Archiv für April 2010
Freitag, 30. April 2010
Die Energieversorgung in Deutschland wird zunehmend zur Familienangelegenheit, berichtet der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) zum Auftakt der „Woche der Sonne” mit bundesweit rund 3.000 Veranstaltungen. Bundesbürger hätten im vergangenen Jahr annähernd 6,22 Milliarden Euro allein in die Solarenergie investiert, die vier großen Energieversorger zusammen hätten dagegen für Kraftwerksneu- und -ausbau lediglich 4,28 Milliarden Euro aufgewendet. „Familien denken an die Zukunft. Sie haben verstanden, dass wir eine dezentrale, unerschöpfliche und umweltfreundliche Energieversorgung brauchen. Die hohe Beliebtheit allein der Sonnenenergie zeigt, dass die Bevölkerung bereits heute in großem Stil auf saubere Technologien setzt”, so Carsten Körnig, Geschäftsführer des BSW-Solar. Damit die Investitionsbereitschaft der Bürger weiter anhält und sich auch positiv auf die deutsche Solarbranche auswirkt, bleiben nach Auffassung des BSW-Solar noch für wenige Jahre attraktive und verlässliche Förderbedingungen unverzichtbar. Diese würden jedoch gegenwärtig durch die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) für Solarstrom und den Haushaltsstopp für das Marktanreizprogramm (MAP) für erneuerbare Wärme in Frage gestellt. Dies, so Körnig, sei aufgrund des harten internationalen Wettbewerbs um die Solarenergie als einen der größten Wachstumsmärkte industriepolitisch höchst fragwürdig.
Schlagworte:Photovoltaik, Solarthermie
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Donnerstag, 29. April 2010
Die KfW Entwicklungsbank wird den Clean Technology Fund der Weltbank mit einem aus Bundesmitteln zinsverbilligten Darlehen in Höhe von 500 Millionen Euro ausstatten. Auftraggeber ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Der Fonds für saubere Technologien zielt darauf ab, die Treibhausgasemissionen in Entwicklungs- und Schwellenländern breitenwirksam zu mindern. Bundesminister Dirk Niebel: „Wir dürfen mit Klimaschutz nicht auf ein neues Klimaabkommen warten, sondern müssen jetzt handeln. Mit dem Clean Technology Fund fördern wir die Entwicklungs- und Schwellenländer, die rasch und pragmatisch Anstrengungen zur Verringerung von Treibhausgasemissionen unternehmen wollen. Der Clean Technology Fund zeigt beispielhaft, dass bei entschlossenem Handeln schnell positive Klimawirkungen erreicht werden können.” Laut KfW haben die Industrieländer bisher Beiträge in Höhe von 4,4 Milliarden US-Dollar zugesagt. Deutschland sei nach Japan und den USA der drittgrößte Geber. Die Mittel würden von den regionalen Entwicklungsbanken abgerufen, mit eigenen Mitteln sowie Drittmitteln angereichert und an die Endkreditnehmer ausgereicht. Bisher seien 13 Investitionspläne in Entwicklungs- und Schwellenländern genehmigt. Zu diesen Ländern zählten unter anderem Ägypten, Südafrika, Indonesien, Kolumbien, Philippinen, Marokko, Thailand, Türkei und Mexiko.
Schlagworte:Clean Technology Fund
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Donnerstag, 29. April 2010
Gemeinsam mit E.ON und Hitachi Power Eurpe hat ThyssenKrupp VDM einen neuen Werkstoff entwickelt, der nach erfolgreicher Testphase ein wesentlicher Baustein für die Konstruktion fortschrittlicher 700-Grad-Kraftwerke sein kann. Mit dieser neuen Technologie könnte die Effizienz von Kohlekraftwerken durch eine Erhöhung der Dampftemperatur im Kessel und der Turbine von 600 Grad bei einem Druck von 250 bar auf rund 700 Grad Celsius bei 350 bar weiter verbessert werden. Das soll der Sonderstahl auf Nickelbasis ermöglichen. „Wir gehen davon aus, dass sich die positiven Eigenschaften des Alloy 617 B occ in den Tests bestätigen werden und wir diesen Werkstoff bald vermarkten können”, so Jutta Klöwer, Leiterin Forschung und Entwicklung bei ThyssenKrupp VDM. „Damit sind wir dem Ziel, effizientere und CO2-arme Kraftwerke zu bauen, mit denen ein wesentlicher Beitrag zum Umweltschutz geleistet wird, erheblich näher gekommen.” Auch Helmut Tschaffon, Leiter 700-Grad-F&E-Aktivitäten bei E.ON Energie, ist überzeugt, dass aufgrund dieser Entwicklung mit dem Bau von 700-Grad-Kraftwerken im Laufe dieses Jahrzehnts begonnen werden kann.
