Archiv für Februar 2009
Freitag, 27. Februar 2009
Für fast 60 Prozent der vermieteten Wohngebäude in Deutschland liegt – gut ein halbes Jahr nach Einführung – ein Energieausweis vor. Nach einer Umfrage der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) unter Vermietern von Wohngebäuden liegt der Anteil der Gebäude, die mit einem Energieausweis ausgestattet sind, bei gewerblichen Vermietern mit 82 Prozent deutlich höher als bei privaten Vermietern mit 31 Prozent. Fast ein Viertel der Vermieter wusste jedoch noch immer nicht, dass der Energieausweis bei Neuvermietung von Wohnungen oder Häusern verpflichtend ist. Von den beiden Varianten ist dena zufolge der auf Heizkostenabrechnungen basierende Verbrauchsausweis deutlich weiter verbreitet und kommt auf einen Anteil von 78 Prozent. Nur 22 Prozent haben dagegen einen Bedarfsausweis, der auf einer technischen Analyse der Bausubstanz und der Heizungsanlage des Gebäudes beruht. 63 Prozent der Vermieter zeigten den Ausweis erst auf Nachfrage. Dabei hänge die Bereitschaft, den Energieausweis unaufgefordert vorzulegen, maßgeblich von dem energetischen Zustand der zu vermietenden Gebäude ab, so Thomas Kwapich, Bereichsleiter Energieeffiziente Gebäude bei der dena. „Die dena rät allen Mietinteressenten, den Vermieter spätestens bei der Wohnungsbesichtigung nach dem Energieausweis zu fragen. Liegt das Gebäude im gelben oder im roten Bereich der Farbskala im Energieausweis, ist mit hohen bis sehr hohen Nebenkosten für Heizung und Warmwasser zu rechnen.“
Schlagworte:Energieausweis, Heizkosten
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Freitag, 27. Februar 2009
Im Jahr 2008 verzeichnete die Initiative EnergieEffizienz eine steigende Nachfrage nach ihren Angeboten zur effizienten Stromnutzung in privaten Haushalten, Industrie und Gewerbe sowie im Dienstleistungssektor. Dies zeige, dass sich die Verbraucher konkrete Informationen und Handlungsbeispiele wünschen, um Strom und damit bares Geld zu sparen, so Steffen Joest, Bereichsleiter „Energieeffiziente Stromnutzung“ bei der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena). Bei einer dena-Umfrage gaben 75 Prozent der Verbraucher an, die bessere Versorgung mit Informationen zu Energiesparmaßnahmen für besonders geeignet zu halten, um den sparsamen Umgang mit Strom zu fördern. Die Initiative EnergieEffizienz wird von der dena gemeinsam mit den Unternehmen EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall Europe getragen und durch das Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Die erhobenen Daten für das Jahr 2008 sowie die Umfrageergebnisse stehen zum Download unter www.initiative-energieeffizienz.de bereit.
Schlagworte:Verbraucherberatung
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Freitag, 27. Februar 2009
Im Innovationszentrum Kohle in Niederaußem hat RWE Power die Prototypanlage zur Vortrocknung von Braunkohle (WTA) in Betrieb genommen. WTA steht für Wirbelschichttrocknung mit interner Abwärmenutzung. RWE konnte eine Lizenz für diese Technik bereits nach Australien verkaufen, Gespräche mit anderen Ländern laufen nach Angaben des Unternehmens. Durch die WTA solle der Wirkungsgrad künftiger Braunkohlenkraftwerke um weitere zehn Prozent auf 47 Prozent gesteigert werden. Dadurch werde bei gleicher Stromproduktion eine CO2-Reduktion bei einem Kraftwerk mit 1.000 Megawatt Leistung von bis zu einer Million Tonnen pro Jahr möglich.
Schlagworte:Kraftwerksneubau
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Freitag, 27. Februar 2009
Die Einberufung einer nationalen Energiekonferenz fordert der nordrhein-westfälische Innovationsminister Andreas Pinkwart. „Wenn wir nicht bald ein tragfähiges energiepolitisches Gesamtkonzept für Deutschland erarbeiten, läuft die Energiesicherheit aus dem Ruder – sowohl was Umweltverträglichkeit als auch Versorgungssicherheit als auch die Energiepreise angeht“, sagte er bei seinem Besuch im Innovationszentrum der RWE Power in Niederaußem. Energiesicherheit werde mehr und mehr zu einem Tabu-Thema in der politischen Diskussion. Das sei höchst gefährlich für den Industriestandort Deutschland. Die Bundeskanzlerin dürfe dieses Thema nicht länger ausblenden, „nur weil sie an das Thema Verlängerung der Laufzeiten nicht heran möchte“. Nach Pinkwarts Meinung gehört die Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke unverzichtbar zu einem energiepolitischen Gesamtkonzept. Erstens könne Deutschland auf die Kernkraft als Übergangstechnologie noch nicht verzichten, und zweitens seien die zusätzlichen Gewinne der Betreiber der Sockel für größere Anstrengungen in der Energieforschung. Mindestens ein Drittel der Gewinne der Betreiber, die aus der Verlängerung der Laufzeiten entstünden, müssten in eine Bundesenergiestiftung fließen.
