Archiv für August 2009

NRW bewirbt sich um führende Rolle bei EU-Energieforschung

Montag, 31. August 2009

Die besten Energieforscher und einige der großen Industriekonzerne Nordrhein-Westfalens bewerben sich gemeinsam bei der EU darum, europäisches Innovationszentrum für die Energiewirtschaft zu werden. Es soll eines von drei Teilen des neuen Europäischen Technologie-Instituts (EIT) werden und mit einem Jahresbudget von 100 Millionen Euro im kommenden Jahr seine Arbeit aufnehmen. Die EU will im Dezember über den Standort entscheiden. Konsortialführer des NRW-Antrags ist Energy Hills e.V., ein von Wirtschafts- und Wissenschaftsvertretern der Region Aachen-Jülich gegründeter Verein. Beteiligt sind Universität und Fachhochschule Aachen, das Forschungszentrum Jülich, die Universität Dortmund, drei Fraunhofer-Institute und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie. Neben den großen Konzernen Bayer, E.ON und Thyssen-Krupp sind auch zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen eingebunden. „Der Antrag bringt alle starken Kräfte Nordrhein-Westfalens zusammen”, so Innovationsminister Pinkwart, der das Vorhaben unterstützt. „Ich habe durchaus Hoffnung, dass wir gegen die Wettbewerber bestehen können.”

RWE bündelt Kraftwerksneubau

Montag, 31. August 2009

Die RWE AG will eine neue Gesellschaft gründen, die den Neubau von Kraftwerken im RWE-Konzern längerübergreifend verantworten soll. Die RWE Technology GmbH soll zum 1. Januar 2010 an den Start gehen und von Matthias Hartung geleitet werden. „Wir bündeln unser großes Know-how im Neubaugeschäft in einer Gesellschaft und erreichen dadurch eine noch bessere technische und wirtschaftliche Optimierung der Milliardeninvestitionen in unsere Großprojekte”, so Vorstand Ulrich Jobs. Außerdem treten wir gegenüber unseren Lieferanten einheitlich auf - das sind ganz wesentliche Pluspunkte der neuen Gesellschaft. Neue Projekte orientieren sich künftig konzernweit an einheitlichen technischen Standards. Auch das macht vieles einfacher.”

E.ON nimmt in Schweden KWK-Anlage in Betrieb

Montag, 31. August 2009

E.ON hat im schwedischen Malmö mit Investitionen von 300 Millionen Euro ein hochmodernes Gaskraftwerk mit einer Leistung von 440 Megawatt in Betrieb genommen. Das Kraftwerk Öresundverket, das sowohl Strom als auch Wärme für die Fernwärmeversorgung der Stadt Malmö erzeugt, gehört mit einem Wirkungsgrad von 58 Prozent zu den effizientesten Anlagen in Europa. Bei Vollbetrieb, das heißt bei gleichzeitiger Erzeugung von Strom und Wärme, liegt der Wirkungsgrad nach Angaben von E.ON sogar bei 90 Prozent. Die Anlage, die 40 Prozent des Fernwärmebedarfs der Kommune decken werde, ersetze ältere Kohlekraftwerke und senke so die Kohlendioxidemissionen um eine Million Tonnen pro Jahr.

Gabriel: Keine Renaissance der Atomenergie

Donnerstag, 27. August 2009

Der Anteil der Atomenergie am Energieverbrauch ist weltweit nahezu unbedeutend und nimmt seit mehreren Jahren weiter ab. Die vielfach proklamierten Atom-Ausbauprogramme scheitern an den wirtschaftlichen und technischen Realitäten. Das geht aus dem vom Bundesumweltministerium vorgelegten „Welt-Statusbericht Atomindustrie 2009″ hervor. „Die von den Propagandisten der Atomenergie immer wieder behauptete Renaissance der Atomenergie findet nicht statt, es gibt allenfalls eine Renaissance der Ankündigungen”, so Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. „Die Untersuchung zeigt: weltweit gehen mehr alte Atomkraftwerke vom Netz als neue in Betrieb genommen werden. Verfügbare Ressourcen, Ingenieurleistungen und Kapital reichen nicht einmal aus, den Abwärtstrend aufzuhalten, geschweige denn, die Zahl der Reaktoren zu vergrößern. Alles spricht dafür, aus dieser Technologie auszusteigen und gleichzeitig die erneuerbaren Energien und die Energieeffizienz auszubauen, denn das hat Zukunft.” Der Studie zufolge gab es am 1. August 2009 weltweit 435 betriebene Reaktoren, neun weniger als 2002. Atomkraft macht lediglich ungefähr 5,5 Prozent der weltweit verbrauchten kommerziellen Primärenergie und nur etwa zwei Prozent der weltweit genutzten Endenergie aus. Auf dem Territorium der EU-27 wurden im Jahr 1989 noch 177 Atomreaktoren betrieben, im August 2009 waren es noch 144. Die Studie kann vom Internet unter www.bmu.de heruntergeladen werden.