Schlagworte:700-Grad-Kraftwerke, Kraftwerke
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Donnerstag, 29. April 2010
„Heizungs-Oldtimer” sind in deutschen Heizungskellern keine Seltenheit. Die Vereinigung der deutschen Zentralheizungswirtschaft (VdZ) hat im Rahmen ihrer aktuellen GfK-Umfrage „Modernisierungsbarometer für Hausbesitzer 2010″ 500 Hausbesitzer in Deutschland befragen lassen, ob sie in den letzten drei Jahren Modernisierungsarbeiten an ihrer Heizungsanlage durchführen ließen. Das Ergebnis: 76 Prozent wurden nicht aktiv, obwohl knapp jeder Dritte eine Anlage älter als 15 Jahre im Keller stehen hat. Die Begründung scheint laut VdZ recht einfach: Die Anlage funktioniere ja noch einwandfrei, hätten 96 Prozent als Grund angegeben. Diejenigen, die jedoch modernisiert haben, nutzten vorzugsweise Erneuerbare Energien. So habe jeder Dritte angegeben, seine alte Heizungsanlage gegen energieeffiziente Brennwerttechnik in Kombination mit Solarthermie ausgetauscht zu haben. Auch andere regenerative Heizungslösungen wie die Wärmepumpe (18 %) oder eine Holzpellet-Anlage (10 %) hätten Hausbesitzer zunehmend installieren lassen. Weitere Informationen im Internet unter www.intelligent-heizen.info.
Schlagworte:Brennwerttechnik, Holzpellets, Raumwärme, Solarthermie, Wärmepumpe
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Donnerstag, 29. April 2010
Die deutsche Gaswirtschaft bündelt ihre Aktivitäten für die strategische Entwicklung von Erdgas als Kraftstoff in der erdgas mobil GmbH. „Die langfristige Einführung einer strategischen Kraftstoffalternative wie Erdgas und Bio-Erdgas ist eine komplexe Aufgabe, bei der sich Marktentwicklung und Infrastrukturausbau nicht trennen lassen. Durch die Zusammenführung sind wir nun schlagkräftig mit einer Stimme in beiden Bereichen bereit, Erdgas und Bio-Erdgas als Kraftstoffe in den Markt einzuführen”, so Timm Kehler, zuständig für Marktentwicklung und Markenführung. Neben dem Aufbau der neuen Marke „Erdgas - Natürlich mobil” wird nach Angaben von Olaf Rumberg, der für die Infrastrukturentwicklung verantwortlich zeichnet, auch der Erdgastankstellenbau weiter belebt. „Unser Ziel ist nicht nur der qualitative, sondern vor allem auch der quantitative Ausbau. Erdgas muss an den Top-Standorten erhältlich sein. In den kommenden Monaten werden wir fast wöchentlich eine neue Zapfsäule in Betrieb nehmen.”
Schlagworte:Bio-Erdgas, Erdgastankstellen
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Donnerstag, 29. April 2010
Das Geschäft mit Energiedienstleistungen hat angezogen, berichtet der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK). Im vergangenen Jahr hätten nach jüngsten Erhebungen 4.000 geschulte Fachbetriebe mit dem standardisierten Heizungs-Check zur Ermittlung des energetischen Zustands von Heizungsanlagen mehr als zehn Prozent der Heizkesselverkäufe angestoßen. Verbandspräsident Manfred Stather: „Der Austausch von rund 67.000 Heizkesseln im Jahr 2009 geht bei insgesamt 638.000 installierten Wärmeerzeugern auf die Ergebnisse unseres Heizungs-Checks zurück.”
Schlagworte:Energiedienstleistungen, Heizungs-Check, Raumwärme
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Dienstag, 27. April 2010
„Um neuen Schwung in die Verhandlungen über ein globales Klimaschutzabkommen zu bringen, bedarf es einer wirkungsvollen und gerechten Strategie”, so Lutz Wicke, Direktor des Instituts für Umweltmanagement an der Wirtschaftshochschule ESCP Europe. Diese müsste die Interessen aller Länder gleichermaßen berücksichtigen. Gemeinsam mit Hans Joachim Schellnhuber und Daniel Klingenfeld vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) legte Wicke die „2omax-Klimastrategie” vor. Aufbauend auf dem „Budgetansatz” des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung für globale Umweltveränderungen (WBGU) zeigen sie, wie das Ziel der Kopenhagen-Vereinbarung erreicht werden kann, die globale Erwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Zunächst gelte es, Konstruktionsmängel des Kyoto-Protokolls zu überwinden. So reichten Selbstverpflichtungen der Länder, ihre Emissionen von Treibhausgasen zu senken, nicht aus, um ambitionierten Klimaschutz umzusetzen. „Das Schema Klimabasar - jeder gibt so wenig, wie er kann - hat die Verhandlungen in eine Sackgasse geführt”, so Schellnhuber. Die Autoren fordern, dass die Emissionsbegrenzung nicht national, sondern global definiert und über ein „Peak and Trade”-Emissionshandelssystem umgesetzt wird. Die erste weltweit verbindliche Höchstemissionsgrenze - der „Peak” - von beispielsweise 35 Milliarden Tonnen Kohlendioxid im Jahr 2015 müsste zur Erreichung des vereinbarten maximal plus Zwei-Grad-Ziels in den folgenden Jahren stufenweise reduziert werden. Gleichmäßig auf die Weltbevölkerung von 6,9 Milliarden Menschen im Basisjahr 2010 verteilt, ergäben sich Emissionsrechte von zunächst rund fünf Tonnen CO2 pro Kopf. „Das Verteilungsprinzip ´one human, one emissions right`, wie es auch dem Budgetansatz des WBGU zugrunde liegt, ist Voraussetzung dafür, die Entwicklungsländer fair und aktiv einzubinden.” Für diese Länder ergäbe sich daraus der große ökonomische Anreiz, bei nachhaltiger klimafreundlicher Entwicklung dauerhaft nicht benötigte Überschussemissionsrechte verkaufen zu können. Weitere Informationen unter www.pik-potsdam.de.
