Archiv für Dezember 2008

Alternative Antriebstechnologien brauchen mehr Tankstellen

Freitag, 19. Dezember 2008

Laut einer aktuellen Studie zur Zukunftsfähigkeit alternativer Antriebstechnologien, die u. a. vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erstellt wurde, sind deutsche Verbraucher durchaus bereit, auf Pkw umzusteigen, die Erdgas tanken, Biokraftstoffe verbrauchen oder mit Wasserstoff betrieben werden. Dazu müssten allerdings deutlich mehr Tankstellen als bisher den entsprechenden Kraftstoff anbieten. Die Studie zeigt, dass die Konsumenten sogar bereit sind, für den Ausbau der Tankstellennetzdichte eine Erhöhung des Fahrzeugpreises zu akzeptieren.

Derzeit gibt es in Deutschland insgesamt rund 15.000 Tankstellen. 1.900 davon führen Biodiesel, 3.900 bieten Flüssiggas an, und ein Erdgasfahrzeug kann man an etwa 800 Standorten betanken. Um den Nachteil der geringen Tankstellendichte für alternative Kraftstoffe zu kompensieren, müssten nach Ansicht des ZEW alternativ betriebene Fahrzeuge erheblich preiswerter sein als herkömmliche Autos. Dies sei jedoch angesichts der aktuellen technischen Standards unrealistisch. Das ZEW befürchtet, dass der Umstieg auf umweltfreundliche Pkw vor diesem Hintergrund weiter auf sich warten lässt.

Piebalgs sieht Entflechtung auf gutem Weg

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Anlässlich eines Debattenabends der Stiftung Energie- und Klimaschutz Baden-Württemberg hat EU-Energiekommissar Andris Piebalgs die Position der Kommission zur Entflechtung von Stromerzeugung und Stromverteilung erläutert. Energie müsse dort erzeugt werden, wo die Bedingungen am besten seien. “Nationale Grenzen verhindern effiziente Gesamtlösungen”, so Piebalgs. Seine Vision sei, dass jedes Land und jede Region die eigenen Stärken in den europäischen Energiemix einbringe. Mit der Schaffung der Möglichkeit zur Auslagerung von Netzen in unabhängig gemanagte Tochtergesellschaften sei es dem Rat gelungen, eine Art der Entflechtung zu finden, die auch für Deutschland akzeptabel sei. Die Unabhängigkeit des Netzbetreibers werde durch detaillierte Vorgaben zur Organisation erreicht. Es gebe Anlass zur Hoffnung, die nationale Ausrichtung von Regulierung und Netzbetrieb damit überwinden zu können.

Baden-Württembergs Europaminister Wolfgang Reinhart sieht in der von der EU vorgeschlagenen Entflechtung einen erheblichen Eingriff in die Eigentumsrechte von Unternehmen. Deutschland habe mit der Einrichtung von Regulierungsbehörden, mit der Anreizregulierungsverordnung und mit der Verschärfung des Kartellrechts wesentlich geeignetere Instrumente geschaffen.

Erneuerbare Energien: 150 Millionen Euro für die Forschung

Donnerstag, 18. Dezember 2008

In diesem Jahr hat das Bundesumweltministerium (BMU) nach eigenen Angaben 170 neue Forschungsprojekte zu erneuerbaren Energien mit einem Gesamtvolumen von 150 Millionen Euro – das sind 50 Prozent mehr als 2007 – bewilligt. Die Schwerpunkte der Förderung lagen bei Projekten zur Photovoltaik und zur Windenergie, für die jeweils rund 40 Millionen Euro bewilligt wurden. Rund 30 Millionen Euro entfielen auf den neuen Förderschwerpunkt „Systemintegration“, mit dem das BMU den wachsenden Herausforderungen zur Integration der Windenergie in die Stromversorgung Rechnung tragen will. Auch in den Bereichen Geothermie, Solarthermie und bei den solarthermischen Kraftwerken wurde das Förderniveau der Vorjahre übertroffen. Beispielsweise ging in diesem Jahr das solare Turmkraftwerk in Jülich ans Stromnetz. Und im bayerischen Unterhaching hat das vom BMU geförderte Geothermieprojekt die Stromproduktion aufgenommen.