Schlagworte:Energieforschung
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Donnerstag, 26. Februar 2009
Über ein Drittel der gasbeheizten Haushalte könnten in Deutschland mit Erdgas aus heimischen Quellen versorgt werden. Diese Zahl nannte Gernot Kalkoffen, Vorsitzender des WEG Wirtschaftsverbands Erdöl- und Erdgasgewinnung, bei der Jahrespressekonferenz. Die Erdgasproduktion in Deutschland habe 2008 mit 15,5 Milliarden Kubikmetern um neun Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen. Damit seien 16 Prozent des deutschen Erdgasbedarfs gedeckt worden. Die inländische Ölförderung sei um rund zehn Prozent auf 3,1 Millionen Tonnen zurückgegangen. „Mit hohen Investitionen wollen die deutschen Erdöl- und Erdgasproduzenten ihre Chancen in Deutschland weiter ausbauen“, so Kalkoffen, nach dessen Angaben die Investitionen kräftig um 17 Prozent auf über 470 Millionen Euro ausgebaut wurden. Dies habe auch zu dem Zuwachs von 500 Arbeitsplätzen oder sieben Prozent beigetragen. „Für die Zukunft erwartet die Branche Erfolge im Bereich unkonventioneller Vorkommen, wie zum Beispiel der weiteren Erschließung von Tight Gas-Lagerstätten.“ Dies erfordere große Anstrengungen bei der Entwicklung fortgeschrittener Technologien. Kalkoffen verwies auch darauf, dass sich die Staatseinnahmen aus der Erdöl- und Erdgasproduktion überproportional erhöht haben. „Während sich der Umsatz der Erdöl- und Erdgasproduzenten von 2000 bis 2008 verdoppelt hat, ist im gleichen Zeitraum das Aufkommen an Förderabgaben auf das 4,5-fache angestiegen.“
Schlagworte:Heimische Förderung
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Donnerstag, 26. Februar 2009
Eine „Abwrackprämie“ für alte Heizungen schlägt der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) vor. Analog zur Abwrackprämie für Altautos sollte die Heizungsmodernisierung mit 1.500 Euro bezuschusst werden. „Es ist durchaus möglich, Klimaschutz und eine Belebung der Wirtschaft miteinander zu verbinden“, sagte ZVSHK-Hauptgeschäftsführer Michael von Bock und Polach auf der Jahrespressekonferenz in Berlin. Dies sei vor allem da möglich, „wo heute unnötigerweise Energie verpulvert und Geld verheizt wird, in der Gebäudetechnik“. Nur zwölf Prozent der 18 Millionen Heizungsanlagen in Deutschland seien in Brennwerttechnik ausgelegt und damit auf dem Stand der Technik. Rechne man allerdings die Einkopplung von erneuerbaren Energien hinzu, falle das Ergebnis noch magerer aus. Und eine Modernisierungsquote von einem Prozent pro Jahr, wie derzeit, reiche nicht aus. Der Modernisierungsstau baue sich so Jahr für Jahr weiter auf. Die gegenwärtigen Förderprogramme seien zu kompliziert. Eine Abwrackprämie würde, so habe eine emnid-Umfrage gezeigt, 39 Prozent der Eigenheimbesitzer zu einer Investition in eine moderne Heizungsanlage motivieren. Das würde laut ZVSHK 4,7 Millionen neue Heizungen, eine Konjunkturspritze von mindestens 50 Milliarden Euro, eine Einsparung von 18 Milliarden Kilowattstunden bei der Raumwärme sowie eine CO2-Minderung um fast zehn Millionen Tonnen bedeuten.
Schlagworte:Heizungsmodernisierung
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Donnerstag, 26. Februar 2009
Die Bundesnetzagentur nimmt die Gasfernleitung OPAL für den Zeitraum von 22 Jahren ab Inbetriebnahme teilweise von der Netzzugangs- und Entgeltregulierung aus. Die OPAL NEL Transport GmbH und die E.ON Ruhrgas Nord Stream Anbindungsleitungsgesellschaft mbH hatten für die Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung OPAL und die Norddeutsche Erdgasleitung NEL Anträge auf Freistellung von der Regulierung gestellt. Die Bundesnetzagentur hat diese für die NEL abgelehnt, da es sich bei ihr um eine rein nationale Leitung von Greifswald bis Rehden in Niedersachsen handele. Die OPAL, die von Greifswald bis zur tschechischen Grenze in der Nähe von Olbernhau führen soll, sei dagegen eine sogenannte Verbindungsleitung, da sie das deutsche und tschechische Fernleitungsnetz miteinander verbinde. Laut Bundesnetzagentur gilt die Freistellung der OPAL jedoch lediglich für solche Gastransporte, mit denen das Gas aus der Nord-Stream-Leitung unmittelbar Richtung Süden bis nach Tschechien weitergeleitet wird. Von der Ausnahme nicht erfasst seien inländische Transporte sowie mögliche Gegenstromtransporte von Tschechien nach Deutschland. „Die heutige Entscheidung gibt ein klares Signal für die landseitige Anbindung der Ostseepipeline und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit in Europa“, kommentierte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur. „Gerade nach den jüngsten Problemen bei der europäischen Gasversorgung gibt die Bundesnetzagentur grünes Licht für neue Investitionen in die Pipeline-Infrastruktur.“
Schlagworte:Nord Stream, OPAL
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Mittwoch, 25. Februar 2009
Der E.ON-Kraftwerksstandort Maasvlakte wird mit einer CCS-Anlage (Carbon Capture and Storage) zur Abscheidung des klimaschädlichen Kohlendioxids ausgestattet. E.ON Benelux und die Rotterdam Climate Initiative (RCI) habe eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet und wollen nun die Machbarkeit in einer Studie prüfen. Im Hafen von Rotterdam baut E.ON derzeit für 1,2 Milliarden Euro ein Kohlekraftwerk mit einem Wirkungsgrad von rund 46 Prozent und einer installierten Leistung von 1.100 Megawatt. „Unsere neuen, hocheffizienten Kraftwerke werden mit CO2-Abtrennung maßgeblich dazu beitragen, unsere Klimaschutzziele zu erreichen und den Kohlendioxid-Ausstoß unserer Kraftwerke bis 2030 um die Hälfte zu senken“, so E.ON-Vorstandschef Wulf Bernotat. Die RCI strebt ebenfalls eine CO2-Reduzierung bis 2025 im Vergleich zu 1990 um die Hälfte an.
