Archiv für August 2008

EEX mit börslichem Gashandel zufrieden

Freitag, 29. August 2008

Ein Jahr nach der Einführung des börslichen Gashandels zieht die Leipziger Energiebörse European Energy Exchange AG (EEX) eine positive Bilanz. Das Handelsvolumen in den beiden Marktgebieten E.ON GT und BEB, die zusammen etwa 60 Prozent des deutschen H-Gas-Marktvolumens abdecken, habe 2008 im ersten Halbjahr 6.477.301 Megawattstunden betragen. Davon seien 389.690 Megawattstunden auf den Spotmarkt für Erdgas und 6.087.611 Megawattstunden auf den Terminmarkt entfallen. „Wir sind mit der Entwicklung dieses jungen Marktes zufrieden, insbesondere mit dem hohen Anstieg des Volumens am Terminmarkt“, so EEX-Vorstandsvorsitzender Hans-Bernd Menzel. Im Gashandel stieg die Teilnehmerzahl Menzel zufolge auf 50, beim Handelsstart im Juli 2007 waren es 26.

Grundstein für neues Steinkohlekraftwerk in Hamm gelegt

Freitag, 29. August 2008

RWE Power hat im nordrhein-westfälischen Hamm den Grundstein für ein neues Steinkohlekraftwerk gelegt. Die beiden Blöcke mit einer Gesamtleistung von 1.600 Megawatt sollen Mitte 2011 bzw. Anfang 2012 ans Netz gehen. Die rund zwei Milliarden Euro teure Anlage wird einen Wirkungsgrad von 46 Prozent erreichen und den CO2-Ausstoß im Vergleich zu Altanlagen – bei gleicher Stromproduktion – um rund 2,5 Millionen Tonnen pro Jahr reduzieren, teilte RWE mit. 23 Stadtwerke aus Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz sind an dem Kraftwerk beteiligt. Sie haben sich in der Arbeitsgemeinschaft GEKKO zusammengeschlossen und verfügen über einen Anteil von 350 Megawatt. Die Anlage in Hamm wird für die Nachrüstung mit einer CO2-Wäsche ausgelegt (capture ready). RWE-Chef Jürgen Großmann appellierte anlässlich der Grundsteinlegung an die Politik, den Emissionshandel so zu gestalten, dass hocheffiziente Neubaukraftwerke wie in Hamm eine kostenfreie Zertifikate-Zuteilung auf Basis brennstoffspezifischer Benchmarks erhalten. Eine vollständige Versteigerung der Zertifikate, wie sie derzeit geplant sei, solle nur schrittweise eingeführt werden, um eine Wettbewerbsverzerrung in Europa vermeiden.

RWE plant CCS-Kraftwerk in Hürth bei Köln

Freitag, 29. August 2008

Am Standort Goldenbergwerk in Hürth bei Köln will RWE bis 2014 ein 450-Megawatt-Kraftwerk mit integrierter Kohlevergasung (IGCC) sowie CO2-Abtrennung und –Speicherung (CCS) errichten. Die Anlage soll mit heimischer Braunkohle betrieben werden. RWE beziffert die Investitionen für Kraftwerk, Pipeline und Speicher auf rund zwei Milliarden Euro. Das ambitionierte Projekt werde auch für weitere verlässliche Partner geöffnet, kündigte Johannes Lambertz, Vorstandsvorsitzender der RWE Power, an. Der Fertigstellungstermin werde “nur einzuhalten sein, wenn der angekündigte Rechtsrahmen bald festgelegt und darin beschleunigte Genehmigungsverfahren für Pipeline und Speicher definiert werden.“ Lambertz betonte, dass für das Gelingen vor allem auch die öffentliche Akzeptanz der neuen Technologie entscheidend sei. In der Anlage in Hürth sollen etwa 90 Prozent des im Kraftwerksprozess entstehenden CO2 abgetrennt werden. Potenzielle Speicherstätten sollen von RWE Dea in Schleswig-Holstein erkundet werden. Die Einleitung des Raumordnungsverfahrens für die Transportpipeline ist noch für das laufende Jahr vorgesehen.