460 stromintensive Unternehmen profitieren von EEG-Ausgleichsregelung

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Etwa 460 Firmen des produzierenden Gewerbes, die aus produktionstechnischen Gründen besonders viel Strom verbrauchen, zum Beispiel Aluminiumhütten und rund 50 Bahnunternehmen, werden auch 2009 durch eine Ausgleichsregelung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bei ihren Stromkosten entlastet. Das Gesamtvolumen der Begünstigung liegt laut Bundesumweltministerium in einer Größenordnung von etwa 700 Millionen Euro. Die Entlastung gibt es allerdings nur für Unternehmen, die von 2009 an ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nachweisen, mit dem betriebliche Energieeinsparpotenziale erfasst und bewertet werden. Laut den vom dafür zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) verschickten Bescheiden werden in 2009 etwa fünf Prozent mehr Unternehmen als im Vorjahr von der Ausgleichsregelung des EEG profitieren.

Hintergrundinformationen zur Funktionsweise der Ausgleichsregelung sowie eine erste, vorläufige Auswertung des Bescheidverfahrens für das Begünstigungsjahr 2009 finden sich im Internet unter www.erneuerbare-energien.de.

BEE: Banken müssen jetzt mitziehen

Montag, 15. Dezember 2008

Die Branche der erneuerbaren Energien sieht durch die schlechte weltwirtschaftliche Lage keine grundsätzliche Bedrohung ihrer Entwicklung. Man liefere unverzichtbare Produkte, könne in den meisten Bereichen auf sichere Rahmenbedingungen setzen und habe durch eine Vielzahl kleiner und mittlerer Akteure eine breite Risikostreuung, sagte Björn Klusmann, Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE), anlässlich eines Branchengesprächs bei Bundesumweltminister Gabriel. Dennoch gelte es, aufgrund der aktuellen Finanzkrise bestehende Risiken abzuwenden, die vor allem in schlechteren Konditionen bei der Kreditvergabe lägen. „Es fehlt nicht etwa an Vertrauen in unsere Branche. Es sind vielmehr die Banken, die einander nicht trauen.“ In der Folge zögen sich einzelne Geldinstitute bereits aus Projekten zurück, Kreditlaufzeiten und Zinsbindungen würden gekürzt und höhere Eigenkapitalanforderungen gestellt, so Klusmann. „Die Banken müssen jetzt mitziehen und Probleme bei der Finanzierung von Projekten im Bereich der Erneuerbaren Energien abwenden. Sonst könnten kurzfristige Friktionen des Finanzmarktes das langfristige Wachstum der Branche bremsen.“ Der BEE begrüßte die Ankündigung der KfW, ihre Fördergrenze für Projekte der erneuerbaren Energien von zehn auf 50 Millionen Euro anzuheben. Wichtig sei, das Sonderprogramm auch über das Jahr 2009 hinaus fortzusetzen.

Erneuerbare Energien als Investitionsmotor

Freitag, 12. Dezember 2008

Mit dem Ausbau der regenerativen Stromerzeugung sind in Deutschland bis zum Jahr 2030 jährlich Investitionen zwischen sechs und acht Milliarden Euro verbunden. Das hat eine Studie des Instituts für neue Energien im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMU) ergeben. Danach halten sich die Kosten für die einzelnen Stromkunden in Grenzen: Von gegenwärtig etwa 1,2 Cent pro Kilowattstunde steigen sie bis Mitte des kommenden Jahrzehnts auf maximal 1,5 Cent. Ab diesem Zeitpunkt soll die Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) kontinuierlich sinken. Im Jahr 2030, wenn nach der Zielsetzung der Bundesregierung 50 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden, soll die Umlage nur noch bei 0,2 Cent je Kilowattstunde liegen. Nach Angaben des BMU sorgen die im EEG angelegte Abschmelzung der Vergütung sowie voraussichtlich weiterhin deutlich steigende Kosten der fossilen Stromerzeugung dafür, dass Strom aus erneuerbaren Energien zunehmend frei vermarktbar wird und die Mehrkosten des EEG kontinuierlich sinken. Aufgrund der in den vergangenen Monaten sprunghaft gestiegenen Börsenstrompreise dürften EEG-Differenzkosten und Umlage im kommenden Jahr trotz des weiteren Ausbaus in einer ähnlichen Größenordnung wie ihr diesjähriger Wert liegen. Das EEG könne also nicht als Treiber für die von verschiedenen Stromversorgern angekündigten Preiserhöhungen verantwortlich gemacht werden.

