Archiv für Juli 2009
Freitag, 31. Juli 2009
Im Zuge des Klimawandels ist in Zukunft mit zunehmenden Kraftwerksausfällen in Europa zu rechnen. Hitze- und Trockenperioden in den Sommermonaten werden dafür sorgen, dass insbesondere Atomkraftwerke häufiger ihre Stromerzeugung drosseln müssen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage unter rund 200 Energiemarktexperten aus Wissenschaft und Praxis, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Rahmen des ZEW Energiemarktbarometers durchgeführt hat. Danach gehen 30 Prozent der befragten Experten davon aus, dass es in Europa aufgrund des Klimawandels in den nächsten 30 bis 40 Jahren viel häufiger als heute zu vorübergehenden Ausfällen bei der Produktion von Atomstrom kommen wird, 44 Prozent erwarten, dass die hitzebedingten Leistungsrückgänge etwas häufiger auftreten werden. Nicht einig sind sich die Experten allerdings laut ZEW, wie sich die zunehmenden Ausfälle in Atomkraftwerken auf die Versorgungssicherheit für die Stromkunden auswirken. Die unterschiedliche Einschätzung der Experten gehe wahrscheinlich auf Unsicherheiten in der Entwicklung des Energiesektors zurück. Hier spielten der Zeitpunkt des Ausstiegs aus der Atomenergie, der Bau moderner Kraftwerke, der Ausbau regenerativer Energie sowie das Potenzial zukünftiger Energieeinsparungen eine Rolle. Auch in Kohlekraftwerken werde Wasser zur Kühlung eingesetzt und in Wasserkraftwerken treibe es direkt die Turbinen zur Stromerzeugung an. Die Mehrheit der Befragten rechne auch für Kohle- und Wasserkraft mit vermehrten Kraftwerksausfällen, jedoch werde der Einfluss des Klimawandels etwas geringer eingeschätzt als für die Nuklearenergie.
Schlagworte:Klimawandel, Kraftwerke
Veröffentlicht in Energiewirtschaft, Kernenergie, Strom | Keine Kommentare »
Freitag, 31. Juli 2009
„Die weltweite Bedeutung der Kohle für die Stromversorgung wird weiter zunehmen. Gleichzeitig wurden ambitionierte Ziele zur Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen vereinbart. Deshalb gehen wir vorweg in Praxis und Theorie: Wir treiben Verfahren wie die CO2-Wäsche ebenso voran wie den Austausch renommierter Experten, um die Kohleverstromung klimafreundlicher und damit zukunftsfest zu machen”, sagte Johannes Lambertz, Vorstandsvorsitzender der RWE Power, anlässlich eines Symposiums in Neuss. Vertreter von RWE Power, Linde und BASF präsentierten Deutschlands erste Anlage zur CO2-Rauchgasreinigung, die demnächst im Innovationszentrum Kohle von RWE Power im Rheinischen Revier in Betrieb gehen soll. Ziel der internationalen Forschung ist es, die Abscheidung und Lagerung von CO2 (Carbon Capture and Storage CCS) für fossil gefeuerte Kraftwerke bis 2020 zur kommerziellen Einsatzreife zu bringen. Damit könnten 90 Prozent des Kohlendioxids eines Kraftwerks abgetrennt und anschließend in unterirdischen Speichern gelagert werden. Lambertz betonte: „Die Testphase für CCS hat zwar gerade erst begonnen. In ihr stecken aber enorme Potenziale - für den Klimaschutz, aber auch für Anlagenbauer und Chemieproduzenten. Um die Technologie einsatzreif zu bekommen, brauchen wir eine deutliche finanzielle und politische Unterstützung.” Das Thema CCS müsse nach der Bundestagswahl ganz oben auf die politische Tagesordnung kommen. „Dazu gehört, dass wir sehr schnell ein gutes CCS-Gesetz bekommen.”
