Archiv für die Kategorie „Zahlen & Fakten“

Erneuerbare Energien deckten 2009 erstmals über zehn Prozent des Energieverbauchs

Dienstag, 24. August 2010

Die Erfolgsgeschichte der erneuerbaren Energien in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr laut dem Bundesumweltministerium (BMU) ungebrochen fortgesetzt. Erstmals wurde die Zehn-Prozent-Marke übertroffen. Für die Stromerzeugung aus Wind, Biomasse, Wasser, Sonne und Erdwärme ergab sich 2009 ein Anteil von 16,3 Prozent am deutschen Stromverbrauch, ein deutlicher Sprung gegenüber 2008 mit 15,2 Prozent. Bezogen auf den gesamten Verbrauch an Wärme, Strom und Kraftstoffen lag der Anteil der erneuerbaren Energien 2009 bei 10,4 Prozent nach 9,3 Prozent ein Jahr zuvor. Die Investitionen in Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien in Deutschland stiegen 2009 ungeachtet der Wirtschaftskrise auf ein Rekordhoch von über 20 Milliarden Euro. Die gesamte Wertschöpfung der Erneuerbaren (Investitionen und Betrieb) betrug 37,5 Milliarden Euro und lag somit um fast ein Viertel über dem Vorjahreswert von 30,6 Milliarden Euro. Das BMU hat die Broschüre „Erneuerbare Energien in Zahlen” aufgelegt. Sie ist als Download oder Printversion (Bestellnummer 2118) unter www.bmu.de erhältlich. Unter www.erneuerbare-energien.de sind zusätzlich zahlreiche Grafiken und Tabellen abrufbar.

Wirtschaftskrise bremst weltweite CO2-Emissionen

Freitag, 13. August 2010

Die globalen CO2-Emissionen sind 2009 erstmals in diesem Jahrzehnt leicht zurückgegangen. Nach Angaben des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR) wurden 2009 weltweit 31,1 Milliarden Tonnen CO2 emittiert, 1,3 Prozent weniger als im Rekordjahr 2008. „Angesichts der Wirtschaftskrise fällt der globale CO2-Rückgang deutlich geringer aus als erwartet”, so IWR-Direktor Norbert Allnoch. Rückgänge beim CO2-Ausstoß in Europa, den USA, Russland und Japan seien durch deutliche Zuwächse in den asiatischen Ländern und den Staaten im Nahen Osten nahezu kompensiert worden. „Der energiebedingte CO2-Ausstoß in China ist 2009 auf Grund des Wirtschaftswachstums mittlerweile so hoch wie der in den USA und Russland zusammengenommen”, sagt Allnoch. Laut IWR führt China das CO2-Ranking mit 7,43 Milliarden Tonnen (2008: 6,8 Mrd.) deutlich vor den USA mit 5,95 Milliarden Tonnen (2008: 6,4 Mrd.) an. Auf Platz drei folgt Russland mit 1,53 Milliarden Tonnen (2008: 1,7 Mrd.) knapp vor Indien mit 1,53 Milliarden Tonnen (2008: 1,4 Mrd.) sowie Japan mit 1,23 Milliarden Tonnen (2008: 1,4 Mrd.).

Der globale Wind- und Solarmarkt konnte laut IWR 2009 wieder neue Rekordwerte beim Zubau verzeichnen. Der moderate Anstieg der gesamten regenerativen Investitionen von 120 Milliarden Euro 2008 auf rund 125 Milliarden Euro 2009 sei hauptsächlich auf die gesunkenen Anlagenpreise zurückzuführen. Allnoch: „Um den steigenden fossilen Energieverbrauch zu bremsen und die globalen CO2-Emissionen zu stabilisieren, ist unverändert eine Steigerung der weltweiten direkten Investitionen in regenerative Energieanlagen auf jährlich mindestens 500 Milliarden Euro notwendig.”

