Bauwirtschaft: Förderung der energetischen Gebäudesanierung unerlässlich

27. Januar 2012

„Wer A wie Abschaltung der Atomkraftwerke sagt, muss auch B sagen und sich klar zur energetischen Gebäudesanierung bekennen”, fordert Karl-Heinz Schneider, Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft. „Und das heißt für uns zwingend: 2 Milliarden Euro im Jahr wären eigentlich für die KfW-Förderung notwendig. Dennoch hat der Bundestag nur 1,5 Milliarden Euro beschlossen. Wenn diese, wie jetzt gerade bekannt geworden, nicht zur Verfügung stehen, weil der Energie- und Klimafonds nicht entsprechend gefüllt ist, dann muss die Politik die Mittel aus dem Bundeshaushalt an anderer Stelle nehmen oder innerhalb des Energie- und Klimafonds umschichten.” Gleichermaßen enttäuscht zeigt sich die Bauwirtschaft vom Vermittlungsverfahren zur steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung. „Wir haben den Eindruck, dass die Länder zwar die Energiewende gefordert haben, den Preis dafür aber nicht bezahlen wollen. Wir brauchen beides: die KfW-Förderung wie auch steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten, damit die Energiewende gelingen kann. Denn die Energiewende ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.” Die Anfragen bei der KfW seien 2011 um 60 Prozent zurückgegangen. Das zeige die bei den Sanierungswilligen entstandene Verunsicherung. So könne eine jährliche Sanierungsrate von zwei Prozent nicht erreicht werden.

Windenergie - Knapp 22.300 Anlagen bundesweit

27. Januar 2012

Nach aktuellen Erhebungen des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI) wurden 2011 in Deutschland 895 (2010: 754) Windenergieanlagen mit einer Leistung von 2.007 (1.551) Megawatt neu installiert. Das ist ein Leistungszuwachs gegenüber 2010 um 30 Prozent. Betrachtet man die an das Netz angeschlossene Leistung von 2.086 Megawatt in 2011 gegenüber 1.493 Megawatt in 2010 liegt der Zuwachs bei fast 40 Prozent. Ende 2011 waren somit in Deutschland 22.297 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 29.075 Megawatt installiert. Davon stehen 55 Anlagen mit einer Leistung von rund 215 Megawatt in Offshore-Windparks.

Logistik - drohender Stolperstein für die Energiewende?

25. Januar 2012

Bis zum Jahr 2020 sollen in Deutschland zehn Gigawatt Leistung in Offshore-Windenergieanlagen installiert sein. Aktuell sind knapp 500 Megawatt in Betrieb, das sind knapp fünf Prozent der in acht Jahren angepeilten Kapazität. Der Offshore-Report der auf Logistik spezialisierten Unternehmensberatung Barkawi Management Consultants und der Deutschen Verkehrs-Zeitung kommt zu dem Ergebnis, dass von 2012 bis 2020 jeden Tag etwa drei Megawatt an Offshore-Leistung installiert werden müssten, um das Ziel der Bundesregierung zu erreichen. Aktuell würden für die Installation von einem Megawatt Leistung im Durchschnitt sechs Tage benötigt. „Neben Netzanbindung, Finanzierung und Technologie ist die Logistik die vierte Kernherausforderung in der Offshore-Windenergiebranche - und die am meisten vernachlässigte”, so Frank Reichert, Mitglied der Geschäftsleitung von Barkawi Management Consultants. „Das ´Unternehmen Offshore-Windpark` steckt logistisch noch in den Kinderschuhen. Hafenanlagen, Spezialschiffe und Transportwege zu den Häfen sind nicht auf den Ansturm vorbereitet. Vor allem aber fehlt es noch an einem stimmigen logistischen Gesamtkonzept, das die Lieferketten von der Beschaffung über Produktion und Installation bis zur Wartung der Windkraftanlagen aufeinander abstimmt.” Die Logistik mache rund 20 Prozent der Gesamtkosten für einen Offshore-Windpark aus. Dieser Anteil sei unter anderem so hoch, weil die Komponenten überdimensional groß seien und die Meerestechnik sehr anspruchsvoll sei, ebenso wie der Umgang mit den unsteten Wetterbedingungen in Nord- und Ostsee. „Es braucht eine gemeinsame, aufeinander abgestimmte Kraftanstrengung von Unternehmen, Politik, Verwaltung, Häfen und Ausbildungsträgern, um die gewaltigen logistischen Voraussetzungen für den massiven Ausbau der Offshore-Windkraftanlagen zu meistern. Ansonsten steht nicht nur die Energiewende auf dem Spiel, sondern auch ein riesengroßer Markt für deutsche Unternehmen.”