Schlagworte:CCS-Gesetz, CO2-Abscheidung
Veröffentlicht in Forschung & Entwicklung, Klimaschutz, Strom | Keine Kommentare »
Freitag, 31. Juli 2009
Asynchron-Drehstrommotoren verursachen in Industrie und Gewerbe den Großteil des Stromverbrauchs von Elektromotoren. Der Ökodesign-Regelungsausschuss für Elektromotoren für die EU-Mitgliedsstaaten hat jetzt Mindestanforderungen für Energieeffizienz für den Leistungsbereich 0,75 bis 375 Kilowatt veröffentlicht, die ab Juni 2011 gelten. Laut dem Umweltbundesamt (UBA) ließen sich EU-weit mit effizienteren Elektromotoren bis zum Jahr 2020 voraussichtlich 135 Milliarden Kilowattstunden und 63 Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen. „Das rechnet sich auch für Deutschland”, so UBA-Vizepräsident Thomas Holzmann. „Denn allein in Deutschland können so bis zum Jahr 2020 circa 27 Milliarden Kilowattstunden Strom weniger verbraucht und damit rund 16 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden. Zum Vergleich: Wir könnten auf den Bau von acht Großkraftwerken mit einer elektrischen Leistung von je 700 Megawatt verzichten.”
Schlagworte:Elektromotoren, Energieeffizienz
Veröffentlicht in Energieeffizienz, Strom | Keine Kommentare »
Freitag, 31. Juli 2009
Mit neuen Lampen und neuer Technik hat die Stadt Dormagen ihre Stromkosten für die Straßenbeleuchtung um 44 Prozent gesenkt. Für rund 670.000 Euro wurde die Beleuchtung mit Hilfe eines Contracting-Modells saniert. Das Ergebnis nach einem Jahr: Der Verbrauch sank um 1,4 Millionen Kilowattstunden, die Stromrechnung wurde um über 300.000 Euro pro Jahr reduziert. „Die Beleuchtung ist ein Paradebeispiel für die Veränderungen der technischen Rahmenbedingungen. Der Sanierungsbedarf in praktisch allen Bereichen der Beleuchtung ist immens”, so Norbert Hüttenhölscher, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW, die die Stadt Dormagen bei dem Projekt begleitet hat. Nach Schätzungen des Fachverbandes Elektroleuchten und Elektrische Lampen werde in 50 Prozent der deutschen Kommunen noch Straßenbeleuchtung betrieben, die auf dem technischen Stand der 1960er Jahre seien. Nur drei Prozent der Effizienz-„Oldtimer” würden jährlich ersetzt. Das deutschlandweite Einsparpotenzial werde auf 2,7 Milliarden Kilowattstunden bzw. rund 400 Millionen Euro geschätzt. Das Bundesumweltministerium fördert mit dem Programm „Klimaschutztechnologien bei der Stromnutzung” die Sanierung der kommunalen Straßenbeleuchtung.
Schlagworte:Beleuchtung
Veröffentlicht in Energieeffizienz, Energiesparen, Strom | Keine Kommentare »
Freitag, 31. Juli 2009
GDF SUEZ und E.ON habe sich auf den Tausch von rund 1.700 Megawatt Erzeugungskapazität geeinigt. Die zur GDF SUEZ Gruppe gehörende Electrabel erwirbt von E.ON 860 Megawatt aus konventioneller Erzeugung sowie 132 Megawatt aus Wasserkraft. Weiterhin wird Electrabel Strombezüge aus einer Kapazität von insgesamt 700 Megawatt aus Kernkraftwerken in Deutschland erhalten. E.ON wiederum wird von Electrabel das Kohle- und Biomasse-Kraftwerk im belgischen Langerlo mit 556 Megawatt, das Gaskraftwerk Vilvoorde mit 385 Megawatt sowie Strombezüge aus Kernkraftwerken mit Lieferpunkten in Belgien und den Niederlanden aus einer Kapazität von insgesamt 770 Megawatt erwerben. „Der erfolgreiche Tausch mit Electrabel ist ein weiterer großer Schritt zur Erfüllung der gegenüber der EU-Kommission eingegangenen Verpflichtung zur Reduzierung unserer Erzeugungskapazität in Deutschland”, so E.ON-Chef Wulf Bernotat. „Er trägt zu einer Bereicherung der Wettbewerbslandschaft in Deutschland, in Belgien und damit zu einer weiteren Belebung des Wettbewerbs in Gesamteuropa bei. Für E.ON bedeutet der Tausch mit Electrabel zugleich den erfolgreichen Einstieg in den belgischen Stromerzeugungsmarkt. Mit einem Marktanteil von neun Prozent sind wir auf Anhieb die Nr. 3 in Belgien.” Gérard Mestrallet, Vorstandschef der GDF SUEZ: „In Deutschland verfügen wir nunmehr über 2.000 Megawatt an Erzeugungskapazität und stärken so unsere nachhaltige und ausgewogene Position in der Erzeugung und im Vertrieb. Mit dem neuen 800 Megawatt-Kohlekraftwerk in Wilhelmshaven, das 2012 in Betrieb gehen soll, bauen wir dann unser Erzeugungsportfolio weiter aus.”
