Archiv für Januar 2009

Deutsch-chinesische Klimaschutz-Arbeitsgruppe vereinbart

Freitag, 30. Januar 2009

Voraussichtlich im Juni wird sich die deutsch-chinesische Klimaschutz-Arbeitsgruppe erstmalig treffen. Die Einrichtung der Arbeitsgruppe wurde von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und dem Vorsitzenden der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission Chinas, Zhang Ping, verabredet. Unterzeichnet wurde ein Memorandum of Understanding zur Bekämpfung des Klimawandels. Beide Länder streben danach eine enge Kooperation in den Bereichen Klimaschutz, Energie, Forschung und Technologie an. Gabriel: „Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, im Vorfeld der Klimakonferenz von Kopenhagen mit China eine enge Kooperation im Klimaschutz zu vereinbaren. Ich bin mir sicher, dass es beiden Regierungen gelingen wird, das große Potenzial einer solchen Kooperation zum Nutzen beider Seiten auszuschöpfen. Anspruchsvolle Klimaschutzmaßnahmen bergen enorme wirtschaftliche Vorteile. Ein rechtzeitiges Umsteuern auf kohlenstoffärmere Wirtschaftsprozesse lohnt sich gerade auch aus finanziellen Gründen. Ich begrüße, dass die chinesische Regierung diese Einschätzung teilt.“

EU-Konjunkturprogramm für Energie-Infrastruktur

Mittwoch, 28. Januar 2009

Innerhalb des EU-Konjunkturprogramms hat die EU-Kommission Vorschläge für Investitionen in Energie- und Breitband-Infrastrukturen vorgelegt. Dadurch sollen der Wirtschaft kurzfristig dringend benötigte Impulse gegeben und gleichzeitig strategische Ziele wie die Sicherheit der Energieversorgung verfolgt werden. “Wir müssen aus der jüngsten Gaskrise lernen und in großem Maße in Energie investieren”, begründete EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso die Initiative. Das Maßnahmenpaket umfasst unter anderem einen Verordnungsvorschlag für die Finanzierung strategischer Energieprojekte mit Gemeinschaftsmitteln. Vorgeschlagen werden Gesamtinvestitionen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro in den Bereichen CO2-Abscheidung und -Speicherung (1,25 Milliarden Euro), Offshore-Windenergie (520 Millionen Euro) sowie Zusammenschaltung von Gas- und Stromnetzen (1,73 Milliarden Euro). Da das Thema Energiesicherheit vor dem Hintergrund der jüngsten Gaskrise an Bedeutung gewonnen habe, solle die EU-Unterstützung Investitionen wieder auf den richtigen Weg bringen, um bestehende Lücken bei der Zusammenschaltung von Energienetzen in der EU zu schließen und EU-eigene Energiequellen optimal nutzen zu können, erklärte der Kommissionspräsident.

EU-Kommission für OECD-weiten CO2-Markt

Mittwoch, 28. Januar 2009

Bis 2015 sollten ein OECD-weiter CO2-Markt sowie innovative internationale Finanzierungsmöglichkeiten geschaffen werden, die sich nach den Emissionen und der Finanzstärke des jeweiligen Landes richten. Das sind Vorschläge für ein neues globales Klimaschutzabkommen, die die Europäische Kommission vorgelegt hat. „Zur Bekämpfung der Ursachen und Folgen des Klimawandels sind in den nächsten Jahrzehnten erhebliche private und öffentliche Investitionen notwendig, diese verursachen allerdings erheblich niedrigere Kosten als eine ungebremste Fortsetzung des zerstörerischen Klimawandels“, sagte Umweltkommissar Stavros Dimas. „Das Europäische Konjunkturprogramm und ähnliche weltweit getroffene Maßnahmen zur Eindämmung der Wirtschaftskrise bieten die Chance, notwendige CO2-arme Investitionen zu fördern und gleichzeitig Anreize für Wachstum, Innovation und Beschäftigung zu geben. Es müssen jedoch weitere Finanzierungsmöglichkeiten gefunden werden, um in Kopenhagen zur einer Einigung zu gelangen.“ Nach unabhängigen Schätzungen müssten bis 2020 weltweit etwa 175 Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich investiert werden. Mehr als die Hälfte dieses Finanzbedarfs entstehe in den Entwicklungsländern.

Regenerativbranche will 2020 fast die Hälfte des Strombedarfs decken

Mittwoch, 28. Januar 2009

Die Branche der Erneuerbaren Energien will die „Stromversorgung vom Kopf auf die Füße“ stellen. Bei der Vorstellung der Ausbauprognose „Stromversorgung 2020“ in Berlin sagte Dietmar Schütz, Präsident des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE): „Energie aus Wind, Biomasse, Wasser, Sonne und Geothermie wird 2020 das prägende Element unserer Stromversorgung sein. Herkömmliche Kraftwerke ergänzen dieses Angebot nur noch bei Bedarf, Brennstoffimporte und CO2-Emissionen werden entsprechend reduziert.“ Der Prognose zufolge sollen im Jahr 2020 rund 47 Prozent des deutschen Strombedarfs durch Regenerativenergie gedeckt werden. Das würde in etwa eine Verdreifachung der installierten Leistung sowie der produzierten Strommenge bedeuten.

