Archiv für die Kategorie „EnergieSzene Berlin“

“Sparpaket” der Bundesregierung in der Kritik

Mittwoch, 1. September 2010

Die Bundesregierung hat ihr Sparpaket beschlossen, allerdings ohne die geplante Brennelementesteuer, die jährlich 2,3 Milliarden Euro in die Kassen bringen sollte. Dieses Thema wurde angesichts der noch laufenden Verhandlungen mit den Kernkraftwerksbetreibern vertagt. Beschlossen wurde dagegen die Anhebung des ermäßigten Steuersatzes für die Strom- und Energiesteuer für energieintensive Unternehmen. Laut der Bundesregierung werden sich die jetzt beschlossenen Einsparungen - 1,5 Milliarden von insgesamt neun Milliarden Euro Ökosteuervergünstigungen - nicht spürbar auf die Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten deutschen Unternehmen auswirken. Das sieht der BDI anders: „Die teilweise dramatischen Steuererhöhungen, die bis zu einer Versiebenfachung reichen, sind für viele Betriebe und damit ganze Wertschöpfungsketten existenzbedrohend”, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf. „Die immer höheren Energie- und Stromkosten sind eine Gefahr für das Industrieland Deutschland und ein Risiko für Jobs in der Industrie.” Beschlossen wurde auch eine Luftverkehrsabgabe auf Flugtickets ab 2010, die dem Bund pro Jahr eine Milliarde Euro bringen soll. „Die Bundesregierung steckt den Kopf einfach in den Sand und peitscht ihr Sparpaket durchs Kabinett. Ob sie sich damit im Rahmen nationaler und europäischer Gesetze bewegt, scheint ebenso gleichgültig zu sein wie die Folgen für Beschäftigung und Wohlstand in Deutschland”, kommentierte Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV. Ein Gutachten im Auftrag des Landes Rheinland-Pfalz zeige, dass die geplante Steuer auf Flugtickets nicht mit dem Gleichheitssatz des Grundgesetzes vereinbar sei und zudem gegen europäisches Recht verstoße. Darüber hinaus werde die Luftverkehrssteuer nach Berechnungen von Experten Tausende Arbeitsplätze kosten und erhebliche Steuermindereinnahmen verursachen. „Die Bundesregierung hat mit der Luftverkehrssteuer ein klassisches Eigentor geschossen - und zwar eines, für das die Bürgerinnen und Bürger bezahlen müssen.”

8KU: Vorteil einer Laufzeitverlängerung nur im Fotofinish

Mittwoch, 1. September 2010

Die von Befürwortern vielfach beschworenen volkswirtschaftlichen Vorteile einer Laufzeitverlängerung für die deutschen Kernkraftwerke halten nach Einschätzung der 8KU einer Überprüfung nicht stand, so die erste Bewertung der von den Gutachtern vorgelegten Energieszenarien. „Das maximale zusätzliche Wirtschaftswachstum, das eine Laufzeitverlängerung der Kernenergie erbringt, beträgt weniger als ein Prozent - aber nicht jährlich, sondern verteilt auf 40 Jahre”, so Albert Filbert, Koordinator 2010 der 8KU, zu der sich acht große kommunale Energieversorger zusammengeschlossen haben. „Ganz gleich, ob man die Szenarien mit den realen Zahlen des Jahres 2009 vergleicht oder ob man die Entwicklung innerhalb der Konjunkturprognosen der Gutachter anschaut: Zu mehr als einem Fotofinish reicht der Vorsprung einer Laufzeitverlängerung gegenüber dem beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie nicht. Die Konjunkturprognosen schwanken in Deutschland innerhalb eines einzigen Jahres stärker als der Maximalvorteil der Kernenergie über mehr als eine Generation.” Die verschiedenen Szenarien belegten, dass der Dauer der zusätzlichen Laufzeiten für die resultierenden CO2-Minderungen und Energieeinsparungen nur eine marginale Rolle zukomme. Sehr viel stärker wirkten sich konkrete Maßnahmen und Programme zur Steigerung von Energieeffizienz, insbesondere in der Wärmedämmung von Häusern und Wohnungen, aus, deren Wirkung aber unter Beibehaltung der Laufzeitbegrenzung in den Szenarien gar nicht erst in Betracht gezogen worden sei. Weitere Kritikpunkte sieht 8KU in fehlenden Angaben zur angeblichen Flexibilität und Lastfolgefähigkeit der Kernenergie und in den zu niedrig angesetzten Erzeugungskapazitäten für die Offshore-Windenergie. Vollständig unbeachtet bleibe in den Szenarien zudem die Bedeutung des Wettbewerbs für die volkswirtschaftliche Zielerreichung.

