Archiv für März 2009

Deutsch-Russisches Rohstoff-Forum als Dialogplattform

Dienstag, 31. März 2009

Das Deutsch-Russische Rohstoff-Forum will sich neu positionieren. Bisher diente das 2006 von der Technischen Universität Bergakademie Freiberg und dem Sankt Petersburger Staatlichen Bergbauinstitut gegründete Forum als Organisator eines wissenschaftlichen Austausches beider Länder. Künftig will es zunehmend eine Funktion als kommunikative Dialogplattform wahrnehmen. Bernhard Kaltefleiter, Vorsitzender des Gremiums: „Das Rohstoff-Forum wird künftig im Interesse der Verbesserung der bilateralen wirtschaftlichen Zusammenarbeit auch als Frühindikator für eine mögliche Beeinträchtigung von Energiesicherheit und Rohstoffversorgung wirken. Wir sind bereit, einen Beitrag als Vermittler zur Vertrauensbildung zu leisten“, sagte er auf der 2. Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz in St. Petersburg.

„Die aktuelle Krise der Weltwirtschaft müssen wir als Chance begreifen und für einen Neubeginn einer langfristigen und verlässlichen Zusammenarbeit auch für den Bereich der Rohstoffe nutzen“, so der Vorstandsvorsitzende der VNG – Verbundnetz Gas AG, Klaus-Ewald Holst. Die Russische Föderation und die EU müssten „einer Rohstoffkrise mit einer gemeinsamen Strategie entschieden entgegen wirken“. Dabei ergebe sich jetzt die Notwendigkeit, durch ein gemeinsames makroökonomisches Konjunkturprogramm bisher vernachlässigte Investitionsprojekte in die Erkundung und die Erschließung von Lagerstätten, den Rohstofftransport und die Einführung neuer effektiver Technologien umzusetzen.

Verbraucherallianz für Klimaschutz

Montag, 30. März 2009

Eine bundesweite Informations- und Beratungskampagne zum Klimaschutz haben das Bundesumweltministerium und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) gestartet. Unter dem Motto „für mich. für dich. fürs klima.“ soll in den kommenden Monaten intensiv über Möglichkeiten und Chancen der Konsumenten beim Klimaschutz aufgeklärt werden. „Wir wollen das riesige Potenzial privater Haushalte zur Einsparung von CO2-Emissionen besser nutzen. Klimaschutz zahlt sich aus – das soll jeder Verbraucher konkret erfahren und umsetzen können“, so Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, dessen Ministerium den Aufbau dieser Verbraucherallianz für Klimaschutz mit insgesamt 24,5 Millionen Euro fördert. Beteiligt sind neben dem vzbv die 16 Verbraucherzentralen in den Bundesländern, der Deutsche Mieterbund, der Verkehrsclub Deutschland, Germanwatch, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen sowie der VerbraucherService im Katholischen Deutschen Frauenbund. Im Mittelpunkt der Arbeit soll der Bereich Mobilität stehen. Laut vzbv-Vorstand Gerd Billen geben die Verbraucher derzeit im Schnitt 15 Prozent ihres Haushaltsgelds für diesen Zweck aus. „Um die Kosten für Mobilität zu senken, sind vor allem die Hersteller gefordert, noch sparsamere Modelle zu entwickeln. Wir brauchen eine klare Kennzeichnung des Spritverbrauchs und belastbare, am realen Verbrauch orientierte Angaben zum Treibstoffverbrauch.“

Deutschland erreicht Kyoto-Zielkorridor

Montag, 30. März 2009

Der Ausstoß von Treibhausgasen ist in Deutschland 2008 im Vergleich zu 2007 um 1,2 Prozent auf 945 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente gesunken. Damit liege man im Zielkorridor des Kyoto-Protokolls, nach dem Deutschland seine jährlichen Treibhausgasemissionen im Durchschnitt der Jahr 2008 bis 2012 im Vergleich zum Basisjahr 1990 um 21 Prozent mindern müsse, heißt es in einer Mitteilung des Umweltbundesamtes. Nach den jetzt vorliegenden Nahzeit-Prognosen habe Deutschland im Jahr 2008 bereits im ersten Jahr dieses Zielkorridors seine Verpflichtungen erfüllt und 23,3 Prozent Minderung erreicht. Bundesumweltminister Gabriel: „Selbst wenn man unterstellt, dass vermutlich ein bis zwei Prozentpunkte dieses Rückgangs der Wirtschaftskrise geschuldet sind, so belegen die neuen Zahlen doch, dass unsere Klimaschutzpolitik greift. Deutschland ist Vorreiter beim Klimaschutz und hat die Kyoto-Ziele bereits drei Jahre vor der Ziellinie erreicht. Um die nun bis 2020 notwendigen Minderungen zu erreichen, müssen wir den bewährten Kurs mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien und der Steigerung der Energieeffizienz fortsetzen und verstetigen.“