Die Stromversorgung könne auch mit dem künftigen Strommix an 365 Tagen im Jahr zu jeder Uhrzeit und bei jedem Wetter sichergestellt werden, so der BEE. Die so genannte gesicherte Leistung übertreffe die Jahreshöchstlast sogar um zehn Prozent. Das bestehende Stromversorgungssystem sei bereits viel flexibler als allgemein bekannt. „Schon heute stehen für das deutsche Stromnetz rund zehn Gigawatt Speicher- und Pumpspeicherwasserkraftwerke zur Verfügung. Das entspricht der Leistung von zwölf Kohlekraftwerken“, betonte BEE-Vorstandsmitglied Ralf Bischof. Dazu kämen über neun Gigawatt Bioenergie-Kraftwerke, die auf Basis der Brennstoffe Biogas oder Holz einspringen könnten, wenn Wind und Sonne ausblieben.

Zubau von Windanlagen in Deutschland stagniert in 2008

Dienstag, 27. Januar 2009

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 886 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 1.665 Megawatt neu installiert. „Der deutsche Markt hat sich aktuell auf dem Vorjahresniveau stabilisiert“, sagte Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands WindEnergie (BWE), bei der Vorstellung der aktuellen Zahlen. Mit der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) verbindet er die Hoffnung auf einen spürbaren Anstieg der Installationen in diesem und auch im kommenden Jahr. „Die Novelle bietet die Chance, den Ausbau der Windenergie als Klimaschutztechnologie wieder deutlich anzuschieben und so die von der Bundesregierung gesetzten Ziele zu erreichen.“ Insgesamt waren in Deutschland Ende letzten Jahres 20.301 Windanlagen mit einer Gesamtleistung von 23.902 Megawatt installiert.

Der Umsatz im Bereich Windenergieanlagen auf dem deutschen Markt lag 2008 nach Angaben von Thorsten Herdan, Geschäftsführer beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA Power Systems), bei vier Milliarden Euro, weltweit waren es mehr als 30 Milliarden Euro. Insgesamt wurden 26.000 bis 27.000 Megawatt weltweit neu installiert, 30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dabei waren die USA bereits im vierten Jahr in Folge mit einem Zuwachs von 8.000 bis 9.000 Megawatt der dynamischte Markt weltweit. Nach Einschätzung des VDMA Power Systems hat deutsche Technologie einen Vorsprung, was sich in einer Exportquote von weit über 80 Prozent niederschlage. Die Branche müsse allerdings ihre Spitzenstellung weiter ausbauen, um nicht von anderen Ländern überholt zu werden.

Mehr Strom aus Erneuerbaren

Dienstag, 27. Januar 2009

Die Produktion von Ökostrom in Deutschland ist nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) im vergangenen Jahr weiter angestiegen. Erneuerbare Energien deckten in 2008 mit 93,0 (2007: 87,9) Milliarden Kilowattstunden gut 15 Prozent des gesamten Stromverbrauchs. Damit, so der Verband, habe Deutschland das von der Europäischen Union für 2010 gesteckte Ziel von 12,5 Prozent bereits deutlich übertroffen. “Erfreulicherweise liefern die erneuerbaren Energien schon heute einen wichtigen Anteil an der Stromerzeugung”, erklärte Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Wegen der überwiegend schwankenden Produktion und der fehlenden Speichertechnologien fehle es aber noch an Grundlaststrom aus Erneuerbaren. Ein zukunftsfähiger Kraftwerkspark müsse eine breite Palette, also sowohl Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien als auch Kern- und Kohlekraftwerke aufweisen. Gleichzeitig solle dieser Kraftwerkspark ein sinnvolles Spektrum an Anlagengrößen von der dezentralen Kraft-Wärme-Kopplung bis hin zu zentralen Großkraftwerken für die Grundlastversorgung umfassen.
Laut BDEW lag die Windenergie in 2008 erneut an erster Stelle bei der Stromerzeugung aus Erneuerbaren. Auf den Plätzen folgten die Biomasse und die Wasserkraft, die im Vorjahr noch Platz zwei erreicht hatte. Zuwächse gab es auch bei Strom aus Müllkraftwerken und in der Photovoltaik.

Detaillierte Zahlen gibt es hier.

