Archiv für September 2008

RWE Innogy baut Biogasaktivitäten aus

Freitag, 26. September 2008

In der Gemeinde Güterglück in Sachsen-Anhalt will RWE Innogy im Sommer 2009 eine Biogasanlage mit einer Wärmeleistung von rund 6,5 Megawatt in Betrieb nehmen. Das dort erzeugte Biogas wird auf Erdgasqualität aufbereitet und in das lokale Erdgasnetz eingespeist. „Wir wollen unsere Biogasaktivitäten in Deutschland deutlich ausbauen und bis zu zehn weitere Anlagen dieser Art bis 2012 errichten. Insgesamt werden wir hierfür rund 150 Millionen Euro investieren”, so Fritz Vahrenholt, Vorsitzender der Geschäftsführung. „Die Anlagen möchten wir auch interessierten Stadtwerken im Rahmen unseres Green Gecco-Projektes zur Beteiligung anbieten.” Mit der Schmack-Gruppe sei eine Absichtserklärung zur Umsetzung der Ausbaupläne unterzeichnet worden. RWE zufolge besteht der Vorteil dieser Technik darin, dass das aufbereitete Biogas über das öffentliche Gasnetz zu dezentralen Kraft-Wärme-Kopplungs-Standorten geführt werden kann, die weit von der Biogasanlage entfernt liegen.

Erdgasverbrauch gestiegen

Freitag, 26. September 2008

Aufgrund der deutlich kühleren Witterung ist der Erdgasverbrauch in Deutschland im ersten Halbjahr 2008 im Jahresvergleich um 9,5 Prozent auf rund 524 Milliarden Kilowattstunden gestiegen. Die Nachfrage nach Heizgas bei den privaten Haushalten hat sich laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) um rund ein Zehntel erhöht. Erdgas werde inzwischen in mehr als 20 Millionen Haushalten eingesetzt. Die Zahl der mit Erdgas beheizten Wohnungen sei im Jahr 2007 um rund 200.000 Einheiten auf 18,4 Millionen gestiegen. Damit sei Erdgas mit einem Anteil von 48,3 Prozent Marktführer vor Heizöl, das in 30,3 Prozent aller Wohnungen Heizwärme liefere. Der Erdgasverbrauch der Industrie legte laut dem Branchenverband im ersten Halbjahr 2008 um etwa fünf Prozent zu, der Einsatz in Kraftwerken stieg insbesondere wegen der verstärkten Nutzung von Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung um rund zwölf Prozent.

Boom für Erdgasfahrzeuge - neuer Webauftritt

Freitag, 26. September 2008

Fahrer von Erdgasfahrzeugen und Interessierte können sich im neu eingerichteten Blog unter www.erdgasfahrzeuge.de austauschen. Das Internetangebot des Initiativkreises Erdgas als Kraftstoff (IEK) wurde runderneuert und umfasst jetzt unter anderem eine kostenfreie Gebrauchtwagenbörse. „Erdgasfahrzeuge erleben angesichts der hohen Benzinpreise einen wahren Boom”, so Manfred Scheibe vom IEK. „Unsere Website soll allen Interessierten schnelle und vor allem kompetente Antworten geben.”

Deutsche unterschätzen Bedeutung ungestörter Energieversorgung

Mittwoch, 24. September 2008

Der Stellenwert einer ungestörten Energieversorgung wird in der Öffentlichkeit unterschätzt. 76 Prozent der Deutschen sind überzeugt, sich bei einem zweiwöchigen Stromausfall selbst versorgen zu können. Das hat eine Umfrage von TNS Emnid im Auftrag des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ergeben. Eine trügerische Annahme, so das DRK, da im Fall einer solchen Großkatastrophe von der Trinkwasserversorgung über Telefon und Internet bis hin zu Geldautomat und Tiefkühltruhe nichts mehr funktioniert. ”Diese Zuversicht und das Vertrauen sind lobenswert. Aber wir gehen davon aus, dass das öffentliche Leben zusammenbricht und chaotische Zustände herrschen. Auch beim Roten Kreuz wird man dann nicht mehr anrufen können”, so DRK-Generalsekretär Clemens Graf von Waldburg-Zeil. Das DRK ist Mitautor des Grünbuchs zur Öffentlichen Sicherheit. Damit soll die Debatte um politische Lösungen und um eine bundesweite nationale Notfallplanung vorangebracht werden. Waldburg-Zeil: “Den flächendeckenden, mehrwöchigen Stromausfall kann man mit bestehenden Notfallsystemen nicht bewältigen. Genau wie bei allen anderen Akteuren von Behörden über THW bis Bundeswehr würde ein Stromausfall die Strukturen dieser Organisationen lahm legen. Das müssen wir ändern.”