Schlagworte:Emissionshandel, Emissionsrechte, Zwei-Grad-Ziel
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Dienstag, 27. April 2010
Klimaschutz braucht Engagement. Deshalb sucht die Gasag im Rahmen eines Zukunftswettbewerbs innovative Berliner Klimaschutz-Projekte und zeichnet besonderes Engagement im Bereich Energiesparen und Umweltschutz mit Prämien im Gesamtwert von 15.000 Euro aus. Bewerben können sich Berliner Bauherren, Architekten und Planer mit neu errichteten oder modernisierten Objekten, die mit innovativer Erdgas-Technologie ausgestattet sind (Architektur & Klima), Handwerker mit individuellen Ideen zur Absatzförderung von effizienten umwelt- und klimaschonenden Erdgas-Technologien (Handwerk & Umwelt) sowie Studierende und Auszubildende, die sich konzeptionell mit dem Thema Umwelt- und Klimaschutz beschäftigen (Bildung & Innovation). Weitere Informationen unter www.gasag-zukunftswettbewerb.de.
Schlagworte:Erdgas-Technologien, Klimaschutzprojekte
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Dienstag, 27. April 2010
Im Rahmen einer Festveranstaltung in Norddeich wurde Deutschlands erster Offshore-Windpark eröffnet. Alpha ventus wurde 45 Kilometer vor der Küste der Insel Borkum errichtet. Das Konsortium aus EWE, E.ON und Vattenfall Europe hat dazu 250 Millionen Euro investiert. Neben der reinen Stromerzeugung dient alpha ventus auch als Testfeld für Forschungsprojekte in Sachen Naturschutz, die vom Bundesumweltministerium gefördert werden. „Die Nutzung der Windenergie wird die zentrale Rolle im Energiemix der Zukunft spielen”, sagte Bundesumweltminister Norbert Röttgen. „Offshore-Windparks sind dabei eine entscheidende Größe. Unser Ziel ist eine installierte Offshore-Leistung von 25.000 Megawatt bis zum Jahr 2030. Alpha ventus ist der Anfang, ist die Pionierarbeit, die uns das Tor ins Zeitalter der Erneuerbaren weit öffnet. Investoren, Anlagenhersteller und Netzbetreiber sind mit diesem Testfeld ein hohes Risiko eingegangen. Das nicht nachlassende Engagement, die Beharrlichkeit und Kreativität haben sich gelohnt: Die beim Bau von alpha ventus gesammelten Erfahrungen werden allen künftigen Offshore-Windparks zugute kommen.”
Schlagworte:Alpha Ventus, Offshore-Windpark
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Montag, 26. April 2010
Deutschen Forschern ist es gelungen, Strom aus erneuerbaren Energien als Erdgas zu speichern. „Bisher haben wir Gas in Strom umgewandelt. Jetzt denken wir auch in die andere Richtung und wandeln Strom in synthetisches Erdgas um. So können Überschüsse von Wind- und Sonnenenergie gespeichert werden”, so Michael Sterner vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemstechnik (IWES). Das Verfahren wurde gemeinsam mit dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) entwickelt. Derzeit bereitet das österreichische Partnerunternehmen Solar Fuel Technology die industrielle Umsetzung vor. Eine Demonstrationsanlage läuft bereits erfolgreich. Ab 2012 soll eine Anlage mit rund zehn Megawatt Leistung entstehen. „Unsere Stuttgarter Demonstrationsanlage spaltet aus überschüssigem erneuerbaren Strom Wasser per Elektrolyse. Dabei entsteht Wasserstoff und Sauerstoff”, erklärt Michael Specht vom ZSW. „Durch eine chemische Reaktion des Wasserstoffs mit Kohlendioxid entsteht dann Methan - und das ist nichts anderes als Erdgas, nur synthetisch erzeugt.” Der Wirkungsgrad bei der Umwandlung von Strom zu Erdgas betrage über 60 Prozent. „Das ist unserer Meinung nach definitiv besser als ein vollständiger Verlust.” Das Erdgassubstitut könne wie herkömmliches Erdgas in Versorgungsnetz, Pipelines und Speicher eingespeist werden, um dann Erdgasautos anzutreiben oder Erdgasheizungen anzufeuern. Sterner: „Das neue Konzept ist ein wesentlicher Baustein für die Integration erneuerbarer Energien in ein nachhaltiges Energiesystem.”
Schlagworte:Ökostrom-Speicherung, Synthetisches Erdgas
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