Energieverbrauch wächst stärker als Konjunktur

Dienstag, 3. August 2010

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres stieg der Verbrauch an Primärenergien in Deutschland nach Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als fünf Prozent auf 243,3 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE). Damit steige der Energieverbrauch derzeit deutlich stärker als die wirtschaftliche Leistung, so die AG Energiebilanzen. Dies deute auf eine besonders kräftige konjunkturelle Erholung in den energieintensiven Grundstoffindustrien hin. Der Erdgasverbrauch legte um 14 Prozent auf 58,9 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten zu. Der Steinkohlenverbrauch stieg besonders stark um 35 Prozent auf 32,2 Mio. t SKE. Der Braunkohlenverbrauch erreichte mit 25,9 Mio. t SKE das Vorjahresniveau. Der Beitrag der Kernkraftwerke lag mit 25,6 Mio. t SKE um 0,4 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Der Verbrauch an Mineralöl verringerte sich gegen den Trend um sechs Prozent auf 76,3 Mio. t SKE. Angesichts des starken Anstiegs der Ölpreise in den ersten Monaten des Jahres deckten viele Verbraucher ihren Bedarf an Heizöl aus den eigenen Vorräten. Ohne den Bevorratungseffekt beim Heizöl läge der Ölverbrauch etwa fünf Mio. t SKE höher, was die Steigerungsrate des gesamten Energieverbrauchs laut der AG Energiebilanzen auf etwa sieben Prozent erhöht hätte. Die erneuerbaren Energien trugen mit 21,4 Mio. t SKE zur Energiebilanz des ersten Halbjahrs bei und steigerten ihren Beitrag um sechs Prozent. Der Anteil aller erneuerbaren Energien erreichte 8,8 Prozent nach 8,7 Prozent ein Jahr zuvor.

Gas- und Stromverbrauch spiegelt konjunkturelle Erholung

Montag, 2. August 2010

Der Absatz von Erdgas und Strom ist im ersten Halbjahr 2010 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als acht Prozent gestiegen. Darin spiegelt sich nach Ansicht des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (VDEW) die konjunkturelle Erholung. Beim Stromabsatz betrug der Anstieg 4,6 Prozent. Damit sei allerdings noch nicht das Niveau des Verbrauchs vor der Wirtschaftskrise erreicht worden, so der BDEW. Der Erdgasverbrauch habe um 14 Prozent zugelegt. Neben der positiven Entwicklung der Industrieproduktion habe der Erdgasabsatz zusätzlich aufgrund des sehr kalten Winters zugenommen. Zudem sei der Einsatz von Erdgas in Kraftwerken nach ersten Schätzungen gegenüber dem Vorjahr um rund 20 Prozent gestiegen.

Landesplanung pro Wind könnte Zubau verstärken

Donnerstag, 29. Juli 2010

In Deutschland gingen im ersten Halbjahr 2010 322 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 660 Megawatt ans Netz. Per Ende Juni 2010 standen 21.315 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 26.387 Megawatt zur Stromerzeugung bereit. Diese Zahlen nannte Bernd Neddermann, Leiter Forschung & Studien des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI), in Berlin. „Der nationale Zubau ist im ersten Halbjahr hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Ein sehr langer und ungewöhnlich strenger Winter hat zahlreiche Aufstellungen von Windrädern später ins Jahr verschoben”, so Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes WindEnergie. „Wir gehen davon aus, die Marke des Vorjahres nicht ganz erreichen zu können.” Er rechnet mit 1.900 Megawatt neu installierter Windkraftleistung in diesem Jahr, notwendig seien jedoch jährlich 3.500 Megawatt. Für einen erfolgreichen Ausbau der Windenergie vor Ort sei neben einem verlässlichen EEG auch eine Landesplanung pro Wind in den Bundesländern entscheidend. „Wenn die Bundesländer bei der Raumordnung auf der Bremse stehen, wird Deutschland seine Klimaschutzziele verfehlen. Höhenbegrenzungen vor Ort in den Ländern verhindern, dass durch die Halbierung der Anlagenzahl die Leistung verdoppelt und der Stromertrag verdreifacht wird. Dadurch verschenken wir die mögliche Produktion CO2-freien Stroms.” Albers sieht auch Hoffnungsschimmer: „Geplante neue Flächenausweisungen in Schleswig-Holstein, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern und eine Landesregierung pro Wind in Nordrhein-Westfalen werden neuen Schwung für die Windenergie an Land bringen.”

Erstes Halbjahr brachte Boom bei Solarstromanlagen

Dienstag, 27. Juli 2010

Die Bundesnetzagentur erwartet für das erste Halbjahr 2010 einen Zubau an Photovoltaik-Anlagen von über drei Gigawatt an installierter Gesamtleistung. In diesem Zeitraum seien rund 135.000 Datenmeldungen eingegangen, davon allein weit über 50.000 im Monat Juni. „Wir verzeichnen in den letzten Wochen eine Flut an Datenmeldungen. Viele Anlagenbetreiber wollten sich noch die höheren Vergütungssätze sichern”, so Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur. Ende 2009 lag die installierte Leistung von Photovoltaik-Anlagen in Deutschland bei insgesamt 9,8 Gigawatt. Der Zuwachs an installierter Leistung betrug im Jahr 2009 rund 3,8 Gigawatt. Insgesamt gingen bei der Bundesnetzagentur im vergangenen Jahr annähernd 160.000 Datenmeldungen ein.