Informationen zum Stromsparen gefragt

Mittwoch, 24. September 2008

Drei Viertel der Bundesbürger wünschen sich mehr Informationen zum Stromsparen und eine bessere Kennzeichnung energieeffizienter Geräte. Auch finanzielle Anreize für den Kauf eines energieeffizienten Geräts halten fast drei Viertel für sinnvoll. Weniger beliebt sind nach einer forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) das Verbot ineffizienter Geräte oder höhere Abgaben und damit höhere Strompreise. „Energieeffizienz hat das Zeug zum Kassenschlager“, sagte dena-Geschäftsführer Stephan Kohler anlässlich der Jahrestagung der Initiative EnergieEffizienz in Berlin. „Hersteller, Händler und Energieversorger müssen die Vorteile noch stärker in den Vordergrund stellen. Dann können die Verbraucher sich auch bewusst dafür entscheiden.“ Die Initiative EnergieEffizienz wird von der dena gemeinsam mit den Energieversorgern EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall Europe getragen und durch das Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Sie informiert im Internet unter www.initiative-energieeffizienz.de.

Wettbewerb gewinnt weiter an Dynamik

Dienstag, 23. September 2008

Der Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt funktioniert und auch im Erdgasbereich gewinnt er immer mehr an Dynamik. Diese These sieht der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) durch den Monitoringbericht der Bundesnetzagentur bestätigt. Belegt werde diese Entwicklung beispielhaft durch das wachsende Angebot auf dem deutschen Energiemarkt und das Kundenverhalten, so Martin Weyand, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Verbandes. Dies dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Energieunternehmen in den nächsten Monaten mit Unsicherheiten zu kämpfen hätten. Weyand mahnte dringend verlässliche Rahmenbedingungen an. Die derzeitigen Planungs- und Genehmigungsverfahren insbesondere im Netzbereich verzögerten notwendige Investitionsvorhaben. „Aufgrund der derzeit unsicheren Rahmenbedingungen ist noch unklar, ob die Strom- und Gaswirtschaft die geplanten Investitionen in diesem Jahr auch in vollem Umfang realisieren kann“, sagte Weyand. Neben den zu langen Genehmigungsverfahren seien dafür vor allem die noch bestehenden Unklarheiten bei der Ausgestaltung der Anreizregulierung im Netzbereich sowie die widersprüchlichen Signale von Politik und Regulierungsbehörden verantwortlich. „Es können nicht einerseits von Behörden Investitionen und Engagement gefordert werden, wenn für die Energieunternehmen andererseits ständig neue Gesetze und Verordnungen erlassen werden, in denen zum Beispiel keine wettbewerbsfähigen Renditen für Investitionen zugestanden werden.“

Bundesnetzagentur reklamiert „überlange Genehmigungsverfahren“

Dienstag, 23. September 2008

Die Strom-Übertragungsnetzbetreiber haben im Jahr 2007 insgesamt rund 884 Millionen Euro für den Ausbau und die Erhaltung der Stromnetze ausgegeben. Nach Angaben der Bundesnetzagentur sind die Ausgaben damit geringer ausgefallen als die Planwerte und liegen unter den Ausgaben des Jahres 2006. Hauptgrund hierfür seien Verzögerungen bei insgesamt 38 Maßnahmen, die hauptsächlich durch überlange Genehmigungsverfahren, Änderungen im Ordnungsrahmen, Lieferengpässe bei benötigter Ausrüstung und wachsende Widerstände der Bevölkerung verursacht worden seien. Die Verteilernetzbetreiber hätten in 2007 rund 2,13 Milliarden Euro in die Netzinfrastruktur investiert. Laut Bundesnetzagentur wurden von den Gas-Fernleitungsnetzbetreibern für das Jahr 2007 Investitionen für den Ausbau sowie für die Wartung und Instandhaltung der Netze in Höhe von rund 900 Millionen Euro benannt. Die Verteilnetzbetreiber hätten nach eigenen Angaben rund 1,5 Milliarden Euro in den Ausbau und die Erhaltung der Gasnetze investiert.