Röttgen: Klimafreundliche Entwicklung Hand in Hand mit wirtschaftlichem Erfolg

Mittwoch, 1. September 2010

An der Dringlichkeit, im internationalen Klimaschutz zu handeln, hat sich nichts verändert, auch wenn andere Themen die weltpolitische Agenda derzeit stärker prägen. Diese Ansicht vertreten die Umwelt- und Klimaminister Deutschlands, Frankreich und Großbritanniens. „Für uns gibt es zu den Klimaverhandlungen unter dem Dach der Vereinten Nationen keine Alternative”, so Bundesumweltminister Norbert Röttgen anlässlich eines Treffens mit Jean-Luis Borloo und Chris Huhne in Berlin. „Die Zukunft für alle Staaten liegt in einer klimagerechten Entwicklung. Hierfür brauchen wir einen globalen, verlässlichen Rahmen. Auf der UN-Klimakonferenz im Dezember in Cancun können wir ein Paket von Entscheidungen verabschieden. Und wir brauchen ein Arbeitsprogramm für die Zeit nach Cancun. Wir wollen die Verhandlungen darüber hinaus durch konkrete praktische Initiativen und Zusammenarbeit mit einzelnen Staaten unterstützen.” Europa zeige, wie wirtschaftlicher Erfolg und klimafreundliche Entwicklung Hand in Hand gingen. „In einem gemeinsamen Artikel haben wir kürzlich erläutert, dass Europa wirtschaftlich profitiert, wenn es sich ein Emissionsminderungsziel von 30 Prozent bis 2020 gegenüber 1990 setzt. Wir wollen andere Staaten motivieren, diesem klimafreundlichen Entwicklungsmodell zu folgen. Und wir unterstützen mit den in Kopenhagen zugesagten Finanzmitteln Entwicklungsländer, die diesen Entwicklungspfad einschlagen.” Die drei Minister begrüßten den Bericht des InterAcademy Councils zum Weltklimarat IPCC. Der Bericht hebe die hohe wissenschaftliche Qualität der Arbeit des IPCC hervor und empfehle zugleich einige konkrete Verbesserungen, insbesondere beim Management und bei der Kommunikation der Unsicherheiten. Röttgen: „Wir brauchen eine starke wissenschaftliche Basis. Nur so können wir den erheblichen Umgestaltungsprozess erfolgreich gestalten und in unseren Volkswirtschaften Beschäftigung und Entwicklungsperspektiven schaffen.”