Schlagworte:EU-Energiebinnenmarkt, Strommarkt
Veröffentlicht in Energiewirtschaft, Strom, Wettbewerb | Keine Kommentare »
Freitag, 31. Juli 2009
Zur Senkung der Heizkosten stehen dem Gebäudeeigentümer verschiedene Maßnahmen zur Verfügung: Die Dämmung von Wänden und Dächern, der Austausch von Fenstern oder die Nutzung erneuerbarer Energien wie etwa Solarthermie oder Bioerdgas. Die wirksamste Maßnahme zur langfristigen Reduzierung der Heizkosten besteht jedoch laut der ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch im Austausch veralteter Heizkessel. Im Sanierungsfall könne der Nutzer mit dem Einsatz moderner Heizsysteme im Vergleich zu anderen Energiesparmaßnahmen die kürzesten Amortisationszeiten erreichen. Dabei biete ein Brennwertkessel in Kombination mit einer Sonnenkollektoranlage zur Unterstützung der Warmwasserbereitung nach einer Erhebung des Instituts für Technische Gebäudeausrüstung Dresden Einsparpotenziale bis zu 50 Prozent. Die ASUE empfiehlt hierbei den Einsatz von Erdgas als Brennstoff, da bei dessen Verbrennung im Vergleich zu allen anderen fossilen Energieträgern die geringste Menge des Treibhausgases Kohlendioxid entsteht. Informationen zu Fördermöglichkeiten finden sich unter www.bafa.de und www.kfw.de.
Schlagworte:Brennwerttechnik, Energetische Sanierung, Wärmemarkt
Veröffentlicht in Energieeffizienz, Energiesparen, Erdgas, Erneuerbare Energien, Klimaschutz | Keine Kommentare »
Mittwoch, 29. Juli 2009
In der Nordsee ist jetzt ein weiterer Windpark genehmigt worden. Gode Wind II soll rund 32 Kilometer nördlich von Norderney und knapp 40 Kilometer nordwestlich von Langeoog entstehen. Mit 500 Millionen Euro Investitionsvolumen will die PNE Gode Wind II GmbH aus Cuxhaven insgesamt 80 Windenergieanlagen mit einer Leistung von drei bis fünf Megawatt errichten. „Mit Offshore-Windenergieanlagen schaffen wir Raum für mehr alternative und regenerative Energien”, so Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee. „Wir stärken damit die heimische Energieversorgung und schaffen mehr Unabhängigkeit von Importen fossiler Energien. Wir fördern neue Arbeitsplätze in zukunftsträchtigen, neuen Industrien. Mit der jetzt genehmigten Anlage Gode Wind II können 22 Windparks sofort gebaut werden. Ich appelliere an die Unternehmen der Windenergiebranche, im Interesse des Klimaschutzes zu handeln und den Bau der Anlagen zügig voranzubringen.” Von den 22 genehmigten Offshore-Windparks sollen 19 in der Nordsee und drei in der Ostsee errichtet werden.
