefährdet die Bundesregierung nach Auffassung der Industrie Investitionen. „Bei der Ökosteuer tragen wir mit, dass die Politik gegen Mitnahmeeffekte vorgeht”, so Schnappauf. „Dies darf nicht ins Fleisch der energieintensiven Industrie schneiden. Das kostet Wachstum und Jobs und setzt unsere Vorreiterrolle beim Klimaschutz aufs Spiel.” Christopher W. Grünewald, Vorsitzender des BDI-Energie- und Klimaausschusses, betonte: „Höhere Steuern gefährden die Industrien, die den Aufschwung tragen sollen. Noch ist der Aufschwung nicht selbsttragend. Neue Steuer lehnen wir daher strikt ab.”
Schlagworte:Brennelementesteuer, Energiekonzept, Energiesteuer, Ökosteuer
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Mittwoch, 23. Juni 2010
Eine Vollversorgung auf Grundlage erneuerbarer Energien kann in Deutschland bis Mitte des Jahrhunderts erreicht werden. Das zeigt eine Studie des ForschungsVerbunds Erneuerbare Energien (FVEE), die Bundesumweltminister Norbert Röttgen übergeben wurde. Danach liegen die Kosten für das nachhaltige Energiesystem langfristig unter denen von herkömmlichen Alternativen. „Wenn wir unsere Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien erreichen wollen, dürfen wir an Zukunftsinvestitionen nicht sparen”, so Röttgen dazu. „Wir müssen die Forschung verstärken und die Netze ausbauen. Die Studie belegt, wie sich diese Investitions- und Entwicklungskosten langfristig lohnen, weil die Energieträger günstiger werden.” Röttgen zufolge werden die Ergebnisse der Studie (www.fvee.de) in die Arbeiten zum Energiekonzept der Bundesregierung einfließen.
Schlagworte:Energiekonzept, nachhaltiges Energiesystem
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Dienstag, 22. Juni 2010
In Deutschlands Industrie und im kommerziellen Gebäudesektor liegen beträchtliche Energieeinspar- und CO2-Minderungspotenziale brach. Rund 300.000 feuerungstechnische Anlagen sind laut dem Bundesindustrieverband Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) derzeit in diesem Segment im Einsatz, 80 Prozent davon sind älter als zehn Jahre und entsprechend nicht dem Stand der Technik. Zwar habe der CO2-Ausstoß in Deutschland durch die Förderung von Investitionen in den energieeffizienten Neubau und die energetische Gebäudesanierung bereits um rund 3,2 Millionen Tonnen gesenkt werden können, mit entsprechenden Maßnahmen wären jedoch allein im industriellen Sektor und bei Großgebäuden mit 100 bis 36.000 kW Feuerungswärmeleistung fünfmal so hohe Reduktionen zu erzielen. Durch moderne Brenner und Kessel ließe sich der CO2-Ausstoß um 16,3 Millionen Tonnen senken. Der Einsatz von Bioöl und die Einbindung von Biogas in die Gasversorgung würden sich zusätzlich positiv auf die CO2-Bilanz auswirken: Jeweils fünf Prozent der beiden Biokomponenten reichten aus, um bis zu weitere acht Millionen Tonnen CO2 einzusparen. Die potenziellen Investoren zeigen sich laut BDH in Sachen Modernisierung allerdings zurückhaltend. Häufig fehle das Wissen über die relativ kurzen Amortisationszeiten sowie über die verschiedenen technisch-ökonomischen Optionen. Mangelnde Abschreibungsmöglichkeiten machten eine Investition in energetische Anlagen für viele zusätzlich unattraktiv. BDH-Hauptgeschäftsführer Andreas Lücke: „Hier ist es dringend erforderlich, zielgerichtet Aufklärungsarbeit zu betreiben und mit optimierten Rahmenbedingungen sowie wirksamen Förderprogrammen weitere Anreize zu schaffen.”
Schlagworte:Prozesswärme, Raumwärme
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