BDEW: Zeit für sachliche Abwägung für die Politik

Montag, 30. August 2010

„Auf der Grundlage zahlreicher Berechnungen und Diskussionsbeiträge sollte nun Raum für Vernunft und eine sachliche Abwägung für die Politik sein. Ich hoffe sehr, dass die Bundesregierung in der nächsten Zeit alle betroffenen Interessengruppen anhört, um sich ein konkretes Bild zu machen”, sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Verbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), zur Vorstellung der von drei Instituten berechneten Energieszenarien. „Insbesondere bei der Frage einer wettbewerbsneutralen Ausgestaltung der Laufzeitverlängerung ist der BDEW der einzige, der alle Unternehmen quer durch alle Sparten, Größen und Wertschöpfungsstufen vertreten kann. Die deutsche Energiewirtschaft erwartet mit dem energiepolitischen Gesamtkonzept klare Rahmenbedingungen für die anstehenden Milliardeninvestitionen.” Müller zufolge zeigen die Szenarien, dass die Entscheidung über eine Laufzeitverlängerung nur ein wichtiger Aspekt von vielen sei. „Kernfragen sind vor allem, wie künftig die Integration der erneuerbaren Energien gelingt, wie die notwendigen Netze schneller ausgebaut, neue Speichertechnologien erforscht und die effiziente Kraft-Wärme-Kopplung weiter vorangebracht werden können.” Das Ziel sei eine CO2-neutrale Energieversorgung bis zum Jahr 2050. Es sei richtig, dass Bundeswirtschaftsminister Brüderle und Bundesumweltminister Röttgen zudem die Bedeutung des Energieverbrauchs bei Gebäuden, Wärme und im Verkehr betont hätten. „Allen Beteiligten muss aber klar sein, welche große Aufgabe hier noch liegt.” Als weitere wesentliche Aufgabe sieht Müller den Abbau der hohen Infrastrukturskepsis in der Bevölkerung. „Die erneuerbaren Energien können nur wachsen, wenn neue Stromleitungen gebaut werden. Und wenn wir die Klimaschutzziele schaffen wollen, brauchen wir auch neue Erzeugungsanlagen. Das müssen alle Beteiligten den Menschen hierzulande erklären.”

BDI: Wirtschaft hält Klimaschutzzusagen ein

Montag, 30. August 2010

„Die Industrie hat ihre Verpflichtung erfüllt, den Ausstoß von Treibhausgasen deutlich zu reduzieren. Nun muss auch die Politik ihren Teil der Vereinbarung einhalten und die geltenden Entlastungsregelungen bei der Ökosteuer für die Industrie beibehalten”, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf bei der Vorlage des Monitoring-Berichts des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI). Danach haben die an der im November 2000 getroffenen Vereinbarung zur Klimavorsorge beteiligten Sektoren die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2009 um fast 184 Millionen Tonnen bzw. knapp 27 Prozent verringert. „Alle bisherigen Monitoring-Berichte haben festgestellt, dass die Wirtschaft ihre zugesagten Ziele erreichen wird. Dabei ist hervorzuheben, dass sich die beteiligte Industrie trotz der schlechten wirtschaftlichen Entwicklung im letzten Jahr weiter für die Steigerung ihrer Energieeffizienz engagiert hat”, so Schnappauf. „Spitzenausgleich und ermäßigter Ökosteuersatz sind für die energieintensiven Unternehmen unabdingbar, um Wettbewerbsnachteile auszugleichen.” Wenn dieser Nachteilsausgleich entfalle, sei eine schleichende Abwanderung von Industrien zu befürchten. „Die Bundesregierung muss eine solche Schwächung des Industriestandortes Deutschland unbedingt vermeiden. Die geschlossenen Wertschöpfungsketten in Deutschland würden gefährdet. Sie sind für hunderttausende von Arbeitsplätzen von existenzieller Bedeutung.”