Die Kohlendioxid-Emissionen sanken 2008 laut Umweltbundesamt um 1,1 Prozent und trugen zu etwa 88 Prozent zur deutschen Treibhausgasbilanz bei. „Grund für die geringeren CO2-Emissionen ist vor allem die gesunkene Nachfrage nach Stein- und Braunkohle“, so Präsident Andreas Troge. „Gleichzeitig kamen vermehrt emissionsärmere Energieträger – wie Erdgas und zunehmend erneuerbare Energien – zum Einsatz.“

Zwangsweise Eigentumsentflechtung abgewendet

Montag, 30. März 2009

Die zwangsweise Eigentumsentflechtung der integrierten Energiekonzerne ist vom Tisch. Als ersten Schritt zur Verabschiedung des Binnenmarktpakets hat der Rat der EU im Ausschuss der Ständigen Vertreter den Gesamtkompromiss zum Dritten Binnenmarktpaket Strom und Gas gebilligt. Damit könne die Bundesregierung den gefundenen Kompromiss zum Gesamtpaket mittragen, so das Bundeswirtschaftsministerium. Die Dritte Option zur Netzentflechtung sei als gleichberechtigte Alternative zur Eigentumsentflechtung aufgenommen. Sie sehe scharfe strukturelle und verfahrensmäßige Vorgaben für die Neutralität des Netzmanagements, für die Durchsetzung nötiger Netzinvestitionen und für den leichteren Anschluss von neuen Kraftwerken vor. Allerdings seien einige Detailfragen noch nicht befriedigend gelöst. Ein offener Punkt sei die vorgesehene Regelung zu Industrienetzen, die jetzt weitgehend reguliert würden. Auch die Frage des Sitzes der neuen europäischen Regulierungs-Agentur sollte noch im laufenden Verfahren entschieden werden. „Das Dritte Binnenmarktpaket Strom und Gas leistet einen wichtigen Beitrag dazu, dass EU-weit die regulatorischen Rahmenbedingungen harmonisiert werden. Wir kommen damit unserem Ziel, EU-weit einheitliche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen, ein gutes Stück näher“, sagte Staatssekretär Jochen Homann. „Auch die Position der Energieverbraucher wird mit dem neuen Paket gestärkt.“

Klimaschutzabkommen soll in Bonn vorbereitet werden

Montag, 30. März 2009

In Bonn haben die Verhandlungen zu einem internationalen Klimaschutzabkommen begonnen. „Wir brauchen ein Abkommen, das von allen Staaten als fair akzeptiert wird. Dabei muss es wirksam sein und den Klimawandel auch tatsächlich begrenzen“, sagte Umwelt-Staatssekretär Matthias Machnig zum Auftakt. „Dies ist die doppelte Aufgabe, die wir bis Dezember lösen müssen. Das Zeitfenster, den Klimawandel zu begrenzen, schließt sich zunehmend. Nur durch schnelles Handeln können wir die schlimmsten Folgen des Klimawandels verhindern.“ Bis zum 8. April werden in Bonn rund 2.000 Teilnehmer aus mehr als 180 Vertragsstaaten diskutieren. Ziel ist, die bereits in Bali im Dezember 2008 vereinbarten Eckpunkte mit Leben zu erfüllen, um im Dezember in Kopenhagen zu einem verbindlichen internationalen Klimaabkommen für die Zeit nach 2012 zu kommen.

Strom wird zunehmend effizient genutzt

Freitag, 27. März 2009

Der Stromverbrauch in Deutschland wächst deutlich langsamer als die Wirtschaft. Diese Entwicklung sei seit Mitte der achtziger Jahre zu beobachten, berichtet der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Zwischen 1991 bis 2008 sei das Bruttoinlandsprodukt im Schnitt um 1,5 Prozent gewachsen, während der Stromverbrauch im gleichen Zeitraum nur um knapp 0,8 Prozent jährlich zugelegt habe. Als Grund für die allmähliche Entkopplung von Stromverbrauch und Wirtschaftswachstum nennt der BDEW die abnehmende Energieintensität der deutschen Wirtschaft. In den Unternehmen würden zunehmend effiziente Techniken und Maschinen eingesetzt, zudem steige der Anteil des Dienstleistungssektors kontinuierlich. Auch in den Haushalten werde bewusster mit Energie umgegangen. Dafür sorge beispielsweise das immer größere Angebot an energiesparenden Haushaltsgeräten.

