Archiv für Oktober 2008

Gazprom und E.ON Ruhrgas bauen 35-jährige Zusammenarbeit aus

Freitag, 31. Oktober 2008

Seit 1973 arbeiten die E.ON Ruhrgas AG und die russische OAO Gazprom im Erdgassektor zusammen. Seither bezog das Essener Ferngasunternehmen 520 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas im Wert von 55 Milliarden Euro. Gleichzeitig wurden mit Gazprom vielfältige Projekte in Europa entwickelt, wie beispielsweise die gemeinsamen Beteiligungen im Baltikum und vor allem die Pipeline Nord Stream, über die ab 2011 pro Jahr rund 27 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas nach Westeuropa fließen werden. „Zuverlässigkeit, Engagement und Partnerschaft sind und bleiben die Erfolgsfaktoren unserer Zusammenarbeit mit Gazprom“, sagte Bernhard Reutersberg, E.ON Ruhrgas-Vorstandsvorsitzender, bei einer Veranstaltung zum Jubiläum. Gazprom-Vorstandschef Alexej Miller ergänzte: „35 Jahre der Zusammenarbeit mit E.ON Ruhrgas haben bewiesen, dass unsere gemeinsame Arbeit nicht nur Geschäfte und Gas heißt, sondern Vertrauen und Freundschaft bedeutet. Wir arbeiten heute entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Gasförderung bis zur Vermarktung zusammen. Außerdem steigen wir in ein neues gemeinsames Geschäftssegment – die Stromwirtschaft – ein.“ Zu den gemeinsamen Projekten zählt auch die E.ON Ruhrgas-Beteiligung am Gasfeld Yushno Russkoje sowie der gemeinsame Bau und Betrieb eines GuD-Kraftwerks in Lubmin. Anlässlich der Feier unterzeichneten die beiden Unternehmen zudem ein Memorandum of Understanding zur Förderung der Energieeffizienz. Geplant ist die Gründung einer gemeinsamen Projektentwicklungsgesellschaft.

Stadtwerke als Motor und Gewinner der Energiewende

Donnerstag, 30. Oktober 2008

„Stadtwerke sind die Gewinner der Energiewende. Als lokale Dienstleistungsanbieter können sie sich mit Energieberatung besonders profilieren. Zudem erzeugen sie mit Kraft-Wärme-Kopplung und erneuerbaren Energien die Energie der Zukunft“, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel auf der Konferenz „Stadtwerke der Zukunft – Vorreiter bei Klimaschutz, Energiesicherheit und Innovation“. Stadtwerke verfügten über das energiewirtschaftliche Know-how, das für den erfolgreichen Ausbau und die Umsetzung des kommunalen Klimaschutzes unentbehrlich sei. Sie wüssten, wie Klimaschutzmaßnahmen effektiv und kostengünstig umgesetzt werden könnten, betonte Gabriel. „Deshalb kommt es nun darauf an, dass Stadtwerke und Politik Hand in Hand arbeiten und so die Grundlagen einer nachhaltigen Energieversorgung schaffen.“ Dazu Stephan Weil, Präsident des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU): „Die Energiezukunft wird in deutlich stärkerem Maß als bisher dezentral sein. Stadtwerke kennen die Gegebenheiten vor Ort am besten und sind deshalb prädestiniert, diese dezentrale Zukunft als entscheidender Netzwerkpartner erfolgreich mit zu gestalten.“ Weil zufolge sind die wichtigsten Handlungsfelder der Stadtwerke der Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung, die stärkere Nutzung der erneuerbaren Energien und die Vermarktung von Dienstleistungen für eine effiziente Energienutzung.

Neuer MBA-Studiengang „Energy Management“

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Die International School of Management (ISM) bietet ab dem Wintersemester 2009 den berufsbegleitenden MBA-Studiengang „Energy Management“ an. In Kooperation mit den Energieunternehmen E.ON und RWE hat die private, staatlich anerkannte Hochschule eine Stiftungsprofessur eingerichtet. „Die Energiewirtschaft wird heute durch die Internationalisierung der Märkte und immer knapper werdende Ressourcen bestimmt“, so ISM-Kanzler Thoralf Held. „Mit Unterstützung der beiden größten Energieversorger Deutschlands können wir zukünftige Führungskräfte auf die komplexer werdenden Aufgaben dieser Branche optimal vorbereiten.“ Die ISM bildet seit 1990 in Dortmund und seit 2007 in Frankfurt am Main Management-Nachwuchskräfte für die globale Wirtschaft aus.