VKU: KWK-Fördersätze müssen erhöht werden

25. Januar 2012

Der Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) benötigt weiterhin klare politische Unterstützung, betont der Verband kommunaler Unternehmen (VKU). Angesichts erheblich gestiegener Kosten sei eine deutliche Anhebung der KWK-Förderung nötig, um die Wirtschaftlichkeit von Neuinvestitionen zu ermöglichen. Das zeige der aktuelle Jahresbericht 2011 zum COGeneration Index (COGIX), einem Indikator für die Wirtschaftlichkeit von KWK-Anlagen, in dem neben den energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen die aktuelle Entwicklung der Anlagenkosten einen besonderen Schwerpunkt bildet und der von Felix Christian Matthes, Forschungs-Koordinator Energie- und Klimapolitik beim Öko-Institut, für den VKU erstellt wurde. „Der KWK-Ausbau ist aus energiewirtschaftlichen und klimaschutzpolitischen Gründen dringend notwendig. Er ist ein wichtiger Baustein, um die klimapolitischen Ziele der Bundesregierung zu erreichen. Wir empfehlen mit Blick auf den COGIX deshalb dringend, die in der Novelle des KWK-Gesetzes vorgeschlagenen Fördersätze für neue KWK-Anlagen um 0,5 Cent pro Kilowattstunde anzuheben”, so Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des VKU. Ohne Fördermaßnahmen seien Modernisierungen und Neubauten aktuell nicht möglich. „Die hohe Effizienz von KWK-Anlagen wirkt sich jedoch langfristig positiv auf deren Wirtschaftlichkeit aus.”

Kosten senken in der industriellen Wärmeversorgung

25. Januar 2012

Die Erzeugung von Wärme für technische Prozesse ist für viele Unternehmen zu einem bedeutenden Kostenfaktor geworden. Dabei können Unternehmen durch energetische Optimierungs- und Modernisierungsmaßnahmen Einsparungen von durchschnittlich 15 Prozent bei der Prozesswärme erzielen. Darauf haben die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) und der Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e. V. (BDH) im Rahmen einer Pressekonferenzr in der Dortmunder Westfalenhalle hingewiesen. Die Modernisierung der dortigen Wärmeversorgung zeigt beispielhaft, welche Einsparpotenziale sich erzielen lassen: So spart der Betreiber der Dortmunder Westfalenhalle durch die Optimierung jährlich Energiekosten in Höhe von 100.000 Euro. Mit einer neuen Informationsbroschüre unterstützen dena und BDH Unternehmen dabei, diese Einsparpotenziale systematisch zu erschließen. Sie zeigt anhand konkreter Beispiele Energieeinsparpotenziale in der industriellen Wärmeversorgung sowie Strategien zur Umsetzung von Maßnahmen auf. Die Broschüre kann unter www.industrie-energieeffizienz.de oder unter www.bdh-koeln.de bestellt werden.

Annegret-Cl. Agricola, dena-Bereichsleiterin “Energiesysteme und Energiedienstleistungen”: “Ein effizientes Wärmeversorgungssystem wie hier in der Westfalenhalle hilft Unternehmen, ihre Energiekosten im Griff zu behalten. Eine Investition in eine energetische Optimierung lohnt sich daher fast immer: Sie ist hoch rentabel und amortisiert sich in der Regel innerhalb weniger Jahre.”
Andreas Lücke, Hauptgeschäftsführer des BDH: “Ein Großteil der feuerungstechnischen Anlagen in Deutschland ist über zehn Jahre alt. Durch eine Modernisierung dieser 250.000 veralteten Anlagen könnte die deutsche Wirtschaft beträchtliche Mengen Öl und Gas - und damit erhebliche Kosten sparen. Es kommt zu einer Win-Win-Situation für den Klima- und Ressourcenschutz, auch für die Betreiber.”