Greenpeace: Plan B 2050 für den Klimaschutz

Donnerstag, 27. August 2009

Mit einem ambitionierten Klimaschutzprogramm kann Deutschland seinen Ausstoß an Treibhausgasen bis zum Jahr 2050 um mindestens 90 Prozent senken. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Aachener Instituts EUtech im Auftrag von Greenpeace. Nach dem Szenario „Klimaschutz: Plan B 2050 - Energiekonzept für Deutschland” ist eine hundertprozentige Stromversorgung mit erneuerbaren Energien möglich, gleichzeitig kann Deutschland schon im Jahr 2015 aus der Atomkraft aussteigen. „Ein klimaneutrales Deutschland ist keine Vision, sondern kann realisiert werden”, so Andree Böhling, Energieexperte von Greenpeace. „Erneuerbare Energien können zukünftig nur dann den Löwenanteil der Stromversorgung decken, wenn die Laufzeiten der Atomkraftwerke verkürzt und nicht verlängert werden. Großkraftwerke stehen einem hohen Anteil von Wind und Sonne wie ein Bremsklotz im Weg.” Basis sei neben dem konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien eine zielstrebige Verbesserung der Energieeffizienz und eine optimale Brennstoffausnutzung. Einen Neubau von Kohlekraftwerken dürfe es nicht mehr geben, der Ausstieg aus der Kohle sei bis 2040 machbar. Erdgas und Kraft-Wärme-Kopplung dienten als Brückentechnologien bis zur Vollversorgung mit Erneuerbaren. Für Privathaushalte und Wirtschaft rechnet sich der Umbau der Energieversorgung Greenpeace zufolge mit rund zehn Prozent geringeren Stromkosten und gesamtwirtschaftlichen Einsparungen von 35 Milliarden Euro bis 2020. Die Studie findet sich unter www.greenpeace.de.

Gutachten: Netzgesellschaft mit Bundesbeteiligung sinnvoll

Donnerstag, 27. August 2009

Die Zusammenführung der vier Stromübertragungsnetze in eine bundesweite Netzgesellschaft ist volkswirtschaftlich und aus Gründen des Klimaschutzes zu befürworten. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten, das das Bundesumweltministerium in Auftrag gegeben hatte. Danach kann die Gründung einer deutschen Netzgesellschaft das Ziel erreichen, eine effiziente, bundesweit einheitliche Netzstruktur zu schaffen. „Für die Integration von Strom aus erneuerbaren Energien und aus effizienten, neuen Kraftwerken brauchen wir eine moderne und starke Infrastruktur. Es bestehen Zweifel, ob die Unternehmen genug in die Modernisierung und den Ausbau der Netze investieren. Der Staat muss sich mit 25,1 Prozent beteiligen, damit er die Entscheidung über notwendige Investitionen in die Netze beeinflussen kann”, so Matthias Machnig, Staatssekretär im Bundesumweltministerium. Die Gutachter hätten Hemmnisse im Energiewirtschaftsrecht identifiziert, die Investitionen in den Netzausbau und in eine Netzgesellschaft entgegenstünden und Änderungen vorgeschlagen. „Der Staat muss künftig als Miteigentümer dafür sorgen, dass bedarfsgerechte und moderne Stromnetze aufgebaut werden. Denn eine leistungsfähige Energieinfrastruktur ist die Lebensader des Wirtschaftsstandorts Deutschland.” Das Gutachten findet sich unter www.bmu.de/44833.