EWE baut Beteiligung an alpha ventus aus

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Der Oldenburger Energieversorger EWE stockt seine Beteiligung am Offshore-Windpark alpha ventus von einem Drittel auf 47,5 Prozent auf. Die Anteile der Gesellschafter E.ON Climate & Renewables und Vattenfall Europe New Energy reduzieren sich entsprechend auf jeweils 26,25 Prozent. EWE wird die Betriebsführung und Betriebsüberwachung für den Windpark übernehmen, der teurer als geplant wird. EWE zufolge erhöhen sich die Gesamtinvestitionen von geplant 189 Millionen auf nun rund 250 Millionen Euro. Mit der Erhöhung des Gesellschafteranteils trage man die höheren Investitionskosten. „Die Energiezukunft liegt Offshore. Wir sehen in der auf hoher See erzeugten Energie großes Potenzial und werden diesen Bereich deshalb im EWE-Konzern weiter ausbauen“, so EWE-Vorstand Thomas Neuber. Die Offshore-Windenergie sei ein Wachstumsmarkt, von dem EWE profitieren wolle. Neben alpha ventus beteiligt sich das Unternehmen an der Realisierung des Hochseewindparks Riffgat, der 2012 etwa 15 Kilometer nordwestlich der Nordseeinsel Borkum entstehen soll.

E.ON Gas Storage vermarktet Speicherkapazitäten

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Die E.ON Gas Storage GmbH (EGS) beginnt Mitte Dezember mit der Vermarktung von Speicherkapazitäten. In einem ersten Schritt sollen zum Speicherjahr 2009/2010 ab April 2009 fünf Terawattstunden frei verfügbare Kapazität zur Verfügung gestellt werden. An insgesamt vier Speicherstandorten in Deutschland werden dazu verschiedene Produkte angeboten, die nach Angaben des Unternehmens das gesamte Spektrum von saisonalen Speicherdienstleistungen bis zu schnellen und leistungsstarken Produkten umfasst. Die buchbaren Kapazitäten verteilen sich dabei annähernd gleichmäßig auf Kavernen- (Etzel und Epe) und Porenspeicher (Bierwang und Breitbrunn). Zusätzlich sollen bereits in 2009 weitere Kapazitäten im süddeutschen Raum, die sich derzeit noch im Aufbau befinden, vermarktet werden.

Verbraucherverband fordert Prämiensystem für energieeffizente Geräte

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Wer zu Weihnachten in einen besonders Strom sparenden Kühlschrank oder DVD-Rekorder investieren will, wird im Einzelhandel womöglich enttäuscht. Das berichtet der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Er hat vom Institut für angewandte Verbraucherforschung (IFAV) einen „Marktcheck“ durchführen lassen. Danach ist das Thema Energieeinsparung trotz der aktuellen Diskussion im Elektrogeräte-Einzelhandel noch nicht angekommen. Verbandsvorstand Gerd Billen: „Das schlechte Angebot bestätigt unsere Forderung nach gezielten Prämienprogrammen.“ Das Angebot werde immer noch von Modellen mit relativ ungünstiger Energieeffizienz dominiert. „Dabei erhöhen gezielte Prämienprogramme oder Steuererleichterungen für hocheffiziente Geräte nachweislich das Angebot im Handel.“ Billen verweist auf Erfahrungen aus Italien. Dort hätten Kühl-Gefrier-Kombinationen der Klassen A+ und A++ nach Durchführung eines Prämienprogramms einen Marktanteil bei Neugeräten von fast 90 Prozent.

Hohes Umweltbewusstsein unter den Deutschen

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Für 91 Prozent der Deutschen ist der Umweltschutz wichtig. Auch das Problembewusstsein für die Risiken und Folgen des Klimawandels ist sehr hoch. Weit über 80 Prozent der Bevölkerung befürchten, dass auf Deutschland hohe Kosten zukommen für die Beseitigung von Schäden oder zum Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Das zeigt eine Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes. Danach ist der Anteil der Menschen, die die Klimafolgen in Deutschland als beherrschbar einstufen, von 39 Prozent im Jahr 2006 auf 54 Prozent gestiegen. „Dieser Optimismus verbessert die Basis für eine zielorientierte Umweltpolitik“, so Astrid Klug, Parlamentarische Staatssekretärin. „Ich freue mich, dass immer mehr Menschen Umweltschutz als Zukunftsgestaltung begreifen und eine konsequente ökologische Modernisierung einfordern.“ Die Befragung belegt auch, dass der technischen Innovation als Problemlösung viel Zuversicht und Vertrauen entgegengebracht wird. Knapp drei Viertel erwarten, dass sich künftig durch eine konsequente Umweltschutzpolitik die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft verbessert. Die Studie zum Umweltbewusstsein 2008 und die Vorgängerstudien stehen im Internet unter www.bmu.de und www.umweltbundesamt.de zur Verfügung.