Archiv für die Kategorie „Energietransport“

Vorbildliche Projekte zur Biogaseinspeisung gesucht

Mittwoch, 8. September 2010

Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) prämiert auch in diesem Jahr wieder Vorreiter auf dem Biomethanmarkt, die die Marktentwicklung von Biogas im Erdgasnetz vorangetrieben haben. Gesucht werden bis zum 15. Oktober 2010 vorbildliche Projekte zur Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz sowie innovative Produkte, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle und Konzepte rund um die Biogaseinspeisung. Weitere Informationen unter www.biogaspartner.de.

EU-Stromnetze müssen massiv ausgebaut werden

Mittwoch, 1. September 2010

Europas Stromnetze müssen massiv ausgebaut werden, wenn die EU-Wachstumsziele für erneuerbare Energien erfüllt werden sollen. So ist beispielsweise laut der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) in Italien bis 2050 ein Ausbau der Stromnetze um bis zu 170 Prozent im Vergleich zu heute notwendig, um den Stromtransport von zukünftigen Standorten erneuerbarer Stromerzeugung im Süden in die Nachfragezentren im Norden zu gewährleisten. Die dena ist einer von 16 Partnern aus zwölf Ländern im EU-Projekt SUSPLAN, in dem die Energiesysteme in neun europäischen Regionen untersucht und Szenarien zur verstärkten Integration erneuerbarer Energien entwickelt werden. Während die Studienergebnisse deutlich zeigten, dass in vielen europäischen Regionen langfristig ein massiver Ausbau der Stromnetze notwendig sei, stelle sich die Situation bei den Gasnetzen anders dar: Energieeffiziente Wohnhäuser ließen den Heiz- und damit verbunden auch den Gasbedarf deutlich sinken, so die dena. Das stehe einer Erweiterung der Gasnetze entgegen. So werde beispielsweise in Spanien die Gasnachfrage der Haushalte ab 2020 wesentlich geringer ausfallen als angenommen. Schon ab 2020 sei dort daher kein weiterer Ausbau der Gasinfrastruktur notwendig. Ähnlich verhalte es sich in Österreich: Hier werde aufgrund des sinkenden Gasbedarfs der Haushalte nach 2030 keine Erweiterung der Gasinfrastruktur erforderlich sein.

Bundesnetzagentur stellt Leitfaden zum EEG-Einspeisemanagement vor

Dienstag, 31. August 2010

Die Bundesnetzagentur hat einen Leitfaden zum EEG-Einspeisemanagement zur Konsultation veröffentlicht. Gegenstand ist die zeitweilige Reduzierung der Einspeiseleistung von EEG-, KWK- und Grubengasanlagen auf Anforderung des Netzbetreibers bei einer Überlastung des Netzes. „In unserem Leitfaden erläutern wir die Rangfolge, nach der die Erzeuger aufgrund der Aufforderung des Netzbetreibers ihre Einspeiseleistung reduzieren müssen. Hierbei ist eine optimale Nutzung der Netze für die größtmögliche Aufnahme von Strom aus erneuerbaren Energien sichergestellt, ohne dabei die Versorgungssicherheit zu gefährden”, so Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur. „Zudem wird im Leitfaden dargestellt, wie sich die Höhe der Entschädigungszahlungen berechnet und wie diese Zahlungen bei der Ermittlung der Stromnetzentgelte berücksichtigt werden können. Die geplanten Regelungen gewährleisten dem Einspeiser eine angemessene Vergütung für die Dauer der Leistungsreduzierung ohne den Netznutzer übermäßig zu belasten.” Weitere Informationen unter www.bundesnetzagentur.de.

Belgische Fluxys plant Beteiligung an Nordeuropäischer Erdgasleitung NEL

Freitag, 27. August 2010

Der belgische Erdgasnetzbetreiber Fluxys und die Wingas haben eine Absichtserklärung über den Erwerb von 19 Prozent an der Nordeuropäischen Erdgasleitung NEL - der zweiten Anschlussleitung an die Ostseepipeline Nord Stream - unterzeichnet. Vorbehaltlich dem Erhalt aller Genehmigungen wird Wingas künftig 51 Prozent an der NEL halten, Gasunie 20 Prozent, E.ON Ruhrgas zehn Prozent sowie Fluxys 19 Prozent. Die vorgesehenen Investitionen für das geplante Pipeline-Projekt belaufen sich auf rund eine Milliarde Euro. Die NEL soll vom Anlandepunkt der Nord Stream in Lubmin bei Greifswald über eine Länge von rund 440 Kilometer an Schwerin und Hamburg vorbei bis nach Rehden in Niedersachsen führen und die Nord Stream, ebenso wie die nach Tschechien verlaufende OPAL (Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung), mit dem europäischen Fernleitungsnetz verbinden.