Breiter Energiemix in privaten Haushalten - Erdgas dominiert

23. Januar 2012

Die privaten Haushalte in Deutschland sichern ihre Energieversorgung durch einen breiten Energiemix und nutzen verstärkt erneuerbare Energien, berichtet die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen. Den größten Anteil an der Energieversorgung der rund 40 Millionen deutschen Haushalte hat mit knapp 40 Prozent das Erdgas. Mineralöl und Strom decken jeweils etwa ein Fünftel. Mit deutlichem Abstand folgen die Fernwärme mit sieben Prozent und die Kohle mit knapp zwei Prozent. Der Anteil erneuerbarer Energien steigt kontinuierlich und erreichte 2010 einen Anteil von über elf Prozent. Rund 90 Prozent des gesamten Energieverbrauchs der privaten Haushalte entfallen auf die Erzeugung von Raumwärme, Warmwasser und sonstige Wärmeprozesse.

Neuer Streit um Bioenergie

21. Januar 2012

Der Ausbau der Bioenergie im Zuge der Energiewende sollte sich nach Einschätzung des BioÖkonomieRats der Bundesregierung stärker an Kriterien der Wirtschaftlichkeit orientieren und der Ernährungssicherung Priorität einräumen. „Noch höhere Importe von Agrarrohstoffen für die Bioenergiegewinnung dürfen nicht dazu führen, dass der Welthunger weiter zunimmt. Die Ernährungssicherung muss Vorrang vor dem Ausbau der Bioenergie haben”, sagte der Vorsitzende des BioÖkonomieRats Reinhard F. Hüttl bei der Vorstellung von Empfehlungen zur Bioenergie. Eine Strategie zur Nutzung der Bioenergie müsse zudem Umwelt- und Klimaschutzaspekte sowie Effizienzsteigerungen und Forschung in verbesserte Technologien stärker betonen. Der BioÖkonomieRat bemängelt, das durch die Förderung der Bioenergie enorme volkswirtschaftliche Kosten entstehen, die über die EEG-Umlage private Haushalte und die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaftsunternehmen belasten. Gleichzeitig würden die Förderinstrumente dazu führen, dass der kommerzielle Wert landwirtschaftlicher Erzeugnisse für die Energieumwandlung teilweise höher sei als bei der Nahrungs- oder Futtermittelnutzung. Fritz Vahrenholt, Leiter der Arbeitsgruppe Bioenergie, fordert: „Förderinstrumente und -ziele müssen stärker aufeinander abgestimmt und wirtschaftlicher sowie bedarfsgerechter ausgestaltet werden. Da Bioenergie als grundlastfähiger und speicherbarer Energieträger als Systemstütze für die Energiewende dienen muss, sollte die bestehende Förderung stärker auf diesen Aspekt ausgerichtet werden.”

Scharfe Kritik kommt vom Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie. „Die Herstellung von Biodiesel und Bioethanol führt nicht zu weltweiter Nahrungsmittelknappheit oder steigenden Lebensmittel- und Landpreisen. Ihre Produktion ist nachhaltig und bringt eine Minderung der Treibhausgasemissionen von mindestens 35 Prozent im Vergleich zu fossilem Kraftstoff”, so Geschäftsführer Elmar Baumann. „Hunger entsteht in erster Linie durch Armut, Krieg und ungerechte Verteilung. Biokraftstoffe für den Hunger verantwortlich zu machen, ist abenteuerlich.” Die deutsche Biokraftstoffindustrie verwende fast ausschließlich in Deutschland und der EU angebaute Agrarrohstoffe. Biokraftstoffe seien zudem derzeit die einzige in größerem Umfang vorhandene Alternative zu herkömmlichem Diesel und Benzin.

IG BAU & NABU: Regierung gefährdet Erfolg der Energiewende

21. Januar 2012

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) fordern eine verlässliche Förderung des KfW-Programms zur energetischen Gebäudesanierung. „Die Bundesregierung muss ihre Zusagen für die Bereitstellung der Mittel einhalten. Sonst ist die Energiewende nicht zu schaffen”, so der IG BAU-Bundesvorsitzende Klaus Wiesehügel. Das KfW-Programm soll bis 2014 mit jährlich 1,5 Milliarden Euro aus dem „Energie- und Klimafonds” finanziert werden. Weil der Fonds aufgrund der gefallenen Preise für CO2-Zertifikate geringere Einnahmen erzielt, will die Regierung laut IG BAU und NABU nun erst einmal nur die Hälfte der ursprünglich zugesagten Fördermittel für das KfW-Programm auszahlen. „Das Vertraue in die staatliche Unterstützung für Gebäudesanierungen würde durch solche drastischen Kürzungen weiter ernsthaft erschüttert”, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke. „Während bereits die Gesetzgebung für zusätzliche Steueranreize stockt, ist jetzt auch noch das Fundament der Sanierungstätigkeit in Deutschland gefährdet. Ohne Planungssicherheit werden viele Hauseigentümer nicht in die energetische Sanierung investieren. Darunter leiden der Klimaschutz und auch die Beschäftigungssicherung.” IG BAU und NABU fordern daher eine Umstellung der Zuschüsse für das KfW-Gebäudesanierungsprogramm. „Wenn es die Bundesregierung mit der Energiewende ernst meint, muss sie die Zuschüsse im Haushalt fest einplanen.”