Schlagworte:CCS, Kraftwerksneubau
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Mittwoch, 25. Februar 2009
Das größte Investitionshemmnis für Tiefengeothermie sind die hohen Bohrkosten mit dem Risiko, nicht fündig zu werden. Um dieses Fündigkeitsrisiko für Investoren zu verringern, stellen das Bundesumweltministerium, die KfW Bankengruppe und die Münchener Rück 60 Millionen Euro für ein Kreditprogramm für den Ausbau der Geothermie in Deutschland bereit. „Die Tiefengeothermie bietet große Chancen für eine klimafreundliche und wirtschaftliche Energieversorgung“, so Bundesumweltminister Gabriel. „Das neue Kreditprogramm sorgt dafür, dass die Risiken für Anlagenbetreiber weiter verringert werden. Die Kooperation ist im Übrigen ein gutes Beispiel dafür, wie Politik und Unternehmen beim Klimaschutz angesichts der großen wirtschaftlichen Chancen auch in Zeiten der Finanzkrise an einem Strang ziehen können.“ Thomas Blunck, Vorstandsmitglied der Münchener Rück, ergänzt: „Die Zusammenarbeit ist als Anschub gedacht, um die Finanzierung von Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien zu erleichtern. Wir sehen den Klimawandel nicht nur als Risiko, sondern auch als große Chance, da bei konsequentem Klimaschutz neue Technologien wie etwa die Energieerzeugung aus erneuerbaren Ressourcen enorme Wachstumspotenziale haben. Mit unserer Expertise als Risikoträger können wir wesentlich dazu beitragen, die vielfach sehr speziellen Unsicherheitsfaktoren abzumildern.“ Der Überprüfung des Fündigkeitsrisikos durch die Münchener Rück im Vorfeld der Vergabe der Förderdarlehen komme eine wesentliche Bedeutung zu.
Schlagworte:Geothermie, Kreditprogramm
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Mittwoch, 25. Februar 2009
Die jüngste Entwicklung im Strom- und Gasbereich muss den existierenden Wettbewerb nicht nachhaltig beeinflussen; die Energieversorger – gleich welcher Art und Größe – müssen sich weiterhin auf ein immer wettbewerbsintensiveres Marktumfeld einstellen. Zu diesem Ergebnis kommt die Consline AG in einer aktuellen Analyse. Zwar werde die Konsolidierung im Strom- und Gasmarkt nicht zuletzt durch die Übernahme von Essent durch RWE vorangetrieben, andererseits träten aber immer neue Marktteilnehmer in Erscheinung, die den etablierten Konzernen bzw. ihren Vertriebsmarken die Kunden streitig machten. Auch die ehemals neuen Anbieter wie LichtBlick, TelDaFax oder FlexStrom dürften sich mittelfristig mit verstärkter Konkurrenz durch Newcomer konfrontiert sehen. Zum einen werden die Regionalversorger und größeren Stadtwerke nach Ansicht des Beratungsunternehmens mit ihren Vertriebsmarken weiter Bewegung in den Markt bringen, gefördert unter anderem durch den von E.ON geplanten Verkauf der Stadtwerke-Holding Thüga. Zum anderen würden ausländische Unternehmen wie die EnergieAllianz Austria und die dänische Dong ihre Aktivitäten ausbauen. Die großen Energieversorger wie auch die Anbieter „aus der zweiten Reihe“ müssten sich aber auf noch stärkere Konkurrenz einstellen, und zwar durch zahlreiche, wirklich neue Anbieter und bisher branchenfremde Firmen. Auch kleine Stadtwerke, die sich zu Vertriebsallianzen zusammenschlössen, würden ihre Vermarktungsgebiete ausweiten.
Schlagworte:Studie
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