VKU: Geschäftsmodell der Stadtwerke kommt an

Donnerstag, 27. August 2009

„Beim Vertrauen in Institutionen liegen die Stadtwerke mit 81 Prozent auf Platz 1 und damit sogar vor den Sparkassen. 92 Prozent der Bürgerinnen und Bürger bewerten ihre Stadtwerke als zuverlässig und 91 Prozent sind mit der Gesamtleistung kommunaler Unternehmen zufrieden”, sagte Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), bei der Vorstellung einer TNS Emnid-Umfrage zum Image von Stadtwerken. „Wir sehen uns als integraler Bestandteil der Sozialen Marktwirtschaft. Unser Geschäftsmodell hat eine hohe Akzeptanz.” Das Geschäftsmodell der kommunalen Unternehmen sei gekennzeichnet durch den Gedanken des Citizen Value, wobei die Gewinne der Unternehmen auch wieder der örtlichen Gemeinschaft zugute kämen. Die Umfrage hat laut VKU auch gezeigt, dass das Umweltbewusstsein der Kunden stetig zunimmt und sie von ihren Energieversorgern ein weiter wachsendes Engagement in diesem Bereich wünschen. Bereits heute kämen 80 Prozent des kommunal erzeugten Stroms aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. Und mit Investitionen in Wind, Sonne und Holz leisteten die Stadtwerke einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz.

RWE Dea erschließt Breagh-Gasfeld

Donnerstag, 27. August 2009

Die RWE Dea AG übernimmt eine 70-Prozent-Beteiligung am Breagh-Gasfeld in der südlichen britischen Nordsee und wird dort Betriebsführerin. Die vermuteten Ressourcen machten Breagh und die umgebenden Felder zum derzeit größten unerschlossenen Erdgasfund in der südlichen britischen Nordsee, so das Unternehmen. „Breagh passt optimal zur technischen Kompetenz von RWE Dea bei der Erschließung von Erdgasfeldern. Wir hoffen, gegen Ende 2012 das erste Gas fördern zu können”, so Vorstandsmitglied Thomas Rappuhn. „Die Produktion aus diesem Feld wird wesentlich zu unserer Zielsetzung beitragen, die Produktion von Erdgas und Erdöl in den nächsten Jahren zu verdoppeln.”

Neue Energieeinsparverordnung kommt

Donnerstag, 27. August 2009

Am 1. Oktober 2009 tritt die novellierte Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft. Dann werden die Anforderungen an die energetische Qualität von Neubauten und an die Modernisierung von Altbauten verschärft. Im Vergleich zu der noch gültigen EnEV 2007 soll der Energiebedarf für Heizung und Warmwasser in Wohn- und Nichtwohngebäuden um durchschnittlich 30 Prozent sinken. Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) informiert zur EnEV 2009 unter www.zukunft-haus.info und bei der kostenlosen Energie-Hotline 08000 736 734.

Rege Nachfrage nach CO2-Gebäudesanierung

Donnerstag, 27. August 2009

Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee will die Programme zur CO2-Gebäudesanierung für das laufende Jahr um 750 Millionen Euro aufstocken und hat dafür bereits Grünes Licht vom Haushaltsausschuss erhalten. Grund sei, dass die Nachfrage privater Bauherren nach staatlicher Förderung für Investitionen in die Energieeffizienz von Gebäuden in diesem Jahr noch höher als im bereits sehr nachfragestarken Vorjahr ausfalle. Mit der Aufstockung würden noch dieses Jahres private Investitionen für Neubau energieeffizienter Gebäude und energetische Sanierungen in einer Höhe von insgesamt über sechs Milliarden Euro ermöglicht. „Mit der Aufstockung erreichen wir schnell und unbürokratisch, dass noch dieses Jahr gebaut und saniert wird. Das gibt der Bauwirtschaft die dringend notwendigen Aufträge, um Arbeitsplätze zu erhalten. Das Geld kommt genau dort an, wo es gebraucht wird: bei den kleinen, örtlichen Unternehmen und Handwerksbetrieben”, sagte Tiefensee. Der CO2-Ausstoß in Deutschland konnte nach Angaben des Ministeriums seit 2006 durch die geförderten Investitionen an Wohngebäuden jährlich um rund 3,2 Millionen Tonnen reduziert werden. In diesem Zeitraum wurden rund 1,1 Millionen Wohnungen auf einen hohen energetischen Standard gebracht oder neu gebaut. Die Entlastung bei den Heizkosten summiert sich dadurch inzwischen auf fast 1,1 Milliarden Euro. Bis zu 220.000 Arbeitsplätze konnten durch die Baumaßnahmen geschaffen oder gesichert werden. Weitere Informationen unter www.energie-fuer-morgen.de.