VKU warnt vor Verkürzung der Debatte um das Energiekonzept

Montag, 30. August 2010

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) warnt davor, das Energiekonzept 2010 der Bundesregierung nur auf die Debatte um Laufzeitverlängerungen zu verkürzen. Die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen für die Energiewirtschaft in Deutschland müssten in die Zukunft weisen anstatt den Status quo zu zementieren. „Die Stadtwerke haben in hocheffiziente und umweltfreundliche Kraftwerke investiert und müssen nun befürchten, dass diese Investitionen unwirtschaftlich werden”, so Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des VKU. Damit diese für den Wettbewerb bedeutsamen kommunalen Investitionen trotz einer Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken verwirklicht werden könnten, dürfe es zu keiner unkonditionierten Verlängerung kommen. Kompensatorische Maßnahmen seien unerlässlich. Dieser Nachteilsausgleich sollte nach Auffassung des VKU unter anderem durch die Stilllegung ineffizienter, fossiler Kraftwerkskapazitäten der Energiekonzerne erfolgen. Als weitere Maßnahme schlägt der VKU vor, einen deutlich überwiegenden Teil der aus Laufzeitverlängerungen resultierenden zusätzlichen Gewinne abzuschöpfen und zur Förderung klimafreundlicher Erzeugungsinvestitionen und Energieeffizienzmaßnahmen von Stadtwerken oder anderen Wettbewerbern einzusetzen. Reck: „Wer einen stärkeren Wettbewerb auf dem Energiemarkt möchte, der kommt an einer deutlichen Stärkung weiterer Marktteilnehmer, wie den deutschen Stadtwerken, nicht vorbei. Die Politik muss hier die richtigen Schlüsse ziehen, damit die Weichen für die Zukunft richtig gestellt werden.”

Erdgas als taugliche Brücke ins regenerative Zeitalter

Mittwoch, 25. August 2010

Erdgas taugt als einziger konventioneller Energieträger als Brücke zum regenerativen Zeitalter. Dieser Meinung ist Andree Böhling, Energieexperte von Greenpeace. Bei der Vorstellung einer Studie des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie in Berlin sagte er: „Es gibt Alternativen zur Laufzeitverlängerung. Erdgas ist aus unserer Sicht die einzige Brücke, die trägt.” Manfred Fischedick, Vizepräsident des Wuppertal Instituts, erläuterte die Fragestellung: Man habe untersucht, welcher Kraftwerkspark zum Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien passe und wie es um die Versorgungssicherheit bei Erdgas stehe. Gegenwärtig werde Erdgas in Deutschland zu 70 Prozent im Wärmemarkt eingesetzt. Dank hoch effizienter Techniken wie Brennwerttechnik, Wärmepumpen oder kleiner Blockheizkraftwerke gebe es dort „in Sachen Klimaschutz noch Luft nach unten” und damit einen Verbrauchsrückgang, der einen Mehrverbrauch im Stromsektor überkompensieren könne. Durch Neufunde in den USA, verstärkte LNG-Produktion oder auch die Ostseepipeline sei der Erdgasmarkt deutlich entspannter als noch vor einigen Jahren. Die zunehmende fluktuierende Stromerzeugung aus Sonne und Wind - 2020 würden es 50 Gigawatt sein - erforderten eine höhere Leistungsdynamik fossiler Brückenkraftwerke. Anders als Uran und Kohle könnten Erdgaskraftwerke flexibel an- und abgefahren werden, eigneten sich hervorragend für die Kraft-Wärme-Kopplung und arbeiteten im Gegensatz zu Kohlekraftwerken auch bei geringer Auslastung aufgrund der niedrigeren Kapitalkosten wirtschaftlich. Eine vielversprechende Zukunftstechnologie ist Fischedick zufolge die Umwandlung von regenerativ erzeugtem Strom in Methan und die Einspeisung ins Erdgasnetz: Power to Gas. „Das ist eine zusätzliche Option, sie kann auf bestehender Infrastruktur aufsetzen. Es spricht viel dafür, dass Erdgas als Brücke ins regenerative Zeitalter taugt.” Die Studie findet sich im Internet unter http://gpurl.de/gasbruecke.