Krise sorgte für Rückgang beim weltweiten Energieverbrauch

Donnerstag, 1. Juli 2010

Der weltweite Primärenergieverbrauch ist im Jahr 2009 erstmals seit 1982 zurückgegangen. Das Minus betrug laut dem BP Statistical Review of World Energy 1,1 Prozent. Für die OECD weist die Statistik einen Rückgang um fünf Prozent aus, während der Bedarf in den Nicht-OECD-Ländern um 2,7 Prozent stieg. Die OECD-Länder verbrauchten 2009 weniger Energie als zehn Jahre zuvor, und das trotz des zwischenzeitlichen Wirtschaftswachstums um 18 Prozent, so Christof Rühl, Chefökonom der BP, bei der Vorstellung der Analyse in Berlin. Er verwies auf die Strukturveränderungen, in die die momentane Markterholung falle. Viele Schwellenländer versuchten, das Einkommensniveau der Industrienationen zu erreichen. „Die globale Umverteilung von Energieressourcen, die diesen Prozess noch verstärkt, ist schon voll in Gang und hat sich 2009 noch einmal beschleunigt.” Auf die Entwicklungs- und Schwellenländer entfielen Rühl zufolge vor zehn Jahren 42 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs, mittlerweile liege der Anteil bei 53 Prozent. Es sei nicht zu erwarten, dass beim Energieverbrauch wieder die Wachstumsraten erreicht würden wie vor der Krise. Als Grund nennt er, dass viele Länder ihre Energiesubventionen zurückgefahren haben und dass sich der Gedanke an Energieeffizienz in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern durchsetze.

54,3 Milliarden Euro an “Umweltsteuern”

Dienstag, 1. Juni 2010

Auf rund 54,3 Milliarden Euro beliefen sich die Einnahmen aus “Umweltsteuern” im vergangenen Jahr, berichtet das Statistische Bundesamt. Der Anteil der umweltbezogenen Steuern an den gesamten Steuereinnahmen der öffentlichen Haushalte lag bei 10,4 Prozent. Von den umweltbezogenen Steuern entfielen 39,8 Milliarden Euro auf die Energiesteuer (früher Mineralölsteuer), 8,2 Milliarden Euro auf die Kraftfahrzeugsteuer und 6,3 Milliarden Euro auf die Stromsteuer.

Exportinitiativen Erneuerbare und Effizienz erfolgreich

Montag, 19. April 2010

„Die Exportinitiativen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz sind außerordentlich erfolgreich. Circa 60 Prozent der Unternehmen, die von den Exportinitiativen gefördert werden, finden Geschäftspartner im Ausland. Ihre Exportquote erhöhte sich im Schnitt um 50 Prozent”, sagte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle anlässlich der Hannover Messe. Bis dato wurden laut dem Ministerium im Rahmen beider Initiativen unter anderem 303 Auslandsgeschäftsreisen in 74 Ländern, 112 internationale Messebeteiligungen und 73 Einkäufer- und Multiplikatorenreisen durchgeführt sowie 25 Solardächer im Ausland eingeweiht. Rund 3.000 Unternehmen hätten bisher von den Angeboten der Exportinitiativen profitiert. Durch eine Teilnahme an den Fördermaßnahmen der Exportinitiative Erneuerbare Energien hätten Unternehmen bislang rund fünf Milliarden Euro Umsatz mit ausländischen Kunden generieren können. Die Initiativen werden vom Bundeswirtschaftsministerium gesteuert, koordiniert und finanziert. Unterstützt werden sie von einer Reihe von Partnern.

Energiewirtschaft plant 31.000 Megawatt Kapazitätszubau bis 2017

Montag, 19. April 2010

Die Investitionen der deutschen Energiewirtschaft sehen laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) unter anderem den Bau und die Modernisierung von 63 Kraftwerken vor. 17 dieser Vorhaben sind große Regenerativanlagen. Bis zum Jahr 2017 sollen somit Kapazitäten mit einer Gesamtleistung von gut 31.000 Megawatt errichtet werden. Das Investitionsvolumen für die Kraftwerksbauten beträgt zusammen genommen rund 43 Milliarden Euro. Laut BDEW sind derzeit bereits 28 Erzeugungsanlagen mit einer Gesamtkapazität von rund 14.000 Megawatt im Bau. Davon sind acht Projekte aus dem Bereich der erneuerbaren Energien. Bei der aktuellen Bestandsaufnahme des BDEW handelt es sich um Großprojekte, die mindestens über eine Leistung von jeweils 20 Megawatt verfügen. Zahlreiche Bauvorhaben werden inzwischen auch von Stadtwerken oder von Stadtwerke-Kooperationen geplant.