Schlagworte:Offshore-Windparks
Veröffentlicht in Erneuerbare Energien, Klimaschutz | Keine Kommentare »
Mittwoch, 29. Juli 2009
Die Münsteraner agri.capital GmbH hat die Biogasanlage im niedersächsischen Lüchow auf Bioerdgas-Einspeisung umgestellt. Das Biomethan wird jetzt in das Erdgasnetz der E.ON Avacon eingespeist. „Der Umbau zur Biomethan-Einspeisung bietet uns eine attraktive Alternative, um Biogasanlagen auf eine neue wirtschaftliche Grundlage zu stellen”, so Geschäftsführer Bernd Hugenroth. „Das gilt in erster Linie für Anlagen ohne ein nachhaltiges Wärmekonzept, aber auch für Anlagen, die nach der EEG-Novellierung schlechter gestellt sind als vorher.” agri.capital hat die Anlage im Herbst 2007 von 70 Landwirten übernommen. „Die Umstellung der Anlage auf eine Biomethan-Einspeisung ist eines der ersten Projekte dieser Art und hat Modellcharakter für ein Repowering vieler Biogasanlagen in Deutschland”, meint Fred-Gunter Bade, bisheriger Geschäftsführer der Biogasanlage und heute Sprecher der Liefergemeinschaft. „Die neue Konstellation ist für uns als Landwirte weitaus komfortabler, da wir nicht mehr das finanzielle und unternehmerische Risiko der Anlage tragen müssen.” agri.capital hat rund drei Millionen Euro in die nun installierte Aufbereitungsanlage sowie in die Herstellung des Netzanschlusses investiert. Die bis Ende 2009 produzierte Gasmenge wird an die bmp greengas GmbH aus München verkauft, die das Bioerdgas bundesweit über eine Handelsplattform vermarktet. Bei agri.capital laufen bereits Planungen, weitere Biogasanlagen auf Biomethan-Einspeisung umzubauen. „In diesem Bereich sehen wir großes Wachstumspotenzial für unsere Unternehmen”, so Hugenroth. „Von allen Seiten bekommen wir derzeit Anlagen und Projekte angeboten.”
Schlagworte:Biogaseinspeisung
Veröffentlicht in Erdgas, Erneuerbare Energien | Keine Kommentare »
Mittwoch, 29. Juli 2009
Als „handfesten Beitrag zum Umweltschutz” wertet das Umweltbundesamt (UBA) die von der EU-Kommission beschlossenen Mindesteffizienzanforderungen an Umwälzpumpen. Danach sollen ineffiziente Umwälzpumpen ab 2013 in zwei Stufen vom Markt verschwinden. Laut UBA wird dadurch der Stromverbrauch der Haushalte EU-weit bis 2020 um 23 Terawattstunden pro Jahr sinken und so rund elf Millionen Tonnen Kohlendioxid vermeiden. Für Deutschland führe die Regelung bis 2020 zu einer anteiligen Stromeinsparung von etwa vier Terawattstunden pro Jahr. Beim deutschen Strommix entspreche diese Einsparung etwa 2,4 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Von den neuen Regelungen seien hauptsächlich Heizungsumwälzpumpen, Solarpumpen sowie Sole-Umwälzpumpen von Wärmepumpen betroffen. Über die Einsparungen an Stromkosten amortisierten sich hocheffiziente Umwälzpumpen trotz des höheren Kaufpreises in kurzer Zeit. Weitere Informationen zum Thema bei der Kampagne www.sparpumpe.de und unter www.pumpencheck.de.
Schlagworte:Effizienzanforderungen, Umwälzpumpen, Wärmemarkt
Veröffentlicht in EnergieSzene Brüssel, Energieeffizienz, Klimaschutz | Keine Kommentare »
Dienstag, 28. Juli 2009
„München soll die erste deutsche Großstadt werden, in der alle Privathaushalte mit regenerativ erzeugtem Strom versorgt werden können.” Kurt Mühlhäuser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke München, ist „sehr optimistisch, dass wir unser ehrgeiziges Ziel früher als gedacht erfüllen können. Unsere Ausbauoffensive ´Regenerative Energien` macht beachtliche Fortschritte. Um dieses Ziel erreichen zu können, setzen wir auf ein breites Spektrum regenerativer Energien. Dabei kooperieren wir mit renommierten Partnern, die über die entsprechende Erfahrung verfügen.” Jüngstes Projekt ist die Übernahme von fünf Onshore-Windparks in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt von der wpd think energy mit einer Gesamtleistung von 50 Megawatt, mit der rund 40.000 Haushalte versorgt werden können. „Alleine mit den bisher angestoßenen Projekten können wir unsere Öko-Stromerzeugung bereits um 160 Prozent steigern: von 350 Millionen Kilowattstunden pro Jahr auf dann 920 Millionen Kilowattstunden. Das entspricht dem Jahresverbrauch von rund 370.000 Münchener Haushalten”, so Mühlhäuser. Die Stadtwerke München gehören der Gruppe 8KU an, in der sich acht kommunale Stadtwerke zusammen geschlossen haben. Erst kürzlich hatten sie die 8KU Renewables gegründet, um Know-how zu bündeln und auch größere Projekte angehen zu können.
Schlagworte:Kommunale Unternehmen, Öko-Strom, Stadtwerke
Veröffentlicht in Erneuerbare Energien, Klimaschutz, Strom | Keine Kommentare »