Ferngasnetz soll in Anreizregulierung einbezogen werden

Dienstag, 23. September 2008

Ab 1. Januar 2010 sollen auch die überregionalen Gas-Fernleitungsnetzbetreiber der Anreizregulierung unterliegen. Das kündigte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, an. Die Transportunternehmen von E.ON, Wingas sowie Gasunie müssten nun innerhalb der nächsten zwei Monate Kostenunterlagen vorlegen und würden einem Effizienzvergleich unterzogen. Verfahren gegen sieben weitere Netzbetreiber würden „zeitnah“ abgeschlossen. In den bisher ergangenen drei Entscheidungen werde im Einvernehmen mit dem Bundeskartellamt festgestellt, dass diese Unternehmen keinem Leitungswettbewerb ausgesetzt seien. „Diese Netzbetreiber verfügen über eine dominierende Marktmacht und besitzen daher nicht durch den Wettbewerb kontrollierte Verhaltensspielräume“, so Kurth. Die Kapazitäten im Ferngasnetz seien bei allen Betreibern langfristig ausgebucht und es bestehe kaum eine Möglichkeit, auf Alternativangebote auszuweichen. „Bemühungen von Gasnetzbetreibern, durch niedrigere Preise Netzkunden zu gewinnen, sind nicht erkennbar.“ Kurth zufolge ist auch ein „potenzieller Leitungswettbewerb“ nicht erkennbar. Er nennt als Markteintrittsschranken planungs- und umweltrechtliche Genehmigungsverfahren vor einem Leitungsbau, größere Spielräume der etablierten Netzbetreiber bei der Preisgestaltung und die Tatsache, dass es sich bei den Investitionen in der Regel um „versunkene Kosten“ handele, die ein zusätzliches Risiko für den „Newcomer“ darstellten.

Bundesnetzagentur zieht „gemischte Zwischenbilanz“

Dienstag, 23. September 2008

„Trotz zahlreicher Fortschritte hin zu mehr Wettbewerb bleibt noch viel zu tun.“ Dieses Fazit zieht Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, aus dem Monitoringbericht zur Entwicklung der Strom- und Gasmärkte 2008. „Wir ziehen eine gemischte Zwischenbilanz. Das Glas ist halb voll und bei der Wechselbereitschaft der Verbraucher im Strombereich und der Senkung der Netzentgelte insgesamt gibt es schon signifikante Fortschritte. Bei der Wechselbereitschaft im Gasmarkt und bei der Struktur der Anbieter sowie beim Netzausbau und beim Kraftwerksbau müssen wir allerdings noch engagierter und wachsamer arbeiten.“

Kurth zufolge ist das Niveau der Versorgungssicherheit in Deutschland nach wie vor hoch. „Um Gefährdungen für die Versorgungssicherheit auch in der weiteren Zukunft auszuschließen, ist eine zeitnahe Umsetzung geplanter Netzausbaumaßnahmen sicherzustellen. Auch bei den erforderlichen Investitionen in Kraftwerke dürfen im Zuge der Umsetzung der Investitionsvorhaben keine signifikanten Verzögerungen mehr entstehen.“ Kurth sieht in den massiven Akzeptanzproblemen in der Bevölkerung Anlass zu erheblicher Sorge. Sollte sich dieser negative Trend fortsetzen, seien weitere und überproportional steigende Strompreise zu erwarten und längerfristig auch Versorgungsengpässe nicht mehr auszuschließen. „Wer sich gegen den Bau neuer Kraftwerke mit erheblich höherem Wirkungsgrad sowie den überfälligen Bau neuer Leitungen, die im Übrigen auch dem Transport von Strom aus erneuerbaren Energien dienen, wendet, wendet sich im Ergebnis auch gegen den Klimaschutz.“

Praxistext Callux soll Brennstoffzellen marktreif machen

Dienstag, 23. September 2008

Bundesbauminister Tiefensee hat das Projekt Callux gestartet. In einem groß angelegten Praxistest mit über 800 Brennstoffzellenheizgeräten in Kellern privater Ein- und Zweifamilienhäuser soll über einen Zeitraum von acht Jahren die Praxistauglichkeit der Technik getestet werden. „Ziel ist es, bis 2015 Brennstoffzellenheizgeräte an den Markt zu bringen, um eine wirkliche Alternative zu herkömmlichen Geräten zu schaffen. Die Brennstoffzellentechnik holt die hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung in jedes Haus. Sie produziert Strom und nutzt die Abwärme als Nutzwärme. Das spart bis zu 30 Prozent Primärenergie“, sagte Tiefensee. Als Brennstoff wird in dem Praxistest Erdgas verwendet, das zu Wasserstoff umgewandelt wird. An dem Callux-Konsortium sind neben der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) als Koordinator die Heizgerätehersteller Baxi Innotech, Hexis, Vaillant und Viessmann, die Energieversorger EnBW, E.ON, EWE, MVV und VNG sowie das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Stuttgart beteiligt. An den Kosten von insgesamt 86 Millionen Euro beteiligt sich das Bundesbauministerium mit rund 40 Millionen Euro.