Topgeräte-Listen für Kühlschrank und Co. im Internet

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Der Stromverbrauch privater Haushalte wird vor allem durch die Geräteausstattung und -auswahl bestimmt. Wer hier auf stromsparende Technik setzt und diese intelligent nutzt, kann nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) seinen Stromverbrauch um bis zu einem Viertel senken. Um die Suche nach verbrauchsgünstigen Geräten zu erleichtern, veröffentlicht die dena Topgeräte-Listen, die regelmäßig aktualisiert werden. Die Übersichten zu stromsparenden Produkten können im Internet unter www.stromeffizienz.de abgerufen werden. Bisher sind Topgeräte-Listen für Kühl- und Gefriergeräte, Wäschetrockner, Waschmaschinen und Geschirrspüler erschienen.

Bioethanolwirtschaft kritisiert geplante Senkung der Quoten

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Die vom Bundesumweltministerium vorgeschlagene Senkung der Biokraftstoffquoten ist nach Ansicht des Bundesverbands der Deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBE) ein Rückschritt zu Lasten des Klimaschutzes, der Landwirtschaft und der Arbeitsplätze. Rund 5,2 Millionen Tonnen CO2-Minderung würden ausfallen. Als Konsequenz aus dem Rückgang im heimischen Anbau von Getreide und Zuckerrüben müssten 3,5 Millionen Tonnen Eiweißfuttermittel zusätzlich importiert werden. Dies bedeute, dass eine Fläche von rund 270.000 Hektar Soja deswegen nicht mehr für die Lebens- und Futtermittelerzeugung in Drittländern zur Verfügung stehe, erläuterte Professor Markwart Kunz, stellvertretender BDBE-Vorsitzender, in Berlin. Kunz und Norbert Schindler, Vorsitzender des Verbands, bekräftigten die Selbstverpflichtung der deutschen Bioethanolwirtschaft zum Klimaschutz. „35 oder 45 Prozent Klimagaseinsparung wie zur Zeit politisch diskutiert können nur ein Beginn sein“, sagte Kunz. „Wir stehen für 50 Prozent Mindesteinsparung im Jahr 2015 und 60 Prozent im Jahr 2020.“ Der BDBE war bisher als „Landwirtschaftliche Biokraftstoffe“ bekannt. Mit der Umbenennung will er sich nun klarer positionieren und Informationsdefiziten über Bioethanol entgegenwirken.

Gabriel fordert Langfristigkeit als entscheidenden Politikfaktor

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Das Bundeskabinett hat den „Fortschrittsbericht 2008 zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie“ verabschiedet „Der vorgelegte Bericht untermauert, wie zentral eine langfristig orientierte Umweltpolitik für eine zukunftsfähige Wirtschafts- und Gesellschaftsentwicklung ist“, so Bundesumweltminister Gabriel. „Die Bundesregierung muss verstärkt mit integrierten, politikfeldübergreifenden Strategien Zukunft gestalten und Langfristigkeit zum entscheidenden Faktor der Politik machen.“ Der Bericht zeige, dass Deutschland in einigen umwelt- und innovationspolitisch sehr bedeutenden Politikfeldern seine ambitionierten Ziele schon fast erreicht habe – etwa beim Einsatz erneuerbarer Energien und bei der Reduktion von Treibhausgasemissionen. Er zeige aber auch, wo die Instrumente nachjustiert werden müssten. Der Minister warnte davor, die Themen Klima/Energie, die Entwicklung einer nachhaltigen Rohstoffwirtschaft oder die Probleme der Welternährung in Zeiten der Finanzmarktkrise in der Priorität abzustufen. Der Finanzmarkt in seiner gegenwärtigen Form widerspreche mit seiner extrem kurzfristigen Betrachtung allem, was zur Bewältigung der anstehenden Aufgaben nötig sei. „Eine konsequente Nachhaltigkeitspolitik ist deshalb auch eine Antwort auf die aktuelle Finanzmarktkrise.“