VKU gegen „ungerechtfertigte Dramatisierung“

Mittwoch, 27. August 2008

„Die Bundesnetzagentur muss sich in ihrer Umsetzungspraxis an den Kapazitäten des Marktes orientieren und nicht dogmatisch auf Umsetzungsfristen beharren.“ Das fordert Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU). Reck reagiert damit auf die Drohung der Bundesnetzagentur, bei knapp 40 Stromnetzbetreibern Zwangsgelder in Höhe von 1,7 Millionen Euro wegen fehlender oder mangelhafter Umsetzung der Vorgaben für einen Lieferantenwechsel zu erheben (s. Meldung vom 22.8.). „Diese pressewirksame Ankündigung ist eine ungerechtfertigte Dramatisierung der tatsächlichen Gegebenheiten“, so Reck. Offensichtlich seien viele Softwarelieferanten nicht in der Lage, ihre Terminzusagen gegenüber den Netzbetreibern einzuhalten. Diese technischen Ursachen würden auch von der Regulierungsbehörde selbst festgestellt. „Die Umsetzungsmängel beim Lieferantenwechsel liegen eindeutig nicht im mangelnden Willen der Netzbetreiber, sondern bei den begrenzten Kapazitäten bei Softwarefirmen und Programmierern.“

800. Erdgastankstelle eröffnet

Montag, 25. August 2008

Im niedersächsischen Barsinghausen wurde die 800. Erdgastankstelle Deutschlands eröffnet. Nach Angaben des Verbraucherportals gibgas.de reichen die derzeit in Deutschland verfügbaren Kapazitäten aus, um rund eine halbe Million Erdgasfahrzeuge zu betanken. An etwa jeder 12. Station kann sogar schon Bio-Erdgas getankt werden, das zuvor ins Erdgasnetz eingespeist wurde. Der Bio-Erdgasgas-Anteil liegt dabei zwischen zehn und 20 Prozent. „Das Multitalent Bio-Erdgas gehört zu den Biokraftstoffen der zweiten Generation“, so Birgit Maria Wöber von gibgas.de. „Es besitzt die höchste Energieausbeute pro Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche. Es kann – und das ist ganz wichtig – aus organischen Abfällen aller Art gewonnen werden.“

Bundesnetzagentur will weniger Marktgebiete

Montag, 25. August 2008

Die Bundesnetzagentur hat ein Missbrauchsverfahren gegen fünf Gasnetzbetreiber eingeleitet. Dabei geht es um die geplante Zusammenlegung von Marktgebieten für L-Gas (niederkalorisches Erdgas). E.ON Gastransport und RWE Transportnetz Gas hatten Mitte August mitgeteilt, dass die geplante Kooperation nicht zum 1. Oktober 2008 realisiert werden kann. Die in den letzten Monaten immer wieder geänderten Rahmenbedingungen und die sich dadurch ergebenden immer neuen konzeptionellen Ansätze für die endgültige Ausgestaltung der Kooperation ließen die operative Umsetzung einer umfassenden Kooperation zum 1. Oktober 2008 nicht zu, so die Unternehmen. Nach Ansicht von Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, haben die Unternehmen „ohne stichhaltige Begründung“ ihre Zusage zur Zusammenlegung von Marktgebieten widerrufen. „Jetzt muss das Ziel sein, ein einziges L-Gas-Marktgebiet zu schaffen. Damit würde die Kleinteiligkeit und Zersplitterung der L-Gas-Marktgebiete endgültig beseitigt.“ Betroffen von den eingeleiteten Missbrauchsverfahren sind auch die EWE Netz GmbH, Erdgas Münster Transport GmbH und Gasunie Deutschland Transport Services GmbH.