Appell für ein zukunftsweisendes Energiekonzept

Dienstag, 24. August 2010

Umwelt-, Verbraucherverbände und Gewerkschaften appellieren an die Bundesregierung, mit ihrem Energiekonzept endlich wirksame Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz auf den Weg zu bringen. Die im Sparpaket für 2011 angekündigte Milliarden-Kürzung bei der energetischen Gebäudesanierung müsse zurückgenommen werden. Nur so könne die Bundesregierung ihre Klimaschutzziele erreichen und wichtige Impulse für eine zukunftsfähige Energieversorgung setzen, so der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), der Deutsche Naturschutzring (DNR), der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), der Deutsche Mieterbund (DMB) und die Industriegewerkschafen IG Metall und IG Bauen-Agrar-Umwelt. Die verstärkte Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen würde die Energiekosten für Wirtschaft und Verbraucher deutlich senken und etwa 850.000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Insgesamt könnten im Strom- und Gebäudesektor durch die effizientere Nutzung von Energie bis zum Jahr 2020 jährlich rund 100 Millionen Tonnen CO2 vermieden werden. Dafür sei eine langfristige, angemessene Förderung energetischer Sanierungen im Gebäudebereich nötig. Zudem müsse mit dem Energiekonzept eine Energieeffizienzgesetz kommen, das ein verbindliches Einsparziel von mindestens zwei Prozent pro Jahr festsetze. Im Gesetz müsse unter anderem die zusätzliche Einrichtung eines Energieeffizienzfonds festgelegt werden, mit dem auch die Anschaffung energieeffizienter Haushaltsgeräte gefördert werden könne.

Röttgen: SolarValley Mitteldeutschland setzt Maßstäbe

Dienstag, 24. August 2010

Der Solarstandort Thüringen ist nach Einschätzung von Bundesumweltminister Norbert Röttgen beispielhaft für Deutschland. Bei einem Besuch in Erfurt im „Kompetenzzentrum für Hochtechnologien und Solarwirtschaft” sagte er: „Die Vorteile des Standorts Deutschland sind das ausgezeichnete Forschungsumfeld, exzellente Maschinenbau-Unternehmen und gut ausgebildete Fachkräfte. Die Stärke deutscher Maschinenbau-Unternehmen trägt dazu bei, dass die Produktionsanlagen weiter optimiert werden können, die Kosten sinken und die Wirkungsgrade der Module steigen. Diese Stärken müssen wir weiter ausbauen.” Röttgen zufolge wurden im Jahr 2009 in Deutschland etwa zwölf Milliarden Euro in neue Photovoltaikanlagen investieren. Der Verbund „SolarValley Mitteldeutschland” vernetzt 29 weltweit agierende Firmen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, neun renommierte Forschungseinrichtungen und vier Universitäten mit 11.000 direkten Beschäftigten in der Photovoltaik-Industrie.

Umbau des Stromnetzes verläuft zu schleppend

Donnerstag, 19. August 2010

Der Aus- und Umbau des deutschen Stromübertragungsnetzes hinkt nach Einschätzung des Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) dramatisch hinter der Entwicklung der regenerativen Stromerzeugung hinterher. Dies sei aber nicht den Kosten geschuldet, sagte VDE-Präsident Joachim Schneider bei der Vorstellung des VDE-Positionspapiers „Übertragung elektrischer Energie” in Berlin (www.vde.com). „Die Kosten für den Umbau des deutschen Netzes werden auf rund 20 Milliarden Euro bis 2020 eingeschätzt. Das sind weniger als zehn Prozent der Investitionen für die Erzeugung erneuerbarer Energie. Während der Verbraucher bereits heute 2,1 Cent je Kilowattstunde für die Subventionierung der erneuerbaren Energie zahlt, würden sich die Mehrkosten für den Ausbau des Netzes zwischen 0,1 und 0,2 Cent je Kilowattstunde bewegen.” Ein Hemmnis für den schleppenden Ausbau sieht Schneider in Akzeptanzproblemen für die notwendigen Freileitungsbauprojekte. „Es liegt aber auch an einer sehr restriktiven Handhabung der Bundesnetzagentur insbesondere bei neuen Technologien. Gerade für den Einsatz neuer Technologien müssen besondere Anreize für die Netzbetreiber gesetzt werden, um die beim Einsatz neuer Technologien immer vorhandene Skepsis zu überwinden. Angesichts der ehrgeizigen energiepolitischen Ziele und der Dringlichkeit des Netzausbaus wäre zu erwägen, ob der Regulator nicht aktiv auf Pilotprojekte mit neuen Technologien hinwirken sollte.”