Rechtssicherheit für Vollzug des Ausstiegsgesetzes

Freitag, 27. März 2009

Strommengen des stillgelegten Atomreaktors Mülheim-Kärlich dürfen nicht, wie von RWE und Vattenfall geplant, auf die Atomkraftwerke Biblis A und Brunsbüttel übertragen werden. Mit dieser Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts zeigt sich Bundesumweltminister Gabriel zufrieden. Sie bestätige „unsere Rechtsauffassung und die Rechtmäßigkeit unserer Entscheidung uneingeschränkt“, sagte er. „Das Urteil schafft Rechtssicherheit für den weiteren Vollzug des Ausstiegsgesetzes.“

Erneuerbare auf dem Weg in die Wettbewerbsfähigkeit

Donnerstag, 26. März 2009

Der volkswirtschaftliche Nutzen der erneuerbaren Energien steige immer weiter, während die Mehrkosten sänken, so die Agentur für Erneuerbare Energien, die eine Studie des Ingenieurbüros für neue Energien vorgelegt hat. „Die Studie zeigt, dass ein Großteil des Stroms aus erneuerbaren Energien bereits in wenigen Jahren wettbewerbsfähig ist“, so Geschäftsführer Jörg Mayer. Ab 2013 werde deshalb das Fördervolumen für regenerativen Strom kontinuierlich sinken. Die Mehrkosten, die für den Ausbau der Erneuerbaren gezahlt werden müssten, betrügen danach im Jahr 2020 nur noch 0,6 Cent pro Kilowattstunde. Gleichzeitig wachse der Einspareffekt, weil weniger fossile Brennstoffe importiert werden müssten. „Im Jahr 2020 wird den jährlichen Mehrkosten für erneuerbare Energien in Höhe von 2,4 Milliarden Euro fast die zehnfache Summe für vermiedene Brennstoffimporte gegenüberstehen. Die erneuerbaren Energien halten also de facto den Strompreis niedrig. Darüber hinaus helfen sie, Umwelt- und Klimaschäden in Milliardenhöhe zu vermeiden.“ Die Kosten-Nutzen-Betrachtung basiert auf der Prognose „Stromversorgung 2020“ der Branche, nach der dann fast die Hälfte der deutschen Stromversorgung durch erneuerbare Energien gedeckt werden könnte. Studie und Prognose finden sich im Internet unter www.unendlich-viel-energie.de.

Entkopplung gelungen – Chemische Industrie spart Energie

Donnerstag, 26. März 2009

Mit einer dreiteiligen Strategie ist es der Chemischen Industrie in Deutschland gelungen, Produktion und Energieverbrauch nachhaltig zu entkoppeln. Ulrich Lehner, Präsident des VCI, nannte auf der Veranstaltungsreihe „Forum Zukunft“ in Berlin die Elemente: Umstellung der werkseigenen Stromerzeugungsanlagen von Kohle auf Gas, Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung, um Prozesswärme an den Standorten effektiv zu nutzen, und Umstieg auf weniger energieaufwendige Produktionsverfahren. Die Bilanz der letzten zwei Jahrzehnte könne sich sehen lassen. Während die Herstellung von chemischen Erzeugnissen in Deutschland zwischen 1990 und 2006 um rund 43 Prozent gestiegen sei, habe sich der Energieverbrauch der Branche im gleichen Zeitraum um fast 27 Prozent reduziert. Die Emissionen klimarelevanter Treibhausgase hätten sogar um 45 Prozent abgenommen. Darüber hinaus leiste die Chemische Industrie mit energiesparenden Produkten erhebliche Beiträge für den Klimaschutz, betonte Lehner. So reduzierten Kunst- und Klebstoffe im Automobilbau den Spritverbrauch der Fahrzeuge, Wärmedämmung mit chemischen Werkstoffen verringere den Heizölverbrauch in Altbauten um mehr als zwei Drittel, und Hochleistungs-Enzyme in Waschmitteln senkten den Energieverbrauch für einen Waschgang um bis zu 50 Prozent gegenüber früher.

Architekturpreis des Handwerks ausgeschrieben

Donnerstag, 26. März 2009

Gemeinsam mit dem Bund Deutscher Architekten (BDA) hat der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) den „Europäischen Architekturpreis 2009 Energie + Architektur“ ausgeschrieben. „Mit unserem Preis wollen wir eine nachhaltige Baukultur fördern“, so ZVSHK-Hauptgeschäftsführer Michael von Bock und Polach. „Planung und Konstruktion eines Gebäudes sind heute die Schlüsselfaktoren für die Effizienzsteigerung des Energieeinsatzes in Europa.“ Die Ausschreibungsunterlagen für den mit 10.000 Euro dotierten Preis finden sich unter www.wasserwaermeluft.de.