Grünes Wachstum durch Bioenergie

20. Januar 2012

Für eine zukunftssichere Energieversorgung bleibt der Ausbau der Biomassenutzung unverzichtbar. Bioenergie ist speicherbar und kann zur Stromversorgung ebenso wie zum Heizen und als Kraftstoff eingesetzt werden, betont die Agentur für Erneuerbare Energien anlässlich der Grünen Woche in Berlin. Dass die Bioenergie Pionier beim Klimaschutz sei, zeige die Branche mit den in Deutschland seit einem Jahr umgesetzten EU-Nachhaltigkeitsstandards. Für den deutschen Markt hätten sich schätzungsweise rund 2.000 Betriebe vom kleinen Getreidehändler im Binnenland bis hin zu den Biodieselfabriken an den Häfen ihre umweltfreundliche Wirtschaftsweise in Sachen Biomasse bestätigen lassen. „Die Bioenergie hat damit Standards für die Landwirtschaft und für weitere Branchen gesetzt. Nachhaltigkeitskriterien sollten nicht nur für Bioenergie gelten, sondern auf die Lebens- und Futtermittelindustrie ausgeweitet werden” verlangt Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien.

Schätzungsweise 1.200 Biogasanlagen sind in Deutschland 2011 neu ans Stromnetz angeschlossen worden. Mit der installierten Leistung von knapp 2.800 Megawatt kann der Strombedarf von etwa 5,1 Millionen Haushalten gedeckt werden. Strom aus Biogas sei speicherbar und könne deshalb zum Ausgleich der schwankenden Stromerzeugung aus Windenergie- und Solaranlagen dienen, betont Vohrer. „Mit dem stetigen Wachstum der Wind- und Solarstromproduktion werden diese Qualitäten der Bioenergieanlagen künftig noch wichtiger.” Neben Biogas und Biokraftstoffen - bis Ende Oktober 2011 waren es knapp zwei Millionen Tonnen Biodiesel sowie rund eine Million Tonnen Bioethanol - ist Holz ein wichtiger Bioenergielieferant. Insgesamt brachte es die Biomasse 2010 auf einen Anteil von 7,7 Prozent am Endenergieverbrauch in Deutschland, der Anteil der Erneuerbaren Energien insgesamt lag bei 10,9 Prozent. Vohrer: „Im Mix der Erneuerbaren leistet die Bioenergie damit einen unverzichtbaren Beitrag zur Versorgungssicherheit.” Für eine wachsende Versorgung mit erneuerbarer Wärme seien aber verstärkte Anstrengungen erforderlich, um die Zielvorgaben der Bundesregierung zu erreichen.

Verbraucher mit Gasheizungen profitierten von milder Witterung

20. Januar 2012

Verbraucher mit Gasheizungen können von einem der mildesten Jahre seit Beginn der Wetterbeobachtung profitieren. Laut einer Prognose der Techem GmbH zahlen die Verbraucher mit Gasheizungen 2011 durchschnittlich 13 Prozent weniger als im Vorjahr. Gestiegene Brennstoffkosten wirkten sich trotz des milden Winters negativ beim Heizöl aus: Verbraucher müssten hier sogar mit einer leichten Kostenzunahme von etwa zwei Prozent rechnen. Insgesamt ist der Energieverbrauch für Raumbeheizung Techem zufolge 2011 deutlich zurückgegangen, um zwar um 18 Prozent bei gleichem Heizverhalten und ohne Veränderungen an Gebäuden und Anlagentechnik. Dabei zeige sich, dass regional abweichende Witterungsverhältnisse die Heizkostenabrechnung unterschiedlich beeinflussten. Am deutlichsten sei der Verbrauch in Berlin zurückgegangen, gefolgt von den Regionen um Magdeburg und Düsseldorf. An der Spitze der energetischen Verlierer stehe die Region um München, gefolgt von Straubing und Fichtelberg.