Grenzüberschreitender Stromhandel wird einfacher

Montag, 25. August 2008

Die EU-Kommission hat ein Joint Venture „European Market Coupling Company“ (EMCC) aus den drei Übertragungsnetzbetreibern Energinet.dk (Dänemark), E.ON Netz GmbH (Deutschland) und Vattenfall Europe Transmission GmbH (Deutschland) und den zwei Energiebörsen Nord Pool Spot AS (Norwegen) und European Energy Exchange AG (EEX, Deutschland) genehmigt. EMCC soll zu einer Optimierung der grenzüberschreitenden Stromflüsse beitragen, indem Käufern und Verkäufern auf einer Energiebörse der automatische Zugang zum grenzüberschreitenden Stromhandel ermöglicht wird, ohne dass entsprechende Übertragungskapazitäten gekauft werden müssen.

Höhere Investitionen in deutsche Öl- und Gasproduktion

Montag, 25. August 2008

Als klares Bekenntnis zum Standort Deutschland wertet der WEG Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung die deutliche Steigerung der Investitionen in die heimische Förderung. Nach einer WEG-Mitgliederumfrage sind für dieses Jahr im Inland Projekte für insgesamt 555 Millionen Euro veranschlagt, gegenüber 2007 eine Steigerung um gut 43 Prozent. „Eine so kräftige Investitionstätigkeit spiegelt klar die Überzeugung der Unternehmen wider, dass sie auch weiterhin in Deutschland erfolgreich einen Beitrag zur Energieversorgung leisten können“, so WEG-Hauptgeschäftsführer Josef Schmid. „Es sind große Anstrengungen notwendig, den in den letzten Jahren beobachteten Rückgang der heimischen Erdöl- und Erdgasproduktion aufhalten zu können.“ Im Jahr 2007 wurden in Deutschland 3,4 Millionen Tonnen Erdöl und 17 Milliarden Kubikmeter Erdgas gefördert.

Regulierer droht mit Zwangsgeld

Freitag, 22. August 2008

Zwangsgelder in einer Gesamthöhe von rund 1,7 Millionen Euro droht die Bundesnetzagentur knapp 40 Stromnetzbetreibern an. Dabei geht es im Kern um die Automatisierung beim Lieferantenwechsel. „Zwar führen die von uns festgestellten Mängel in den meisten Fällen nicht dazu, dass deswegen der vom Verbraucher veranlasste Wechsel des Stromlieferanten scheitert. Sie verursachen aber in jedem Fall erheblichen und unnötigen Mehraufwand beim neuen Lieferanten des Kunden und geben häufig Anlass für gesonderte Nachfragen und Beschwerden“, reklamiert Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur. In vielen Unternehmen gebe es zudem noch zahlreiche manuelle Bearbeitungsschritte bei der Abwicklung des Lieferantenwechsels. „Ganz offensichtlich halten auch viele Softwarelieferanten ihre Terminzusagen gegenüber den Netzbetreibern nicht ein. In der Folge müssen die Prozesse häufig noch händisch nachbearbeitet werden, was naturgemäß eine hohe Fehlerrate mit sich bringt. Auch hier müssen alle Beteiligten dringend ihre Hausaufgaben machen“, meint Kurth.

Effiziente Geräte können über 300 Euro Stromkosten sparen

Freitag, 22. August 2008

Ineffiziente Elektrogeräte und Lampen treiben den Stromverbrauch unnötig in die Höhe. Die Initiative EnergieEffizienz gibt fünf lohnende Tipps, deren Umsetzung dem einzelnen Haushalt bis zu 330 Euro Ersparnis pro Jahr bringt. So kann ein Vier-Personen-Haushalt mit dem Ersatz der üblichen Glühlampen durch Energiesparlampen pro Jahr etwa 90 Euro Stromkosten einsparen. Wer sich beim Kauf eines neuen Fernsehgerätes für ein energiesparendes Gerät entscheidet, „verdient“ damit jährlich etwa 30 Euro. Der völlige Verzicht auf den Stand-by-Betrieb bei Fernseher, Computer & Co. bringt der Haushaltskasse ein Plus von rund 70 Euro. Der Ersatz der Kühl-Gefrier-Kombination von 1990 durch ein Modell der Energieeffizienzklasse A++ erspart rund 80 Euro. Und wer die alte Heizungspumpe gegen ein energieeffizientes Modell eintauscht, kann Jahr für Jahr etwa 60 Euro sparen.

Mehr Infos zum Thema Stromeffizienz gibt es hier