Attraktivste Anlageform – die Heizungsmodernisierung

Dienstag, 27. Januar 2009

Der deutsche Heizungsmarkt ist dem Tief des Jahres 2007 entkommen. 2008 wurden hierzulande 616.000 Wärmeerzeuger installiert, zwölf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dabei kam die Brennwerttechnik auf ein Plus von 20 Prozent, thermische Solaranlagen legten sogar um 110 Prozent auf 200.000 Anlagen bzw. zwei Millionen Quadratmeter zu. Der Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) führt die positive Entwicklung auf die seit dem vergangenem Jahr verbesserten Förderangebote sowie die hohen Energiepreise zurück. Die Branche habe die Wirtschaftskrise 2007 mit einem Einbruch auf dem deutschen Markt um 25 bis 30 Prozent quasi vorweggenommen, sagte BDH-Präsident Klaus Jesse bei der Vorstellung der Jahreszahlen in Berlin. Trotz der erfreulichen Entwicklung 2008 sei festzustellen, dass die Stückzahlen immer noch unterhalb des Jahres 2006 lägen. „Die Modernisierungsrate von zwei Prozent ist gering.“ Gegenwärtig befänden sich nur rund zwölf Prozent der in Deutschland installierten Anlagen auf dem Stand der Technik. Eine forcierte Heizungsmodernisierung würde sich deshalb als schnell wirksames Konjunkturprogramm erweisen und zugleich CO2-Emissionen und den Energieverbrauch in Deutschland drastisch senken. Jesse: „Die attraktivste Anlageform heute ist die Heizungsanlage.“

Berlin – Hauptstadt der Kraft-Wärme-Kopplung

Montag, 26. Januar 2009

Die hoch energieeffiziente Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) müsse zunehmend tragender Bestandteil der Energieversorgung werden, betonte Michael Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium, anlässlich des Neujahrsempfangs der Berliner Energieagentur. Berlin als KWK-Hauptstadt mit einem Anteil von 42 Prozent setze die Maßstäbe. „Um die anspruchsvollen klimaschutz- und energiepolitischen Ziele zu erreichen, ist kreatives Denken erforderlich. Das gilt für Forschung und Entwicklung ebenso wie für Beispiel gebende Projekte, so genannte Leuchttürme.“ Müller betonte, dass der Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung an der Stromerzeugung bundesweit auf 25 Prozent verdoppelt werden soll. „Die Berliner Energieagentur mit ihrem umfangreichen Know-how wird auch über Berlin hinaus helfen, dass die hoch energieeffiziente Kraft-Wärme-Kopplung zunehmend tragender Bestandteil der Energieversorgung wird – von großen Anlagen der Energiewirtschaft und Industrie bis hin zur Strom erzeugenden Heizung im Keller.“

IRENA geht an den Start

Montag, 26. Januar 2009

In Bonn ist die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) aus der Taufe gehoben worden. An der Gründungskonferenz nahmen mehr als 100 Regierungsdelegationen aus aller Welt teil. Ziel der neuen, von der Bundesregierung initiierten Agentur ist es, weltweit die Lücke zwischen dem enormen Potenzial der erneuerbaren Energien und deren noch relativ geringem Marktanteil am Energieverbrauch zu schließen. Schwerpunkt der Arbeit wird die Beratung ihrer Mitgliedsstaaten dabei sein, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, Kompetenzen aufzubauen sowie Finanzierung und Technologie- und Wissenstransfer für erneuerbare Energien zu verbessern. Im Juni dieses Jahres wird die Vorbereitungskommission über den Sitz von IRENA entscheiden.

E.ON Ruhrgas weitet LNG-Aktivitäten aus

Montag, 26. Januar 2009

Die Essener E.ON Ruhrgas AG baut ihre Aktivitäten zur Verflüssigung von Erdgas (LNG) weiter aus. Als Voraussetzung für die Realisierung der geplanten zweiten LNG-Anlage im westafrikanischen Äquatorialguinea hat das Unternehmen eine Vereinbarung zur Entwicklung einer Gasinfrastruktur unterschrieben. Ein Konsortium aus Sonagas, E.ON Ruhrgas, Union Fenosa gas und Galp Energia will nun einen Gas-Masterplan mitentwickeln und so die Kommerzialisierung der Gasreserven im Golf von Guinea vorantreiben. „Wir sind stolz, dass wir nunmehr eine führende Rolle in dem Projekt übernehmen“, sagte das für die Gasbeschaffung zuständige Vorstandsmitglied Jochen Weise. „Der systematische weitere Aufbau unseres LNG-Geschäfts wird einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit unserer Märkte leisten.“ Nach Angaben des Unternehmens liegen in Afrika rund acht Prozent der weltweit nachgewiesenen Gasreserven, die es in Zeiten eines weltweiten Nachfragewettbewerbs um begrenzte Ressourcen zu erschließen gelte. Südlich der Sahara sei Äquatorialguinea neben Nigeria und Angola als Energielieferant bedeutend.