dena fordert Energieeffizienz-Offensive

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Die Förderung für die Sanierung von Gebäuden muss nach Ansicht der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) massiv aufgestockt werden. Das erfolgreiche CO2-Gebäudesanierungsprogramm für private und öffentliche Eigentümer müsse von derzeit 1,4 auf 20 Milliarden Euro pro Jahr erhöht werden. Eine Krise in der Realwirtschaft und fehlende Investitionen in Energieeffizienz könnten dazu führen, dass Deutschland seine Klimaschutzziele nicht erreichen könne. dena-Geschäftsführer Stephan Kohler: „Deutschland braucht eine klare strategische Energieeffizienz-Offensive, um zukunftssichernde Investitionen zu stabilisieren. Innovation und Wachstum hängen zusammen. Kein privater Eigentümer, der um seinen Arbeitsplatz fürchtet, wird investieren, wenn er keine zusätzlichen Anreize bekommt.“ Gleiches gelte für die vielen verschuldeten Kommunen, deren Schulen, Bibliotheken und Verwaltungsgebäude dringend modernisiert werden müssten. „Ein Staat, der in Krisenzeiten auf Energieeffizienz setzt, hält die Wirtschaft im Gang, sichert Arbeitsplätze, regt Innovationen an und schafft damit Werte für die Zukunft.“

Kühle Witterung lässt Energieverbrauch steigen

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Von Januar bis September 2008 wurden nach Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) in Deutschland mit insgesamt etwa 351 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten rund 2,4 Prozent mehr Primärenergieträger verbraucht als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Dabei stieg der Mineralölverbrauch um über vier Prozent, was vor allem auf die Zunahme beim leichten Heizöl – plus 26 Prozent – zurückzuführen ist. Der Absatz von Dieselkraftstoff und Flugkraftstoffen legte um vier bzw. drei Prozent zu. In der Folge der kühlen Witterung im Frühjahr wuchs der Erdgasverbrauch in den ersten neun Monaten um fast fünf Prozent an. Auch Industrie und Kraftwerke erhöhten ihren Erdgaseinsatz, wenn auch nur in geringem Maße. Der Verbrauch an Stein- und Braunkohlen ging dagegen wegen geringerer Lieferungen an Kraftwerke um fast fünf bzw. 3,4 Prozent zurück. Der Beitrag der Kernenergie zur Energiebilanz erhöhte sich um gut fünf Prozent. Die erneuerbaren Energien legten insgesamt nur leicht zu. Der Beitrag der Wasserkraft blieb annähernd konstant, die Stromerzeugung aus Windenergie sank witterungsbedingt um 2,7 Prozent.
Detaillierte Zahlen und eine graphische Darstellung sind auf der Website der AGEB im Bereich Daten eingestellt.

Neue Allianz für europaweite Energieforschung

Dienstag, 28. Oktober 2008

Auf Initiative führender Forschungsinstitute soll eine Europäische Allianz für Energieforschung (EERA) die europäische Energieforschung erweitern und nationale wie europäische Programme zusammenführen. Die Forschungsallianz soll eine Schlüsselrolle im EU‑Strategieplan für Energietechnologie (SET-Plan) spielen. Den SET-Plan hatte die EU-Kommission im November 2007 auf den Weg gebracht, um die Energieforschung in Europa zu intensivieren. Der Plan soll das Forschungspotenzial europäischer Institute und Universitäten mit dem Engagement der Industrie und der Mitgliedstaaten zusammenführen. Auf diese Weise will man sich vom heutigen Modell der Zusammenarbeit bei Einzelprojekten lösen und stattdessen ganze Programme gemeinsam durchführen, von der Forschung über die Entwicklung bis hin zur Einsatzreife. In Vorbereitung befindliche Initiativen konzentrieren sich auf CO2-Abscheidung und -Speicherung, Bioenergie, Wind- und Solarenergie, das intelligente europäische Energienetz und auf die nachhaltige Kernspaltung.

EU eröffnet Bürgerforum „Energie“

Dienstag, 28. Oktober 2008

EU-Verbraucherschutzkommissarin Kuneva und EU-Energiekommissar Piebalgs haben das Bürgerforum „Energie“ eröffnet. Das Forum soll Empfehlungen ausarbeiten, die auf eine bessere Durchsetzung der Rechte der Energieverbraucher und bessere Endkundenmärkte für Strom und Gas abzielen. Nach Berechnungen der EU-Kommission kann eine durchschnittliche Familie in der EU durch geschicktes Auswählen jährlich 1000 Euro oder mehr bei Gas- und Stromrechnungen sparen. Markt- und Verbraucherdaten, wie sie von der EU-Kommission erhoben werden, fließen in die Arbeit des Forums ein und sollen verdeutlichen, inwieweit Gas- und Strommärkte den Bedürfnissen der Verbraucher gerecht werden. Diese Daten werden jährlich als Teil einer erweiterten Marktanalyse, des sogenannten „Verbraucherbarometers“, veröffentlicht.