Umbau des Stromnetzes verläuft zu schleppend

Donnerstag, 19. August 2010

Der Aus- und Umbau des deutschen Stromübertragungsnetzes hinkt nach Einschätzung des Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) dramatisch hinter der Entwicklung der regenerativen Stromerzeugung hinterher. Dies sei aber nicht den Kosten geschuldet, sagte VDE-Präsident Joachim Schneider bei der Vorstellung des VDE-Positionspapiers „Übertragung elektrischer Energie” in Berlin (www.vde.com). „Die Kosten für den Umbau des deutschen Netzes werden auf rund 20 Milliarden Euro bis 2020 eingeschätzt. Das sind weniger als zehn Prozent der Investitionen für die Erzeugung erneuerbarer Energie. Während der Verbraucher bereits heute 2,1 Cent je Kilowattstunde für die Subventionierung der erneuerbaren Energie zahlt, würden sich die Mehrkosten für den Ausbau des Netzes zwischen 0,1 und 0,2 Cent je Kilowattstunde bewegen.” Ein Hemmnis für den schleppenden Ausbau sieht Schneider in Akzeptanzproblemen für die notwendigen Freileitungsbauprojekte. „Es liegt aber auch an einer sehr restriktiven Handhabung der Bundesnetzagentur insbesondere bei neuen Technologien. Gerade für den Einsatz neuer Technologien müssen besondere Anreize für die Netzbetreiber gesetzt werden, um die beim Einsatz neuer Technologien immer vorhandene Skepsis zu überwinden. Angesichts der ehrgeizigen energiepolitischen Ziele und der Dringlichkeit des Netzausbaus wäre zu erwägen, ob der Regulator nicht aktiv auf Pilotprojekte mit neuen Technologien hinwirken sollte.”

bne: Gasnetzzugangsverordnung stärkt den Wettbewerb

Donnerstag, 19. August 2010

Der Bundesverband Neuer Energieanbieter (bne) begrüßt die vom Bundeskabinett beschlossene neue Gasnetzzugangsverordnung. Sie bilde den geeigneten Rechtsrahmen für angemessene, diskriminierungsfreie Netzzugangsbedingungen und sei grundsätzlich geeignet, die Situation für Betreiber neuer Gaskraftwerke sowie für neue Gaslieferanten spürbar zu verbessern. Die Verordnung enthalte endlich klare Vorgaben zur Reduzierung der Marktgebiete, der Netzzugang für neue Gaskraftwerke werde deutlich erleichtert. „Die Novellierung der Gasnetzzugangsversordnung hat für die neuen Anbieter einen hohen Stellenwert, und sie ist grundsätzlich als gelungen zu bezeichnen”, so Robert Busch, Geschäftsführer des bne. Als Wermutstropfen wertet der Verband, dass die für den Wettbewerb unerlässlichen Transportkapazitäten auch in Zukunft knapp bleiben würden.

Bergfest auf Deutschlands längster Baustelle

Donnerstag, 19. August 2010

Halbzeit auf Deutschlands längster Baustelle: 250 der rund 470 Kilometer langen Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung (OPAL) sind bereits fertig gestellt. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf der Bauarbeiten”, so Bernd Vogel, Geschäftsführer der zur Wingas-Gruppe gehörenden OPAL NEL Transport GmbH. „Trotz des langen Winters und der schwierigen Witterungsbedingungen zu Beginn des Jahres liegen wir im Zeitplan. Wir wollen die OPAL im Oktober 2011 zusammen mit der Nord Stream in Betrieb nehmen.” Die OPAL wird die durch die Ostsee führende Erdgasleitung Nord Stream mit dem europäischen Ferngasleitungssystem verbinden und führt von der Ostseeküste durch Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen bis in die Tschechische Republik. Mit einer Transportkapazität von 36 Milliarden Kubikmetern pro Jahr und einem Durchmesser von 1,40 Metern ist sie die größte in Europa verlegte Erdgasleitung. Die Investition beträgt rund eine Milliarde Euro. Die Pipeline wird von Wingas im Auftrag der OPAL NEL Transport GmbH und der E.ON Ruhrgas AG gebaut.

Neue Gasnetzzugangsverordnung soll Wettbewerb weiter beleben

Mittwoch, 18. August 2010

Das Bundeskabinett hat die neue Gasnetzzugangsverordnung verabschiedet, die die Bedingungen für flächendeckenden Wettbewerb auf dem Gasmarkt verbessern soll. So soll die Zahl der Marktgebiete, innerhalb derer sich Gaslieferanten frei bewegen können, von derzeit sechs auf höchstens zwei bis zum Jahr 2013 reduziert werden. Der Zugang zu knappen Transportkapazitäten soll durch diskriminierungsfreie Versteigerungen erleichtert werden. Außerdem ist vorgesehen, dass Gaskraftwerke künftig leichter ans Netz kommen. Betreiber von Gaskraftwerken erhalten das Recht, Kapazitäten gegen angemessene Gebühr für maximal drei Jahre zu reservieren. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle: „Die hohen Gaspreise zeigen einmal mehr: Wir tun gut daran, durch offene Märkte und einen transparenten Ablauf der Prozesse für mehr Wettbewerb zu sorgen. Ich erwarte, dass die neue Gasnetzzugangsverordnung zu deutlich mehr Bewegung auf dem bisher recht trägen deutschen Gasmarkt führt - auch zum Nutzen der Verbraucher. Gleichzeitig halten wir mit der neuen Verordnung das hohe Maß an Versorgungssicherheit im Gasbereich auch weiterhin aufrecht.”

BDEW: Strompreise bilden sich im Wettbewerb

Dienstag, 3. August 2010

Ein völlig falsches Bild über die Wettbewerbssituation auf dem Strommarkt zeichnet nach Ansicht des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) das im Auftrag von Bündnis 90/Die Grünen veröffentlichte Papier zum Thema Strompreise. „Der Vorwurf, es gebe keinen ausreichenden Wettbewerb, entbehrt jeder Grundlage. Wir haben hierzulande mit rund 1.100 Stromunternehmen eine Vielfalt, die in Europa ihresgleichen sucht. Die Unternehmen stehen in einem harten Wettbewerb um Kunden. Keiner kann es sich erlauben, überhöhte Preise zu verlangen”, so Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Die Bildung des Strompreises für Haushaltskunden beruhe auf mehreren Faktoren: Neben den Kosten für die Beschaffung von Strom an der Börse hätten auch die in diesem Jahr wieder leicht gestiegenen Netzentgelte sowie Steuern und Abgaben wie etwa die wachsenden Belastungen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Einfluss auf die Strompreise. „Der BDEW unterstützt die Maßnahmen im Bereich der Erneuerbaren Energien grundsätzlich. Wir erwarten aber, dass die Politik endlich öffentlich dafür gerade steht, dass dem Verbraucher für die Umsetzung der umwelt- und klimapolitischen Ziele zusätzliche Lasten aufgebürdet werden müssen”, betonte Müller. Die meisten Unternehmen hätten den Großteil des Stroms, den sie heute liefern, in verschiedenen Tranchen bis zu drei Jahre im Voraus beschafft. Im Jahr 2008 hätten aber die Börsenpreise im Schnitt höher gelegen als in den vergangenen Monaten. Diese Beschaffungsstrategie minimiere grundsätzlich Risiken, da längere Einkaufszeiträume einen geringeren Einfluss von kurzfristigen Preissprüngen bedeuteten. Müller: „Grundsätzlich gilt: Der Kunde hat immer die Möglichkeit, seine Stromrechnung zu beeinflussen. Er hat die Wahl zwischen zahlreichen Produkten und Anbietern im Strommarkt.” Bis zum Frühjahr 2010 hätten sich knapp die Hälfte der Haushalte für ein anderes Produkt ihres bisherigen Stromanbieters entschieden, 21 Prozent das Stromunternehmen gewechselt.

Kurth: Innovative Lösungen beim Netzausbau erforderlich

Dienstag, 20. Juli 2010

Innovative Lösungen beim Netzausbau sind nach Meinung von Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, notwendig. Um in Deutschland den Transport großer Mengen Strom aus erneuerbaren Energien von Norden nach Süden langfristig zu gewährleisten, seien Fortschritte beim Netzausbau notwendig. Neue Übertragungstechnologien könnten den Netzausbau zwar ergänzen, aber nicht ersetzen. Dieses Fazit zog Kurth aus dem Workshop „Technologieoptionen zur Deckung des Kapazitätsbedarfs in den Übertragungsnetzen”. Keiner der Vertreter aus Wissenschaft und Industrie sehe eine realistische Alternative zu den 24 im Energieleitungsausbaugesetz enthaltenen Ausbauvorhaben. „Darüber hinaus ist die Herausforderung, ab 2020 weitere rund zwölf Gigawatt Strom aus erneuerbaren Energien von Nord- nach Süddeutschland transportieren zu müssen, nach Ansicht der Experten mit keiner der heute eingesetzten Technologien allein zu meistern. Wir müssen daher schon jetzt über innovative technologische Lösungen diskutieren, um sie dann möglichst im Konsens mit allen Beteiligten umsetzen zu können”, betonte Kurth. Zentrale Themen des Workshops waren die Möglichkeiten und Kosten des Einsatzes von Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) und Hochtemperaturleiterseilen. Als eine weitere Option zur Bewältigung der steigenden Transportaufgaben im Übertragungsnetz wurde die Errichtung eines neuen Drehstromnetzes in der Frequenz des Bahnstromnetzes erörtert. Diese Technologie könnte insbesondere beim Anschluss von Offshore-Windparks Bedeutung erlangen. Kurth: „Es sollten möglichst bald praktische Tests neuer Übertragungstechnologien erfolgen, soweit dies unter dem Aspekt der Netzsicherheit verantwortbar und bezahlbar ist.”